Staats-Trojaner: Damit jeder jeden überwachen kann

Kamal Nicholas 13

Wie wäre es mit einem Smartphone-Trojaner, der auf vielen aktuellen Geräten eingesetzt werden kann und mit dem sich diese zur Überwachung fernsteuern lassen? Bei der Firma „Hacking Team“ kann genau so etwas erworben werden.

Wer allerlei Daten sammeln, fremde Geräte fernsteuern und möglichst alle sensiblen und vor allem private Informationen von Fremden auslesen möchte, ist mit der Spionage-Software namens Remote Control System (RCS) des italienischen Unternehmens „Hacking Team“ sehr gut beraten. Diese bewerben ihr Produkt ganz offen und unverschleiert, der Erwerb dürfte also ebenso einfach sein. Ach halt, da war ja noch was: Um euch RCS zuzulegen, müsstet ihr schon eine Regierung oder eine staatliche Behörde sein.

Remote Control System ist der wahr gewordene Traum aller NSA-Enthusiasten. Mit diesem kleinen Werkzeug lassen sich die Kameras des entsprechenden Gerätes zur Kontrolle der Umgebung einsetzen, Mikrofone in Smartphones werden zu Abhörwanzen und natürlich kann auch auf das GPS zugegriffen werden, um den Standort des Ausspionierten festzustellen.

Aber der Funktionsumfang hat noch viel mehr zu bieten: So lassen sich einzelne der genannten Überwachungsaktionen durch ganz bestimmte Handlungen starten. So kann etwa das Anstecken eines Ladekabels der Auslöser für das Sammeln und Übertragen bestimmter Daten dienen. Fantastisch.

Wie auch bei andere Malware wird RCS als Zusatz bei der Installation einer anderen, harmlosen App in das System eingeschleust, wo es seiner Funktion nachgehen kann.

Sowohl Kaspersky als auch Citzen Lab haben die Android-Version von Remote Control System untersucht. Zum Einsatz kommen kann RCS aber auch auf iPhones (vorausgesetzt, diese wurden mit einem Jailbreak versehen). Doch auch auf Blackberry- und Windows Phone-Geräten kann die Spionage-Software eingesetzt werden.

Quelle: Securelist, CitizenLab via Heise, Artikelbild: Trojan Horse via Shutterstock

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