Withings Blutdruckmessgerät für iPhone und iPad: Testbericht

Sven Kaulfuss 13

Bluthochdruck: Eine Volkskrankheit unter der immer mehr Menschen leiden, oftmals ohne es zu wissen. Gewissheit schafft meist ein routinemäßiger Arztbesuch oder aber auch ein schlichter Produkttest zum Withings Blutdruckmessgerät – wie in diesem Fall.

Withings Blutdruckmessgerät für iPhone und iPad: Testbericht

Die Kontrolle des Blutdrucks obliegt in den meisten Fällen dem behandelnden Hausarzt, dennoch gibt es viele Fälle, in denen der Patient sich selbst zu helfen weiß, beziehungsweise aufgrund seines Krankheitsbildes die regelmäßige Messung eigenhändig vornehmen muss. Mit dem gelingt dies fortan auch mit dem iPhone, iPad oder iPod touch.

Lieferumfang: Was ist in der Box?

Im weißen Pappwürfel findet sich außer der schicken Manschette in weiß mit grünem Innenfutter kein weiteres Zubehör oder gar eine Anleitung. Eine solche findet sich dagegen praktischerweise direkt auf der Verpackung aufgedruckt.

Die Manschette beinhaltet Platz für insgesamt vier AAA-Batterien. Diese werden zwangsweise benötigt, denn der Dock-Connector für das iOS-Gerät dient allein der Steuerung. Ein erster Satz an Stromspendern (Duracell) befindet sich schon vorinstalliert. Für den Wechsel bedarf es eines Geldstücks um die Klappe zu lösen – ähnlich wie vom Apple Wireless Keyboard oder den früheren MacBooks bekannt. Über die Ausdauer kann ich leider keine zuverlässige Aussage treffen, dennoch, nach mehreren Messungen bescheinigt die App des Withings Blutdruckmessgerät immer noch eine hundertprozentige Ladekapazität. Ein echter Batteriefresser scheint der medizinische Helfer daher wohl nicht zu sein.

GIGA Mac Tech Folge 2.

Das Withings Blutdruckmessgerät in der zweiten Folge von GIGA Mac Tech (ab Minute 10:48).

Messung: Wie funktioniert dies überhaupt?

Zunächst gilt es sich die kostenlose aus dem App Store zu laden. Wie der Name verrät, findet diese nicht nur beim Blutdruckmessgerät von Withings Anwendung, sondern wird ferner für die WiFi-Personenwaage aus gleichem Hause benötigt. Die App setzt übrigens lediglich iOS 3.0 voraus. Ebenso erfreulich: Sämtliche iPhones, iPod touchs und iPads sind mit dem Withings Blutdruckmessgerät kompatibel – auch ältere Gerätschaften sind somit problemlos einsatzbar.

Im Gegensatz zur bereits erwähnte Waage, erfolgt die Verbindung zum iOS-Gerät zwangsweise per Dock-Connector-Kabel – eine kabellose Verbindung ist daher nicht möglich. Nach dem Anschluss startet automatisch die App. Wer seine Messungen archivieren und weitergeben möchte, der sollte sich nun ein kostenfreies Benutzerkonto bei Withings anlegen, später sind aber auch noch anonymisierte Messungen möglich. Ebenso vermag die App auch die Messungen von mehren Personen zu verwalten – ein jeweiliges Benutzerkonto vorausgesetzt.

Bevor die erste Messung startet, informiert die App mit mehreren bebilderten Hinweisen über die richtige Verwendung: Korrekte Anbringung der Manschette (am Oberarm), Lage des Arms, Ruhepause etc. Hat man all diese befolgt, drückt man kurzentschlossen auf „Start“ und schon beginnt sich die Manschette „aufzublasen“ und den Arm abzuschnüren. Ist der Maximalwert erreicht, entweicht die Luft und die Messwerte (systolischer und diastolischer Blutdruck plus Herzfrequenz) werden angegeben und können in der App übernommen werden. Bei einer Fehlmessung verweist die App auf Wunsch auf die zuvor gezeigten Hilfestellungen und führt die Messung erneut durch.

Apropos: Die App ermöglicht für eine höhere Genauigkeit ferner eine Dreifachmessung mit Ermittlung des Durchschnittswertes.

Die ermittelten Werte werden zunächst grafisch über die jeweiligen Messzeiträume dargestellt. Mit einem Fingertipp erfährt der Anwender mehr zu seinen Einzelwerten inklusive der Gegenüberstellung mit einer Wertetabelle (Ampelsystem) um die eigenen Daten auch einordnen zu können. Bei mir zeigt sich das Grauen in Form einer regelrechten Rot-Lawine: Sowohl der systolische, als auch der diastolische Blutdruck sind weit über der Norm – ein Arztbesuch demnach angebracht um die geeignete Behandlung zu erfahren. Wer es lieber akribisch mag, kann sich ebenso alle Werte in Tabellenform präsentieren lassen. Doch die App bietet noch mehr als die reine Archivierung der Messdaten.

Extras: Welche Funktionen gibt es noch?

Zahlreiche Informationen zum Thema Blutdruck und Messung finden sich in der deutschsprachigen FAQ. Die Dokumentation hingegen liegt nur in englischer Sprache vor. Beide sind mit einem Fingertipp in der App erreichbar. Praktisch ist die Option die eigenen Werte mit anderen Withings-Nutzern zu teilen, so können beispielsweise sorgsame Eltern stets einen Blick riskieren. Sinnvoll ist auch die Möglichkeit, die Daten per CSV-Datei über E-Mail – zum Beispiel an den eigenen Arzt – zu versenden. Wer dies nicht für jede Messung tun möchte, kann auf der Website des Anbieters über sein Online-Konto einen Link generieren und versenden, der es ermöglicht, dass der Arzt die Blutdruckwerte in Echtzeit verfolgen kann.

Gleichfalls möglich: Die Synchronisation der Werte mit GoogleHealth oder Microsoft HealtVault.

Vorteile:
+ einfache Handhabung und Erklärungen in der App
+ schickes Design
+ umfangreiche Optionen zur Datenweitergabe
+ recht genaue Messung

Nachteile:
– Manschette etwas schwer
– gegenüber Alternativen (iHealth) im oberen Preissegment angesiedelt

Fazit

Das Withings Blutdruckmessgerät für iPhone und iPad zeigt eindrucksvoll, dass besagte Apple-Gadgets zu mehr taugen als nur zum allgemeinen Zeitvertreib. Die recht genauen Messungen ermöglichen eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks und – viel wichtiger – eine chronologische Archivierung und Weitergabe der ermittelten Werte.

Negativ anmerken müssen wir andererseits das verhältnismäßig hohe Gewicht der Manschette (aufgrund des integrierten Batteriefaches) und den höheren Preis gegenüber der Alternative von iHealth.

Alternativen
• iHealth

Withings Blutdruckmessgerät
Hersteller: Withings
Abmessungen: 15 x 14 x 10 cm
Gewicht: 600 Gramm (ohne Batterien)
Preis:

Wertung: 4 von 5 Sternen

Das Testgerät wurde freundlicherweise von Cyberport zur Verfügung gestellt.

Hinweis: Mittlerweile werden Geräte von Withings unter Nokia vermarktet, da die Finnen die französische Firma  übernommen haben.

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