Der schweizer Uhrenkonzern Swatch hat sich in die Karten schauen lassen und Pläne zur eigenen Smartwatch angekündigt. Diese soll sowohl mit Android als auch Windows kompatibel sein, iOS jedoch außen vor lassen. Überzeugen will Swatch vor allem durch eine lange Akkulaufzeit.

Es scheint sich ein Paradigmenwechsel in der Welt der Uhrenhersteller anzubahnen: Der CEO von Swatch, vielen bekannt als schweizer Uhrenhersteller mit einer sehr breit gefächerten Kollektion, hat kürzlich im Interview mit Bloomberg den Release einer hauseigenen Smartwatch angekündigt. Den Angaben von Nico Hayek zufolge wolle man eine Smartwatch für Android und Windows auf den Markt bringen, die sich durch eine lange Akkulaufzeit von der Konkurrenz abheben soll. Sogar bei leerem Akku soll es möglich sein, die Armbanduhr mit dem Internet zu verbinden, wobei Hayek nicht näher spezifizierte, was er genau damit meinte.

Nahe liegt jedoch die Integration von NFC, schließlich soll die Smartwatch von Swatch auch zur Bezahlung verwendet werden können; entsprechende Gespräche mit den wichtigsten schweizer Handelsketten finden bereits statt, schon in den kommenden Monaten soll die Swatch-Smartwatch ausgeliefert werden.

Smartwatches bislang von Uhrenherstellern nur belächelt (und verklagt)

Dass Swatch eine eigene Smartwatch auf den Markt bringen wird, ist angesichts der bisherigen Einstellung des Uhrenherstellers gegenüber Wearable Devices im ersten Moment verwunderlich. Wie viele andere Uhrenhersteller betrachtete man Smartwatches eher als eine neumodische Erscheinung, die speziell aufgrund ihrer viel zu kurzen Akkulaufzeit kaum als Alternative für Uhrenträger in Frage kommen dürften. Das hielt die Uhrenmacher allerdings nicht davon ab, rechtliche Schritte gegen Entwickler einzuleiten, die das digitale Konterfei echter Uhren zum Verkauf anboten.

Zwar ist es wahr, dass ein Großteil der Menschen Armbanduhren gerade aufgrund ihrer Schlichtheit schätzt. Nicht selten dienen Armbanduhren auch eher als modisches Accessoire oder es werden wichtige Erinnerungen mit ihnen verbunden. Offenbar hat Swatch allerdings erkannt, dass Smartwatches – sobald sie technologisch ausgereift sind – tatsächlich eine ernsthafte Konkurrenz für traditionelle Uhren darstellen könnten. Wenngleich sie andere Funktionen erfüllen und aus ganz anderen Gründen getragen werden, wird kaum jemand sowohl eine Smartwatch als auch eine Armbanduhr tragen. Abzuwarten bleibt, ob die Erfahrung des Unternehmens als Uhrenhersteller sich in dem eigenen Produkt vorteilhaft widerspiegeln wird.

Quelle: Bloomberg via Computer World