Hilfe, Virus! Was tun, wenn der Computer befallen ist?

Martin Maciej

Beinahe genauso lange, wie es Computer gibt, existieren mittlerweile auch Computerviren. Handelte es sich früher noch um Exemplare, die Dateien auf der Festplatte veränderten oder zerstörten, werden Viren heutzutage besonders von Kriminellen eingesetzt, die sich auf Kosten ahnungsloser Computernutzer die Geldtaschen füllen möchten. Dementsprechend sollte man Vorkehrungen treffen, damit der eigene Rechner nicht von schädlicher Software befallen wird. Doch was tun, wenn der Virus bereits auf der Festplatte sitzt?

Im Gegensatz zu früheren PC-Tagen lassen sich Viren heutzutage viel einfach über das Internet verteilen. Dementsprechend ist ein Virenschutz auf jedem Computer unverzichtbar. In der Regel reicht dabei bereits eine kostenlose Antivirussoftware aus. Hacker nutzen heute entweder die Gutgläubigkeit oder das Unwissen von Nutzern aus, um ihre Computerviren auszubreiten. Auch Lücken in installierter Software, die regelmäßig verwendet wird, z. B. einem PDF-Reader oder Multimedia-Programmen, machen sich Cyber-Kriminelle zu nutzen, um virtuelle Schädlinge zu verteilen. Neben der Installation eines Antivirenprogramms sollte man daher sicherstellen, dass alle installierten Programme regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden.

Was tut ein Computer mit Virus? Anzeichen zum Erkennen

Ist kein Antivirenprogramm auf dem Computer installiert, lässt sich ein PC-Virus heute nur schwer erkennen. In der Regel arbeiten diese Viren im Hintergrund und dienen etwa dem Diebstahl von Informationen, wie Kreditkarten- und Bankdaten oder auf dem Computer abgespeicherten, bzw. über die Tastatur eingegebenen Passwörtern. Der Virenbefall zeigt sich ohne Schutzprogramm meist erst, wenn es bereits zu spät ist, d. h. das Bankkonto bereits geplündert oder ein angemeldeter Account gekapert wurde. Weitere Wirkungen eines Befalls können sich direkt bei der Arbeit am Computer äußern. So hat man es z. B. aller Voraussicht nach mit einem Virus zu tun, wenn unvorhergesehene Meldungen auf dem Bildschirm erscheinen, der Drucker seltsame und vor allem ungewollte Ergebnisse ausdruckt oder das DVD-Laufwerk sich ohne Grund öffnet. Auch Störungen bei der Arbeit, Performanceeinstürze, eine unheimlich langsame Internetverbindung oder Festplattenaktivitäten ohne eigenes Zutun können durch Viren versursacht werden.

Bemerkbare Anzeichen eines Virenbefalls

  • Ungewollte Aktionen des Computers
  • Löschen oder Verändern von Dateien
  • Häufige Abstürze, obwohl kein Hardware- oder Softwareproblem vorliegt
  • Der PC arbeitet sehr langsam
  • Blockieren des Systems

Merkmale eines Virenbefalls im Hintergrund

  • Ungewollter Versand von Nachrichten, z. B. über E-Mail oder Facebook
  • Diebstahl von persönlichen Daten und Dateien
  • Keylogging (Tastatureingaben werden an Fremde übertragen)
  • Erpressung

Computervirus: Was tun?

Bemerkt man die oben beschriebenen Aktivitäten oder ähnliche seltsame Vorgänge am Computer, ist der erste Gedanke: „Verflucht, Virus! Was tun?“ Im ersten Schritt sollte der Computer vom Internet und Netzwerk getrennt werden. So wird sichergestellt, dass keine persönlichen Daten und Informationen über den Virus in die Hände von Cyber-Kriminellen gelangen. Wichtige persönliche Dokumente und Dateien sollten auf einem externen Datenträger, z. B. USB-Stick kopiert werden. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass eine virusinfizierte Datei ebenfalls auf den Datenträger gelangen könnte. Dieser sollte demnach zunächst nicht an ein weiteres PC-System angeschlossen werden.

Im nächsten Schritt sollte eine Antivirensoftware besorgt werden. Dabei kann man auf eine kostenpflichtige Variante aus dem Elektro-Fachgeschäft zurückgreifen oder eine kostenlose Antivirensoftware über einen zweiten, nicht infizierten Computer herunterladen und per Datenträger auf dem befallenen Computer installieren. Dabei sollte sichergestellt werden, dass eine aktuelle Antivirus-Datenbank mit übertragen wird. Ist die kostenlose Antivirensoftware oder das bezahlte Security Paket installiert, werden alle Datenträger mittels Scan überprüft. Befindet sich ein Virus auf der Festplatte, wird dieser in der Regel in einer Meldung angezeigt. Hier kann entschieden werden, ob betroffene Dateien in eine Datenquarantäne verschoben oder direkt gelöscht werden sollen.

Kann mir der Virus noch was tun?

Auch nach einem erfolgreich durchgeführten Virenscan und dem Auffinden, sowie Löschen eines Virus, ist nicht sichergestellt, dass das System komplett bereinigt ist. Moderne Virenvarianten können sich vor Antivirensoftware unter Umständen tarnen und bleiben so unentdeckt. Eine vollständige Sicherheit bietet lediglich das komplette Formatieren des Computers mit anschließender Neuinstallation des Betriebssystems. Dieser Vorgang erfordert zwar viel Arbeit und ist mit einem eventuellen Datenverlust verbunden, sorgt jedoch auch dafür, dass der Virus keinen schlimmeren Schaden anrichten kann. Nach der Neuinstallation sollte man sicherstellen, dass ein Antivirenprogramm mit aktualisierter Virendatenbank, sowie eine Firewall eingerichtet werden. Zudem empfehlen wir euch, alle Programme ständig auf dem neuesten Stand zu halten, verdächtige E-Mails mit Anhängen nicht zu öffnen und keine Downloads aus unsicheren Quellen vorzunehmen. Nur dann ist sichergestellt, dass der PC sauber bleibt und euch der Virus nichts mehr antun kann.

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