Hawk-Eye: Torlinientechnik im Fußball

Martin Maciej

In der Bundesliga-Saison 2014/15 kam es im DFB-Pokalfinale zu einer Premiere im deutschen Fußball. Die Torlinientechnik „Hawk-Eye“ wurde eingeführt. Die Technologie zur Erkennung von Toren im Fußball wurde auch bei der vergangenen Europameisterschaft 2016 eingesetzt und soll auch bei der Fußball-WM 2018 die Frage „Drin oder nicht drin?“ beantworten.

Hawk-Eye: Torlinientechnik im Fußball

Neben der Torlinientechnologie können die Schiedsrichter auch auf den Videobeweis zurückgreifen. In der Bundesliga sorgte die Video-Schiedsrichterassistenten-Technologie (VSA) für hitzige Diskussionen, findet aber im großen Anklang bei Fans und Verantwortlichen.

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Hawk-Eye Fußball: Torlinientechnik - so funktioniert der Videobeweis

Die Torlinientechnologie Hawk-Eye arbeitet kamerabasiert. Bereits seit Jahren wurde die Erkennung im Cricket und Tennis eingesetzt. Für den Fußball wurde Hawk-Eye weiterentwickelt. Sechs bis acht High-Speed-Kameras überwachen den Torraum aus verschiedenen Blickwinkeln. Durch eine Bildverarbeitungssoftware wird die exakte Position des Balles berechnet. Strittige Szenen werden auf einem Monitor gezeigt. Beendet wird die Wiedergabe durch die Meldung, ob der Ball im Tor war oder nicht. Sollte sich der Ball hinter der Torlinie befinden, erhält der Schiedsrichter binnen einer Sekunde ein Vibrations- und Leuchtsignal auf eine Armbanduhr. Der Ball muss die Torlinie dabei in vollem Umfang passiert haben.

Nachteile von Hawk-Eye sind die hohen Anschaffungskosten. Das System wurde bereits bei der FIFA-Klub-WM 2012 und in der englischen Premier League seit der Saison 2013/14 eingesetzt. Der Vertrag mit Hawk-Eye läuft vorerst über drei Jahre.

  • Eine alternative Torlinientechnik findet sich in GoalControl.
  • GoalControl wurde bei der WM 2014 in Brasilien eingesetzt, seinen ersten wichtigen Auftritt hatte die Torlinien-Technik beim 3:0 von Karim Benzema im Spiel von Frankreich gegen Honduras. Die UEFA entschied sich für die Europameisterschaft für den Einsatz von Hawk-Eye. Bereits im Januar 2016 wurde der Einsatz einer Torlinientechnologie beschlossen, die Entscheidung auf Hawk-Eye fiel jedoch erst im April. Auch bei der Frauen-WM 2015 in Kanada setzte man bereits auf Hawk-Eye.

Hawk-Eye: Torlinientechnik in der Bundesliga und bei der EM 2016

Besonders das Pokalfinale 2014 sorgte für Diskussionen, als ein vermeintliches Tor von Mats Hummels für Borussia Dortmund nicht gezählt wurde. Der nicht anerkannte Treffer war letztendlich der Auslöser für die Einführung der bereits lange diskutierten Technologie für die Torerkennung. Im Oktober 2013 wurde die Technologie in Folge des Phantomtores von Stefan Kießling gegen 1899 Hoffenheim noch abgelehnt, es fehlte die notwendige Zweidrittelmehrheit. Bei der letzten, vom FC Bayern angestoßenen Abstimmung im Dezember 2014 stimmten schließlich 15 von 18 Bundesligisten für die Einführung von Hawk-Eye in der Bundesliga.

Die Technologie zur Erkennung von Toren sorgt für eine Entlastung des Schiedsrichters und seiner Assistenten, die ihren Fokus auf Ereignisse auf dem Spielfeld richten können.

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Bei uns findet ihr viele weitere Informationen zu den Regeln und zum Modus der EM 2016.

Bildquellen: Screenshots YouTube und thanawat treetrisit / Shutterstock.com

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