Reichster Japaner will Roboter-Imperium aufbauen

Johann Philipp

Masayoshi Son ist laut Forbes-Liste der reichste Japaner. Er ist Gründer des Konzerns Softbank und hat gerade zwei Roboterfirmen von Google gekauft. Bei uns kennt ihn keiner, doch er zählt zu den größten IT-Investoren der Welt. Wer ist der Mann und was sind seine Pläne?

NAO Next Gen : Der Roboter von Aldebaran Robotics.

Er hat Google gerade zwei Roboterfirmen abgekauft, sein Investitionsfonds für Technik umfasst mehr als 100 Milliarden US-Dollar und sein Privatvermögen wird auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Masayoshi Son ist Japans Elon Musk. Er investiert mit seiner Mobilfunkfirma in so ziemlich alle Tech-Bereiche und plant die Robotertechnik wieder aufleben zu lassen. Große Konzerne wie Google und Amazon konzentrieren sich eher auf künstliche Intelligenz mit smarten Sprachassistenten, doch Masi, so sein Spitzname, glaubt an die Roboter.

Softbank macht schon seit längerem auf sich aufmerksam

Der japanische Telekommunikationskonzern Softbank wurde 1981 von Son gegründet und investiert seitdem massiv in Internet-Unternehmen. Zur Gruppe gehören unter anderem der japanische Ableger von Yahoo und Vodafone und mit Sprint der viertgrößte Mobilfunkanbieter der USA.

Im Jahr 2008 schloss Softbank mit Apple einen Exklusivvertrag über die Rechte am iPhone Verkauf in Japan. 2012 erwarb Son seine erste Roboterfirma Aldebaran Robotics. Vor ein paar Wochen kaufte Softbank den britischen Hightechkonzern ARM, der Mikrochips entwickelt, die in fast jedem Smartphone stecken, für 32 Milliarden US-Dollar – in bar. Nun der nächste Einkaufsstopp mit der berühmten Roboter Firma Boston Dynamics und Schaft von Google.

Roboter Ära bei Google vorbei

Der Mutterkonzern Alphabet hat sich von seinen Roboterfirmen Schaft und Boston Dynamics getrennt. Google hatte die zwei Unternehmen erst Ende 2013 gekauft. Damals wollte Android-Erfinder Andy Rubin eine eigene Robotikabteilung aufbauen. Nach seinem Abgang von Google wurden seine Pläne allerdings verworfen und die Firmen nun verkauft.

Boston Dynamics Atlas – The Next Generation.

Google will sich stattdessen auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz konzentrieren. Das Problem: Mit Hardware-Robotern lässt sich im Moment noch kein Geld verdienen, mit den smarten Sprachassistenten um Google Home und Amazon Echo allerdings schon.

Milliarden-Fonds für Zukunftstechnologie

Für die Entwicklung seiner geliebten Roboter und auch anderer Zukunftstechnologien stellt der Softbank Chef Son den größten Technologiefonds der Welt auf die Beine. Rund 45 Milliarden US-Dollar sollen von einem Staatsfonds aus Saudi-Arabien kommen. Softbank selbst stellt 25 Milliarden und selbst Apple steckt mit einer Milliarde US-Dollar mit drin. Bis zu 100 Milliarden US-Dollar soll der Fonds insgesamt umfassen.

Seine Pläne mit den Robotern

„Smarte Robotik wird ein wichtiger Motor bei der nächsten Stufe der Informationsrevolution sein“, erklärte Son. Seine Investition war der nächste logische Schritt, nachdem er sich mit ARM das Hirn der Roboter gesichert hat und nun mit den zwei Roboterfirmen die Hardware. All seine Investitionen und Pläne verfolgen ein großes Ziel: Er will Softbank zum führenden Anbieter von intelligenten Maschinen machen. „In 30 Jahren werden smarte Roboter ein Kerngeschäft Softbanks sein“, verspricht Son.

Ob sein Weg zur wirtschaftlichen Vormachtstellung in den kommenden Jahrzehnten wirklich besser ist, als der von Google und Co. bleibt abzuwarten. Aber immerhin bringt er Japans Roboterentwicklern wieder die Hoffnung, mit den USA und China mithalten zu können.

Quelle: Softbank, techcrunsh

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