Windows 10 S eine „Upgrade-Falle für günstige PCs“?

Peter Hryciuk 1

Windows-10-S-Betriebssystem-Titel

Microsoft hat nämlich bereits gestern angekündigt, das Hersteller wie Acer, Asus, Dell, Fujitsu, HP, Samsung und Toshiba günstige Windows-10-S-Geräte zu Preisen von ab 189 US-Dollar auf den Markt bringen werden. Das Upgrade auf Windows 10 Pro ist in diesem Jahr noch kostenlos. Danach fallen um die 50 US-Dollar an, wenn man ein Programm installieren möchte, das nicht im Windows Store verfügbar ist – und dort ist nun einmal nicht viel verfügbar. Zum Arbeiten legt Microsoft Office 365 für ein Jahr kostenlos bei, doch das wird vielen Nutzern nicht reichen – selbst auf Schulen und im Studium könnte das zu wenig sein, wenn spezielle Tools zum Programmieren nicht über den Windows Store erhältlich sind.

Ein weiterer Punkt sind die Preise im Windows Store. Dort gibt es keinen Spielraum, kaum Rabatte und demnach viel höhere Preise als im Einzelhandel. Nicht umsonst gibt es viel Widerstand aus der Steam-Gemeinde oder von Unternehmen, die nicht bereit sind, für Software die unverbindliche Preisempfehlung zu zahlen, obwohl die Programme bei anderen Händlern eventuell bereits um 50 Prozent gefallen sind. Es muss also mehr Bewegung in den Windows Store.

Windows 10 hilft Schülern beim Lesen lernen.

Im Endeffekt könnte Windows 10 S für viele Nutzer zur Update-Falle mit zusätzlichen Kosten werden, die bei der Anschaffung nicht bedacht wurden. Das Geld, das durch den günstigen Anschaffungspreis der Hardware gespart wurde, könnte für die „Freischaltung“ von Windows 10 Pro draufgehen. Hersteller und Microsoft müssen aufklären, was es mit Windows 10 S auf sich hat und wo die Einschränkungen liegen. Auf der Produktseite des Surface Laptop werden etwa groß die Vorteile angepriesen, die Nachteile werden aber nicht direkt aufgezeigt. Wenn sich jemand nicht mit Windows 10 und dem Windows Store auskennt, könnte er damit eine ähnlich böse Überraschung erleben, wie es damals bei Windows RT der Fall war.

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Kann Windows 10 S funktionieren?

Es besteht durchaus die Chance, dass Windows 10 S als Betriebssystem überleben kann. Microsoft muss den Windows Store aber massiv ausbauen, mehr Leben mit Preisaktionen und Rabatten reinbringen und die Hersteller dürfen den Markt mit günstigen Windows-10-S-Produkten nicht sofort überfluten. Windows 10 S reicht für die meisten Nutzer vom Funktionsumfang aus – und wer mehr braucht, kann auf Windows 10 Pro upgraden. Microsoft beginnt zwar zunächst mit Schulen, das größere Ziel könnte aber tatsächlich ein Windows 10 werden, das nur noch Apps aus dem Windows Store erlaubt.

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