Fußball-Wetten im Internet: legal oder doch nicht?

Martin Maciej

Fußball-Experten tippen seit jeher auf Ergebnisse einzelner Spiele oder gar einfache Ereignisse im Spiel wie die erste gelbe Karte oder die Frage, ob das Spiel gerade oder ungerade ausgeht. Besonders im Netz ist die Fußball-Wette schnell durchgeführt, immerhin reichen hier wenige Klicks, um die Wette abzuschicken. Zudem sieht man nicht, wie das eigene Geld aus der Tasche fließt, schließlich kann bei einzelnen Wettanbieter per Paypal oder Bankeinzug gezahlt werden.

Seit Jahren stellt sich dabei die Frage, ob Fußball-Wetten online überhaupt legal sind. Der Streit, um die Legalität von Online-Wetten zieht sich bereits seit Jahren und auch heute noch stellt die Tippabgabe gegen Geld bei Online-Portalen einen Schritt in eine rechtlich verschwommene Grauzone dar.

Fußball Wetten: Online-Tipps abgeben - Legal oder illegal?

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Mitte Juni trafen sich die Ministerpräsidenten von 16 Bundesländern, um über die Zukunft des Glücksspielstaatsvertrags zu diskutieren. In Deutschland dürfen lediglich Online-Portale Sportwetten im Internet anbieten, die auch eine Konzession dafür besitzen. Bereits heute werden ohne klare Regulierung täglich Millionen Euro bei Sportwettenanbietern von deutschen Spielern umgesetzt, während die Unternehmen selbst jedoch im Ausland sitzen. Bwin hat seinen Sitz etwa in Gibraltar, Tipico und Bet at Home auf Malta und somit fernab vom Zugriff der deutschen Justiz. Derzeit herrscht ein Wettmonopol, schließlich besitzt der Anbieter Oddset, welcher zum Deutschen Lotto- und Totoblock gehört, die einzig gültige Lizenz. Angeboten dürfen die Fußball-Wetten allerdings bislang nur lokal in stationären Annahmestellen und nicht online.

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Bundesliga-Fußball-Wetten im Internet: Rechtslage

Sollten tatsächlich im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags Entscheidungen getroffen werden, die das Angebot für Fußball Wetten im Internet öffnen, bleibt dennoch ein fader Nachgeschmack, der Anbieter weiterhin zur Tätigkeit in der rechtlichen Grauzone verleiten könnte. Der Glücksspielstaatsvertrag sieht vor, dass etwa Ereigniswetten, darunter z. B. Tipps, welches Team die erste gelbe Karte sieht u.ä., aus dem Wettprogramm gestrichen werden. Als Grund wird hierfür ein Angriff auf die „Integrität des Sports“ angeführt. Schließlich könnten solche leicht herbeizuführenden Ereignisse den einen oder anderen Spieler dazu verleiten, seinen Fuß zufällig zur falschen Zeit an der falschen Stelle zu positionieren. Eben diese Ereigniswetten bieten für Online-Wettanbieter allerdings den Zugang zu den großen Geldbörsen der Sportwetter, auch bei der Abgabe der Wetten zur Fußball.

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Sind Fußball-Wetten im Internet legal? Darf man das? Und was kann ich gewinnen?

Das Wettspielmonopol wird mit der Begründung einer Spielsuchtprävention verteidigt. Der Glücksspielstaatsvertrag lässt sich allerdings nicht mit den Bestimmungen des Europäischen Gerichtshofs vereinbaren, so dass hier ein jahrelanger Streit entbrannt ist. Solltet ihr bei Online-Portalen, die im Ausland sitzen, auf Fußball-Spiele wetten, macht ihr euch nach § 285 StGB strafbar – es droth eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder bis zu 6 Monate Haft. Tatsächlich sei allerdings bislang noch niemand, der auf Fußball-Spiele Wetten abgegeben hat oder Bundesliga- und Champions League-Spiele gewettet hat, bestraft oder rechtlich verfolgt worden.

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Da die Wettanbieter im Ausland sitzen, habt ihr allerdings auch keine rechtliche Handhabe gegen diese, sollte es Unstimmigkeiten oder Probleme bei der Auszahlung eines etwaigen Wettgewinns geben. Einen Anspruch auf Zahlung des Gewinns habt ihr somit nicht, was mit dem eingezahlten Geld zur Wette passiert, lässt sich ebenfalls nicht kontrollieren. Insbesondere bei kleineren, unbekannten Anbietern aus exotischen Gebieten, sollte man demnach keine Wetten auf Fußball-Spiele abgeben. Auch wenn ein abschließendes Urteil noch ausbleibt, ist bislang noch kein Kunde, der online Fußball-Wetten, bzw. Sportwetten abgegeben hat, rechtlich belangt worden.

Quellen: Stern.de, RP Online

Artikelbild via ShutterStock

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