Spotify kritisiert Apple und Google – und hofft auf Einschreiten der EU

Florian Matthey

Benachteiligen Apple und Google kleinere Unternehmen wie Spotify beim Zugang zum App Store und Play Store? Ein Brief an EU-Institutionen wirft den Mobil-OS-Entwicklern vor, absichtlich den Zugang zu Kunden zu erschweren.

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In einem Brief an EU-Institutionen, über den die Financial Times berichtet, beschweren sich Spotify, Deezer und der deutsche Startup-Investor Rocket Internet über das Geschäftsgebaren von Apple und Google – ohne die beiden Unternehmen beim Namen zu nennen: Stattdessen ist nur die Rede von Entwicklern von Mobil-Betriebssystemen und Betreibern von Download-Portalen. Diese nutzten ihre „privilegierte Position“ an der Spitze der jeweiligen Märkte aus. Durch diese Formulierung ist auch ohne eine namentliche Nennung klar, wer gemeint ist.

Die großen Unternehmen würden keinen Zugang ermöglichen, also nicht ein „Gateway“ anbieten, sondern sich eher wie Torwächter, also „Gatekeeper“ gerieren. Daher müsste es staatliche Regelungen für die Interaktion zwischen Plattformen und Unternehmen, die diese für ihr Geschäft nutzen, geben. Tatsächlich denken die europäischen Institutionen den Informationen der Financial Times zufolge darüber nach, solche Regelungen zu schaffen und unabhängige Streitschlichtungsorgane für Dispute zwischen kleineren Unternehmen und den App-Portal-Betreibern einzurichten.

Bereits im letzten Jahr kam ein Streit zwischen Apple und Spotify an die Öffentlichkeit, als Apple offenbar ein Update für die Spotify-App für iOS abgelehnt hatte. Offenbar wollte Apple nicht akzeptieren, dass Spotify die Möglichkeit, Abonnements über die Apple ID abzuschließen, nicht mehr in die App integrieren, sondern nur noch Abonnements direkt bei Spotify selbst akzeptieren wollte. Apple beschuldigte Spotify wiederum, das einzige Unternehmen zu sein, das die App-Store-Regeln nicht akzeptieren wollte. Allerdings ist zu bedenken, dass Spotify ein direkter Konkurrent von Apple Music ist, und Apple über den App Store am Erfolg eines Konkurrenten mitverdient, wodurch dessen Kritik nicht überraschend ist.

Quelle: Financial Times via 9 to 5 Mac

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