Was taugt die WhatsApp Verschlüsselung?

Marco Kratzenberg

Immer wieder gibt es Fragen nach einer WhatsApp Verschlüsselung. Tatsächlich ist eine WhatsApp-Verschlüsselung eongebaut, doch gibt es an ihrer Wirksamkeit Zweifel. Wir klären auf…

Dass es mit der WhatsApp Verschlüsselung nicht weit her ist, darüber sind sich alle Experten einig. Wer den Dienst nicht wechseln will oder kann, dem bleibt eigentlich nur die Option der Vorverschlüsselung. Dabei wird die Nachricht mit einer Verschlüsselung behandelt, bevor sie mit WhatsApp versendet wird. Auf der anderen Seite muss man sie dann wieder entschlüsseln.

WhatsApp Verschlüsselung nachrüsten?

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Das können andere Messenger besser als WhatsApp

Generell ist jeder WhatsApp User erst einmal in derselben Lage. Die WhatsApp Verschlüsselung ist unsicher und kann von Spezialisten vermutlich gelesen werden. Doch vorher müssen diese Spezialisten auch noch in der Lage sein, die Nachrichten überhaupt abzufangen. Die meisten von uns werden also nicht sofort nach einer WhatsApp Alternative suchen, sondern dieses Problem als gar nicht so wichtig erachten.

Sicherlich sollte man WhatsApp nicht für die Verteilung von Geschäftsgeheimnissen oder konspirative, terroristische Verschwörungen nutzen. Denn man muss nicht einmal Kenntnisse über die WhatsApp Verschlüsselung haben, um die Nachrichten auf einem gestohlenen Handy zu lesen. Doch für die meisten der rund eine halbe Milliarde WhatsApp-User dient die App nur dazu, sich kleine, eher unwichtige Nachrichten und Bilder zu schicken. Wenn die jemand lesen kann, sind sie meist eher peinlich, als sicherheitsrelevant.

Trotzdem haben mittlerweile eine Menge Menschen zu Messengern mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung gewechselt, die WhatsApp leider nicht bietet. Wer aber bei WhatsApp bleiben und trotzdem seine Nachrichten wirkungsvoll verschlüsseln will, der braucht Apps wie TXTcrypt und muss immer wieder Zwischenschritte einlegen.

Die kostenlose, werbefinanzierte App bietet eine Verschlüsselung bis zu 64-Bit, abhängig von der Länge des benutzten Passwortes. Sie ist einfach zu bedienen, aber dennoch umständlich im Chat zu verwenden. Denn sowohl Sender wie Empfänger müssen die App und sich vorher auf ein Passwort verständigt haben.

Dann schreibt man seine Nachricht in der App und verschlüsselt sie mit dem Passwort. Dann wird die Nachricht kopiert und in WhatsApp wieder eingefügt. Nach dem Versenden kommt sie verschlüsselt beim Empfänger an, der sie nun seinerseits kopieren und in TXTcrypt einfügen muss. Dort kann er sie mit dem Passwort verschlüsseln und lesen. Zur Beantwortung wird dann die ganze Prozedur wieder notwendig.

Das bringt eine nachträgliche WhatsApp Verschlüsselung, die sogar gegen einen Handy-Diebstahl gefeit ist. Generell hat diese App aber denselben Fehler wie WhatsApp selbst: Für alle Nachrichten wird derselbe Schlüssel verwendet. Kann man auf mehrere zugreifen, ist eventuell eine Entschlüsselung möglich.

Alternativen zur WhatsApp Verschlüsselung

Solange der Hersteller keine bessere WhatsApp Verschlüsselung einbaut, kann man nur zu einer Alternative wie etwa Threema wechseln, wenn es wirklich auf die Sicherheit bei einem Handychat ankommt. Bei einem speziellen Vergleichstest erhielt Threema in Punkto Sicherheit den ersten Platz. Insbesondere die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung konnte überzeugen. Die WhatsApp Verschlüsselung landete auf dem letzten Platz.

Es wird also Zeit, dass WhatsApp hinsichtlich der Verschlüsselung nachrüstet. Mit einigen Programmen kann man sogar die Nachrichten auf Mac und PC vom Handy ziehen und sie dort im Klartext lesen. Nur eine saubere Verschlüsselung von Ende zu Ende, ohne jegliche Zwischenstationen mit Klartextdarstellung, sorgt für eine zeitgemäße Datensicherheit. Wobei einige Pessimisten sogar glauben, dass WhatsApp-Besitzer Facebook gar nicht an einer Verschlüsselung gelegen sein kann. Schließlich wurde bereits bekannt, dass Facebook-Chats automatisiert auf bestimmte Wörter durchsucht werden und auch WhatsApp Chats beinhalten sicherlich genügend Stoff für „personalisierte Werbung“.

Bleibt nur zu hoffen, dass es wenigstens bei Threema bei einer einmaligen Zahlung bleibt. Denn anfangs sollte ja auch WhatsApp lebenslang kostenlos bleiben und wurde dann in ein Abo-Modell umgewandelt.

 TXTcrypt Download

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden.

 Threema Download

Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 3,49 €
Threema
Entwickler: Threema GmbH
Preis: 2,99 €

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