ZIPs manipulieren

Matthias Eckardt

Das Archivierungs-programm von Mac OS X kommt mit verschlüsselten ZIP-Archiven nicht klar. Abhilfe schaffen die Unix-Varianten von zip und unzip.

Der Finder bietet die Funktion, die markierten Objekte über das Kontextmenü oder das Menü Ablage zu komprimieren. Eine Möglichkeit, die erstellten Archive vor neugierigen Blicken zu schützen, besteht nicht. Selbst Spotlight verweist bei Suchabfragen auf die ZIP-Datei, kann also hineinschauen.

Mehr Optionen

Der Zip-Befehl kommt jedoch mit einer Vielzahl von Parametern. Einer davon ist e und er steht für Encryption. Sie können ein passwortgeschütztes ZIP mit der Befehlssyntax zip -re archivname.zip namederquelle erstellen. Man muss das vergebene Kennwort zur Kontrolle ein zweites Mal eingegeben, um Tipp-
fehler auszuschließen. In den Ausgabezeilen erhält man Auskunft darüber, wie hoch die Komprimierungsrate in Prozent ist. Die Verschlüsselungsmethode entspricht nicht dem AES-Standard, sondern verwendet den eher schwachen Symmetric-Key-Algorithmus. Ein so verschlüsseltes Archiv lässt sich ohne Zusatzsoftware nur über den Unzip-Befehl im Terminal nach Eingabe des Passworts wieder auspacken. Sonst klappt das Auspacken im Finder nur, wenn man entweder Stuffit Expander oder The Unarchiver installiert. Info und Download: http://my.smithmicro.com/mac/stuffit; http://wakaba.c3.cx/s/apps
Falls bereits ein ZIP-Archiv vorliegt, kann man den Inhalt nachträglich verschlüsseln und mit einem Passwort versehen. Dafür existiert ein Unix-Befehl namens zipcloak. Nachdem man mit dem cd-Befehl in das Verzeichnis mit dem ZIP-Archiv gewechselt ist, lautet die Eingabezeile zipcloak gefolgt von einem Leerzeichen und dem Archivnamen, also zipcloak archivname.zip. Wurde das Archiv im Finder erzeugt, dann befinden sich darin Hilfsdateien (Resource Fork), deren Name mit einem Unterstrich (_) beginnt. Bei solchen ZIP-Archiven meldet zipcloak zu den Objekten mit Unterstrich CRC-Fehler, die man getrost ignorieren kann.

Weniger Arbeit

Ein weiterer Vorteil: Man kann nachträglich Objekte zu einem Archiv hinzufügen, muss also bei Änderungen nicht wieder alles neu verpacken. Um sich Tipparbeit mit den Verzeichnispfaden zu ersparen, sollten sich für einen ­ersten Test Archiv und Quelle im selben Ordner befinden. Wechseln Sie in den Ordner mit dem Archiv und dem modifizierten Ursprungsordner. Mit der Option -u kann das Archiv um die neu hinzugekommenen Objekte erweitert werden. Die Eingabe muss also lauten: zip -ur archivname.zip quellenname. Während der Ausführung sieht man, welche Objekte zum Archiv hinzugefügt werden. Über den Differenzmodus lassen sich sogar inkrementelle Backups erstellen. Bleiben der Ort der Quelle und des erstellten Archivs seit dem Zip-Befehl unverändert, dann lässt sich ein weiteres Archiv mit lediglich den Unterschieden seit der ersten Archivierung über zip -r archivname quellenname -DF –out neuesarchiv daneben erstellen.    me

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