Mehr Sicherheit: WhatsApp verschlüsselt iCloud-Backups

Florian Matthey 1

Die Kommunikation über WhatsApp erfolgt seit einiger Zeit verschlüsselt. Dies trifft auch auf die auf einem iPhone gespeicherten WhatsApp-Daten zu. Wie sich erst jetzt rausstellt, verschlüsselt WhatsApp sogar iCloud-Backups.

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WhatsApp-Kommunikation und iPhone-Daten sind vergleichsweise sicher

Wer seine Daten und Kommunikation vor Zugriffen Dritter und durch den Staat schützen will, fährt mit WhatsApp relativ sicher: Zwischen einzelnen Benutzern gibt es seit einiger Zeit eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass auch der Messaging-Betreiber selbst die Daten nicht auslesen kann. Das ist vor allem wichtig, damit staatliche Stellen WhatsApp nicht dazu zwingen können, Inhalte von Kommunikation weiterzugeben.

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Auch die auf einem iPhone gespeicherten Daten der WhatsApp-App selbst sind vor unbefugten und staatlichen Zugriffen relativ sicher: Der gerade gestern wieder in die Schlagzeilen gekommene Fall um das iPhone des San-Bernardino-Attentäters, das das FBI nur mit einem großen (finanziellen) Aufwand auslesen konnte, lässt grüßen. Sowohl WhatsApp als auch Apple weigern sich bekanntlich, „Backdoors“ oder Hintertüren in ihre Systeme einzubauen, die staatlichen Stellen Zugriffen erlauben würden, aber auch missbraucht werden könnten.

iCloud-Backup war Schwachstelle – bisher

Als Schwachstelle galt bislang allerdings das iCloud-Backup: Hier ist es Apple sehr wohl möglich, die Daten auszulesen, und nach einer gerichtlichen Anordnung tut Apple dies gelegentlich im Rahmen von Strafverfahren auch. Beispielsweise auch in dem Fall des San-Bernardino-Attentats. Wie sich jetzt herausstellt, kann Apple auf diesem Wege aber eben nicht auf den Inhalt von WhatsApp-Daten zugreifen.

Ein Unternehmen namens Oxygen Forensics, das das Knacken von Verschlüsselungen als Dienstleistung für staatliche Stellen anbietet, erklärte kürzlich, wie es WhatsApp-Daten aus iCloud-Backups auslesen kann: Hierfür sei der physische Zugriff auf die SIM-Karte mit der bei WhatsApp angemeldeten Telefonnummer nötig – eine Voraussetzung, die Strafverfolgungsbehörden nach dem Sicherstellen eines Handys durchaus erfüllen können. Mit dem Verifzierungs-Code, den WhatsApp an diese Telefonnummer sendet, kann Oxygen Forensics eigenen Angaben zufolge den Schlüssel für die iCloud-Backup-Daten generieren.

WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos

Dass dieser Schritt überhaupt nötig ist, zeigt, dass WhatsApp iCloud-Backup-Daten mittlerweile verschlüsselt. Dies hat das Unternehmen gegenüber TechCrunch auch bestätigt: Die Backup-Dateien im iCloud-Backup seien seit Ende letzten Jahres verschlüsselt. Wer sich um die Sicherheit seiner Daten sorgt, kann sich bei einem erfolgten iCloud-Backup also jetzt etwas weniger Sorgen machen – ganz so sicher wie ein Verbleiben der Daten auf dem iPhone selbst und einem verschlüsselten Backup über iTunes ist dies aber natürlich nicht.

Quelle: TechCrunch

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