Mithilfe von Tinte: Samsungs und Huaweis Fingerabdruckscanner können leicht ausgetrickst werden

Rafael Thiel 5

Im Grunde versprechen biometrische Authentifizierungsverfahren eine erhöhte Sicherheit – blöd nur, wenn sich der Mechanismus mit einfachen Hilfsmitteln umgehen lässt. So ist es Forschern gelungen, die Fingerabdrucksensoren in Smartphones von Samsung und Huawei mittels leitfähiger Tinte sowie einem gewöhnlichen Drucker auszutricksen. Der gesamte „Hack“ dauerte dabei nicht länger als 15 Minuten.

Video: Samsung Galaxy S6: Der Fingerabdruckscanner im Detail

Samsung Galaxy S6 - Der Fingerabdrucksensor im Detail.

In einem Bericht erläutern Forscher der Michigan State University die simple Vorgehensweise, um beispielsweise ein Galaxy S6 von Samsung oder ein Honor 7 von Huawei per gefälschtem Fingerabdruck zu entsperren. Die Wissenschaftler greifen dabei auf leitfähige Tinte der Firma AgIC zurück. Das japanische Unternehmen hat sich nämlich darauf spezialisiert, Verfahren zum Drucken von elektronischen Schaltkreisen zu entwickeln. Davon abgesehen bedarf es lediglich noch eines gewöhnlichen Tintenstrahldruckers, um ein Smartphone mit Fingerabdruck-Sperre zu umgehen. So wird dann vorgegangen:

  1. Den Fingerabdruck von einer Glasfläche oder ähnlichem entnehmen, einscannen und spiegeln
  2. Die leitfähige Tinte von AgIC sowie glänzendes Papier in den Drucker geben
  3. Den Fingerabdruck in Originalgröße ausdrucken

 

Fingerabdruckscanner werden stetig verbessert

Das war’s dann auch schon. Der 2D-Ausdruck kann dann einfach auf den Fingerabdruckscanner gelegt werden, woraufhin der Lockscreen nachgibt. Die Forscher konnten auf diese Weise sowohl das Samsung Galaxy S6 als auch das Honor 7 knacken.

Natürlich ist davon auszugehen, dass die Hersteller die verbauten Sensoren kontinuierlich verbessern und diese Methode in Zukunft nicht mehr funktioniert. Doch zeigt das Experiment deutlich auf, dass mobile biometrische Verfahren heutzutage noch nicht so sicher sind, wie von Marketingabteilungen gerne behauptet. Ob neuere Smartphone-Modelle, wie etwa das Galaxy S7, ebenfalls auf die beschriebene Methodik ansprechen, ist übrigens noch nicht getestet worden.

Quelle: Michigan State University via SoftPedia

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