In ganz wenigen Fällen können wir eine Festplatte reparieren. Denn die wichtigsten und empfindlichsten Teile befinden sich in einem versiegelten Gehäuse, an dessen Inhalt wir nicht rankommen. Doch einiges können wir schon tun.

 

Bootice

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Wenn die Festplatte knarrt und klickt, dann ist sie hinüber. Die Chancen auf eine echte Reparatur sind gleich Null. In diesem Fall sollte man lieber versuchen, die Daten so weit wie möglich zu retten und die Harddisk hinterher entsorgen. Aber für eine Art rudimentäre Reparaturfunktion bringt unser Betriebssystem sogar die Werkzeuge mit.

1. Festplatte reparieren: Schadensanalyse

Festplatten sind in Sektoren unterteilt. Man kann sich das so vorstellen, wie eine Ziegelmauer, die aus einzelnen Ziegeln zusammengesetzt ist. Wenn eine Festplatte kaputt ist, dann gibt es üblicherweise drei Arten, auf die wir das überhaupt feststellen:

  • Die Festplatte macht ungewöhnliche Geräusche - ganz schlecht!
  • Die Festplatte hat ab und zu Probleme beim Lesen oder Schreiben von Daten - sofort aktiv werden!
  • Die Festplatte hat Oberflächenschäden, welche bereits das Starten des Computers unmöglich machen - es gibt Grund zur Hoffnung!

Wenn die Festplatte rappelt, dann ist das eine Art wirtschaftlicher Totalschaden. Dann gibt es am Motor oder an den Schreib-Lese-Köpfen Schäden, deren Reparatur den Anschaffungspreis überschreiten. So eine Festplatte zu reparieren lohnt sich nur, wenn sämtliche Finanzdaten einer Firma sich darauf befinden, oder die dummereise einzige Ausgabe der Doktorarbeit. Hier sollte man versuchen, das Leben der Platte durch intensive Kühlung (mit Coolpacks) zu verlängern und die Zeit nutzen, um alle Daten auf eine externe Platte oder auf DVD zu sichern.

Startet das System gar nicht erst und gibt eine Meldung aus, dass z.B. kein Bootsektor gefunden werden konnte, dann besteht tatsächlich Grund zur Hoffnung. Es kann nämlich sein, dass die Platte an sich gar keinen Schaden aufweist und es nur zu einem kleinen Aussetzer kam. Manchmal können schon Spannungsschwankungen oder Aktionen wie das Entfernen des Netzkabels an einem Notebook dafür sorgen, dass der Master Boot Record (MBR) einen Schaden bekommt. Das ist kein Hardwareschaden, sondern eine Ansammlung fehlerhafter Daten am Anfang der Festplatte. Und in dem Fall muss man nicht die Festplatte reparieren, sondern den MBR.

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