Facebook übernimmt WhatsApp: 5 Fragen, 5 Antworten (2. Seite)

Sebastian Trepesch 41

4. Was passiert mit meinen Nutzerdaten?

Tja, falls du bisher Facebook deine Handynummer nicht verraten wolltest – spätestens jetzt ist sie im Hause Facebook Inc. hinterlegt. Aktuell werden die beiden Dienste noch recht eigenständig laufen, und auch die Entwickler-Teams arbeiten getrennt (das WhatsApp-Team bleibt laut Zuckerberg in Mountain View). Doch es liegt natürlich nahe, alle möglichen Informationen eines Nutzers in einigen Monaten oder Jahren zusammenzulegen – zumindest mit Zustimmung des Nutzers.

Zunächst sind deine Nutzerdaten so (un)sicher, wie sie bei WhatsApp und Facebook eben sind. Und sie werden vom Unternehmen so genutzt, wie sie aktuell genutzt werden (also bei Facebook z.B. für Werbung).

 

5. Wenn sich nichts ändert – warum hat Facebook WhatsApp übernommen?

Die unglaubliche Summe von insgesamt 19 Milliarden US-Dollar wird für Facebook fällig. Auf schnelle Gewinne kann das Portal nicht aus sein, der Betrag muss erst einmal erwirtschaftet werden. Werbung und eine höhere Jahresgebühr für WhatsApp könnten das beschleunigen – hoffen wir, dass Facebook nicht doch in Versuchung kommt, an diesen Stellschrauben zu drehen.

Was verspricht sich Facebook dann, wenn nicht Geld? Nun, eine Nutzerschaft von einer halben Milliarde Menschen bekommt man nicht so schnell zusammen – und da ist WhatsApp bald angelangt.
Mit dem Kauf ist Zuckerberg potentieller Konkurrenz zuvorkommen. Vielleicht ist der größte Wert von WhatsApp für Facebook, dass Google, Apple, Amazon und Co den Messenger nicht mehr kaufen können. Vor sechs Monaten wandte sich Google bereits an WhatsApp mit dem Wunsch, bei Übernahmegesprächen informiert zu werden. WhatsApp lehnte ab.

 

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Das können andere Messenger besser als WhatsApp.

Fazit & die Bonusfrage: Soll ich zu einer Alternative wechseln?

WhatsApp Facebook-Übernahme
Für uns Nutzer ändert sich (angeblich) nichts. Viele Nutzer werden sich dennoch fragen: Soll ich von WhatsApp auf eine Alternative wie zum Beispiel Threema umsteigen? Wer bisher mit der Jahresgebühr und der (Un)Sicherheit von WhatsApp klargekommen ist, kann auch weiterhin dabei bleiben. Wer Facebook hasst und dort schon keine persönlichen Daten offerieren wollte, der muss sich nicht sofort, aber mittelfristig nach einer Alternative umschauen. WhatsApp verknüpfte Menschen, war ein simpler Chatdienst. Facebook verarbeitet Nutzerdaten. Ob und was Facebook mit den Informationen von WhatsApp anstellen könnte und will, ist aktuell noch ungewiss.

Viele haben alle Daten, die sie WhatsApp anvertraut haben, auch Facebook übermittelt – und noch viele, viele mehr. Für diese Facebook-Nutzer ist ein Wechsel zu einer WhatsApp-Alternative dahingehend sinnlos. Für andere sollte es eine Überlegung wert sein.

Bedenkenswert finde ich an dem Deal, dass unsere ganzen persönlichen Daten und Kommunikation, Bits, Bytes und Hardware, in die Hände weniger Konzerne fällt. An erster Stelle zu nennen: Facebook, Google, Apple, Amazon.

Und daran wird sich zukünftig nichts ändern. Im Gegenteil.

Die nächste WhatsApp-Alternative wird Google aufkaufen.

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