Steam: Darum gibt es keine Werbung (Und darum ist der Kundenservice so mies)

Marco Schabel 3

Valve hat mit Steam die wahrscheinlich erfolgreichste Plattform für PC-Spiele geschaffen, und das ganz ohne jegliche Werbung. Jetzt wissen wir auch, warum es keine Werbung gibt und warum der Kundenservice noch immer unzureichend ist.

Steam: Darum gibt es keine Werbung (Und darum ist der Kundenservice so mies)

Steam ist den meisten PC-Spielern ein Begriff. Die Valve-Plattform bietet mit mehr als 6.000 Titeln eine gigantische Auswahl an PC-Spielen und stellt darüber hinaus auch einen Online-Service zur Verfügung, damit ihr auch die Multiplayer der Spiele angehen könnt. Natürlich verdient Valve mit Steam auch den ein oder anderen Euro. Werbung in den Spielen oder über die Plattform sucht ihr allerdings vergebens. Und wie es scheint, wird das auch eine ganze Weile so bleiben. Wie Erik Johnson jüngst zu verstehen gab, gibt es keine Pläne, um Steam künftig mit Werbung vollzustopfen.

Wie der Valve-Mann ausführt, würde über Werbung auf Steam zwar kurzfristig etwas mehr Geld in die Kassen fließen, langfristig würde es aber nur negative Auswirkungen auf den Dienst haben. Würde zum Beispiel Werbung für Doritos geschaltet werden, würde es laut Johnson absolut keine Wirkung zeigen. Er glaube nicht, dass irgendjemand Doritos kaufen würde, nur weil sie auf Steam eine entsprechende Werbung sehen würden. Stattdessen baue das Unternehmen auf langfristige Beziehungen. Werbung würde ohnehin mehr Geld kosten, als es einbringt, weil es die in den Augen der Kunden etwas Negatives ist. Es wäre schlichtweg dumm und hätte keinen Wert für die Kunden, auch wenn andere Plattformen, wie Sony und Microsoft bereits Werbeanzeigen in ihren Diensten schalten.

Darum ist der Steam-Kundenservice noch immer schlecht

Auf einer anderen Seite steht dagegen der Steam-Kundenservice, der zumindest in den USA unter aller Sau ist. Bereits zu Beginn des Jahres kündigte Valve daher an, dass der Service ein großer Fokus für das Unternehmen in diesem Jahr ist. Aus irgendeinem Grund hat sich aber dennoch nichts geändert. Und mit irgendeinem Grund meine ich das, was Johnson ebenfalls jüngst bekannt gegeben hat. Er wisse, dass viele Tickets zum Teil über Monate unbeantwortet bleiben und Hilfe in den meisten Fällen sehr lange ausbleibt. Wie er glaubt, ist das für die Nutzer sogar noch schlimmer geworden. Erst vor wenigen Wochen sei in dieser Hinsicht ein Höhepunkt erreicht worden, während es für die Steam-Kunden seitdem etwas besser wurde.

Wie der Steam-Mann versicherte, habe es auf Seiten von Valve durchaus Anstrengungen gegeben, auch wenn die Kunden diese nicht bemerkt haben. So seien die Rückerstattungen, die jüngst über Steam eingeführt wurden, ein Ergebnis dieser Bemühungen. Als Grund gibt Erik Johnson an, dass Valve erkannt habe, dass es viele Programmierarbeit zu Leisten gebe. Es müsse ein komplett neues Support-System geschrieben werden, was natürlich nicht über Nacht möglich ist. Nach den Erstattungen liege der Fokus in der Programmierung jetzt auf der Account-Sicherheit. Auch die eigenen Spiele von Valve wie Counter Strike und DOTA sorgen für einen gigantischen Ansturm an Support-Anfragen, die angegangen werden wollen.

Demnach müsse hier selbstverständlich zuerst gearbeitet werden, was schon einen großen Teil der Anfragen eindämmen könnte.  Aber das wirkliche Problem bei Steam liegt unter anderem bei den Third-Party-Publishern, die oft gar kein Interesse daran haben, eigenen oder zumindest ausreichenden Support zu leisten und so Arbeit abzunehmen. Letztlich müsse daher Training geleistet werden, sowohl im eigenen Hause, als auch bei den Third-Party-Parteien. Und Training benötigt schlicht und ergreifend Zeit, viel Zeit. Aber spätestens zu Weihnachten soll alles besser werden, so Johnson.

Steam Controller.

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