WhatsApp: Testversion läuft aus - Vorsicht Falle!

Selim Baykara

Im Moment macht eine E-Mail die Runde, nach der angeblich die installierte WhatsApp-Testversion ausläuft. Um das zu verhindern, müsse man die Zahlungsinformationen per Online-Formular bestätigen. Eigentlich ist WhatsApp ja kostenlos – genau deswegen sind viele Nutzer im Moment auch verunsichert: Was steckt hinter der angeblichen WhatsApp-Testversion? Wir klären auf.

Video: WhatsApp-Phishing

WhatsApp Phishing.

WhatsApp ist der mit Abstand beliebteste Messenger-Dienst und heute auf so gut wie jedem Smartphone installiert. Das sorgt für eine gigantische Nutzerzahl und verleitet natürlich auch Trickbetrüger und Online-Kriminelle dazu, ihr Glück auf WhatsApp zu versuchen. In der Vergangenheit war die Messenger-App immer wieder Ziel von Phishing-Attacken, gezielten Falschmeldungen und ähnlichen Betrugsversuchen. In das gleiche Muster fällt eine neue E-Mail, die derzeit die Runde macht: Demnach müssten Nutzer von WhatsApp einen Geldbetrag zahlen, um zu verhindern, dass das Test-Abonnement der App ablaufe.

WhatsApp Testversion Phishing

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WhatsApp-Testversion läuft ab: Achtung Phishing!

Hierbei handelt es sich natürlich um Betrug. WhatsApp selbst verfügt über keine Testversion, außerdem fallen auch keine versteckten Kosten für die Nutzung von WhatsApp an. In der Vergangenheit musste man pro Jahr 89 Cent zahlen, um die App zu nutzen, später war diese Gebühr nach dem ersten Jahr fällig. Seit Anfang 2016 ist WhatsApp aber vollständig kostenlos. Dennoch behaupten Betrüger immer wieder, dass WhatsApp in Zukunft kostenpflichtig wird – bei der großen Anzahl an Nutzern gibt es wohl immer noch ein paar Leute, die darauf hereinfallen.

Im Fall der vorliegenden Phishing-Mail wird der Nutzer dazu aufgefordert, 0,99 US-Dollar auf ein Konto zu zahlen, um das Abonnement für ein Jahr zu verlängern. Konkret heißt es in der Mail:

Sehr geehrter Kunde,
Diese Nachricht ist, dass Sie Ihre kostenlose Testversion Abonnement zu benachrichtigen ist abgelaufen ,gibt es eine jährliche Abo-Gebühr von 0,99 USD $. Sie müssen Ihre Zahlungsinformationen bestätigen Bitte beachten Sie, dass Ihr Abonnement Ihre Telefonnummer registriert ist Wenn Ihre Zahlung nicht empfangen wird innerhalb von 24 Stunden, wird Ihr Konto gelöscht.aktualisieren Sie Ihre Zahlungsdetails hier

Klickt man auf den beigefügten Link, gelangt man zu einer nachgebauten Seite, auf der man seine Kreditkarten-Informationen eingeben soll. Vom Aussehen ist diese Seite dem WhatsApp-Messenger nachempfunden, es handelt sich allerdings um eine Fälschung – gebt ihr hier irgendwelche Daten ein, landen diese anschließend direkt bei den Betrügern.

WhatsApp Messenger Zahlungsinformationen

Wenn ihr diese Mail erhaltet, solltet ihr wie folgt vorgehen:

  • Die Mail nicht öffnen und sofort löschen.
  • Immer auf den Absender und die URL des Links achten und nach verdächtigen Abweichungen suchen.
  • Keinesfalls irgendwelche Daten eingeben.
  • In Zukunft aufpassen, wo ihr eure Kontaktdaten (E-Mail-Adresse, etc.) im Netz preisgebt.

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Phishing auf WhatsApp und Co. – so erkennt ihr den Betrug

Im Unterschied zu anderen Betrugsnachrichten ist der Betrug mit der WhatsApp-Testversion relativ leicht an der extrem schlechten Grammatik und den unbeholfenen Formulierungen zu erkennen. Leider werden die Betrüger immer schlauer, was zur Folge hat, dass solche offensichtlichen Betrugsversuche immer seltener werden. Falls ihr verdächtige Mails erhaltet, könnt ihr mögliche Angriffe von Cyber-Kriminellen dennoch an einigen Indizien erkennen:

  • Betrüger sprechen den Empfänger oft nicht mit dem Namen, sondern einer allgemeinen Bezeichnung (z.B. Kunde) an.
  • Das Gegenteil beweist aber nicht, dass es sich um eine echte Mail handelt.
  • Schlechtes Deutsch und Rechtschreibfehler deuten darauf hin, dass die Nachricht mit einem automatischen Übersetzungs-Programm übersetzt wurde.
  • Oft wird durch eine knappe Frist und der Androhung ernster Konsequenzen zusätzlicher Druck auf den Empfänger aufgebaut.
  • Meist werden die Empfänger dazu aufgefordert, auf einen Link zu klicken und danach ihre persönlichen Informationen (Kontonummer, Kreditkarten-Nummer, etc.) zu übermitteln.

Unternehmen wie WhatsApp, Facebook, Amazon, eBay und Co. verschicken generell nie irgendwelche Aufforderungen an ihre Kunden, Geld zu überweisen. Falls ihr eine entsprechende Meldung erhaltet, könnt ihr also fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um Phishing handelt. Wenn ihr euch unsicher seid, solltet ihr in jedem Fall die Webseite des entsprechenden Unternehmens besuchen und dort überprüfen, ob irgendwelche Änderungen an den Geschäftsbedingungen anstehen.

Ein Beispiel für eine neuartige Betrugsmasche, die nicht so leicht zu durchschauen ist, sind die Mails der Online-Pay-AG bzw. GiroPay-AG. Auf GIGA.de informieren wir euch daher ebenfalls immer über aktuelle Betrugsversuche, Hoaxes und Phishing-Attacken.

via mimikama

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