So funktioniert ein virtueller PC - Leg los!

Marco Kratzenberg

Ein virtueller PC bietet eine Menge Vorteile, wenn man an seinem Computer etwas testen will, das unter normalen Umständen gefährlich sein könnte. Dabei wird ein künstlicher PC im PC aufgebaut, bei dem selbst dessen Zerstörung keinen Einfluss auf den Rest des Systems hat.

So funktioniert ein virtueller PC - Leg los!

In der Computerwelt bedeutet der Begriff virtuell ja so viel wie „so tun als ob“ oder „künstlich etwas nachbauen“. Und genau das trifft auch auf einen virtuellen PC zu. Um diesen zu bauen, schafft man sich auf seinem eigentlichen Rechner erste eine künstliche Welt, einen abgeschlossenen Bereich innerhalb der realen Computerumgebung. Zu diesem Zweck nutzt man sogenannte Virtualisierungs-Programme.

Ein virtueller PC nach Maß

Das Gute an einem virtuellen PC ist, dass er isoliert existiert und keine Aktion innerhalb seiner Grenzen dem Computer schaden kann, auf dem er läuft. Um einen virtuellen PC zu schaffen, nutzt man ein kostenloses Programm wie VirtualBox. Kombiniert mit dem ebenfalls kostenlosen VirtualBox Oracle VM Extension Pack wird damit auf einem Windows-Rechner ein „nackter Computer“ geschaffen. Es wird gewissermaßen ein Areal vom Arbeitscomputer abgegrenzt, das alle Eigenschaften eines PC ohne Betriebssystem hat.

Nach dem Start kann ein virtueller PC nichts. Er besteht im Grunde aus einer leeren Festplatte, einem CD-Laufwerk, Tastatur, Maus, USB-Anschluss und Netzwerkanschluss. Um damit arbeiten zu können, muss man genau dasselbe machen, was man bei einem x-beliebigen PC ohne Betriebssystem machen muss - ein Betriebssystem installieren. Also sollte man sich vorher nicht nur überlegt haben, was man als System installieren will, sondern man sollte sich auch eine Installations-CD bereitlegen. Während der Erstellung des virtuellen PCs entscheidet man bei VirtualBox, welche Art von Betriebssystem man nutzen will. Also beispielsweise ein Linux-System oder Windows XP. Danach wählt die Anwendung die Systemvoraussetzungen aus, unter denen der virtuelle PC später laufen wird.

Welche Vorteile und welchen Sinn hat ein virtueller PC?

Nun kann man sich natürlich fragen „Ich habe doch meinen Windows-PC? Warum sollte ich darauf noch einen Windows-PC emulieren?“. Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten. In erster Linie geht es darum, dass man eine künstliche, völlig in sich abgeschlossene Welt schaffen kann, aus der nichts herauskommt, das unserem Arbeitsrechner schaden kann! In dieser künstlichen Umgebung können wir fast so arbeiten, wie auf einem ganz normalen Computer. Aber wenn wir uns dort einen Virus einfangen, dann ist der weg, sobald wir die virtuelle Maschine ausschalten. Wir haben vom virtuellen PC normalerweise keinerlei Zugriff auf die Laufwerke des echten Computers. Alles ist abgeschlossen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich künstliche Testumgebungen schaffen kann. Ein virtueller PC kann auf den verschiedensten Betriebssystemen laufen und so können wir in wenigen Augenblicken zwischen einem Computer mit Windows XP, Vista oder einem Linux umschalten. Außerdem kann so ein virtueller PC immer bei Null beginnen. Solange wir die Aktionen und Änderungen der letzten Sitzung nicht speichern (was möglich ist), befinden wir uns immer auf dem Status eines frisch installierten Computers. Der Browser hat keinerlei gespeicherte Daten, es gibt keine verräterischen Spuren und alle zuletzt angelegten Daten sind wieder verschwunden. Selbst für Otto Normaluser ist so ein virtueller Computer nützlich. Und sei es nur, um die Kids am Computer spielen zu lassen, ohne dass sie etwas kaputt machen können.

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