Windows 10 sucht auf dem PC nach illegalen Programmen und Software-Piraterie – Deaktivieren?

Robert Schanze 14

Aus dem neuen Microsoft-Servicevertrag geht hervor, dass Windows 10 wohl auch nach illegaler Software und Hardware auf dem eigenen PC sucht und diese deaktivieren kann. Stimmt das? Und falls ja stellt sich die Frage, ob man das Suchen nach Software-Piraterie in Windows 10 auch deaktivieren kann.

10 reasons to upgrade to Windows 10 - Security.

Windows 10 soll besonders sicher sein – etwa durch Funktionen wie dem Login durch Windows Hello oder den umstrittenen Zwangs-Updates als Teil von Windows as a Service. Schaut man sich aber die Datenschutz-Einstellungen genauer an oder den aktualisierten Microsoft-Servicevertrag, könnten manche kein besonders sicheres Gefühl dabei bekommen.

Windows 10 sucht auf dem PC nach illegalen Programmen und Software-Piraterie

Der aktuelle Microsoft-Servicevertrag tritt am 1. August 2015 in Kraft und enthält Bestimmungen für die „Nutzung der Verbraucherprodukte und Websites von Microsoft“. Darunter fällt neben Diensten wie Cortana, Bing, Office 365, Office Online, Outlook.com, Skype, Xbox Live auch Windows 10.

In Absatz 7.b. heißt es im Servicevertrag, dass Microsoft die Version einer Software automatisch überprüfen darf, damit Updates und Konfigurationen kostenlos heruntergeladen werden können. Das sei die Voraussetzung dafür, dass „wir die Dienste bereitstellen können, die Sie am Zugriff auf die Dienste, am Spielen von gefälschten Spielen oder an der Nutzung unerlaubter Hardware-Peripheriegeräte hindern, aktualisieren, verbessern und weiterentwickeln können.“

Microsoft drückt sich hier in einem sehr schlechten und missverständlichen Deutsch aus, wodurch viele Interpretationen möglich sind – etwa, dass Microsoft Dienste bereitstellt, die euch am Ausführen von gefälschten Spielen oder unerlaubter Hardware hindern. Demnach würde Windows 10 nach der Identifizierung von Software-Piraterie, also illegal erworbenen Programmen, zugehörige Programme deaktivieren können. Gleiches würde etwa für den Einsatz von Xbox-ähnlichen Controllern gelten, die nicht original von Microsoft stammen.

Ob Microsoft sich hier absichtlich so schwammig ausgedrückt hat, ist unklar. Die Frage ist aber, ob sich die Suche nach illegalen Programmen in Windows 10 deaktivieren lässt, sofern die obige Interpretation zutrifft – und zwar nicht, weil Software-Piraterie begünstigt werden soll, sondern weil es manche stören könnte, dass Microsoft nach den obigen Erklärungen sich anscheinend das Recht heraus nimmt, den PC zu durchsuchen und zu bestimmen, was installiert und genutzt werden darf und was nicht. Stichwort digitale Menschenrechte, die es leider noch immer nicht in klarer und geltender Form gibt.

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Windows 10: Suche nach illegalen Programmen deaktivieren?

Wer nun denkt, dass man den Bestimmungen einfach nicht zustimmen muss, um ihnen zu entgehen, irrt. Laut Servicevertrag stimmt ihr diesem automatisch zu, falls ihr bereits ein Microsoft-Konto nutzt – und das ist zwingend erforderlich, um Schlüsselfunktionen in Windows 10 zu nutzen wie Cortana oder den Windows Store. Auch sollen die Bestimmungen gelten, wenn ihr ein Skype-Konto erstellt habt oder etwa oben beschriebene Microsoft-Dienste nutzt.

Zwar gibt es bereits kostenlose Tools wie DoNotSpy10 und Remove Windows 10 Spying Features, die versprechen, das Nutzer-Tracking und Spionage in Windows 10 zu deaktivieren, allerdings ist unklar, ob sich das auch auf das Durchsuchen und Abgleichen von Software-Versionen bezieht. Falls ja, ist weiterhin unklar, welche langfristigen Folgen solche tiefen Eingriffe in das Betriebssystem haben.

Wer sich unsicher ist, ob Windows 10 das Thema Datenschutz nutzerfreundlich und ordentlich behandelt, kann ein Windows-10-Downgrade durchführen und vorerst bei einem älteren Windows-Betriebssystem bleiben.

Was haltet ihr von der Namensänderung von Windows 9 auf Windows 10?

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