Schiedsrichter werden: Ausbildung zum Spielleiter beim DFB – so geht‘s

Martin Maciej

Nahezu jeder, der in jungen Jahren gegen einen Fußball tritt, schwärmt davon, in die Fußstapfen von Maradona, Matthäus, Messi und Co. zu treten. Nur wenige wünschen sich allerdings, eine Laufbahn als wohl regelmäßig umstrittenste Person auf dem Spielfeld einzuschlagen und Bundesliga-Schiedsrichter zu werden.

Doch es gibt sie, die wenigen Mutigen, die tatsächlich Schiedsrichter werden wollen. Falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, das Geschehen auf dem Platz zu beherrschen und Meister der Gelben und Roten Karten zu werden, erfahrt ihr hier, wie ihr Schiedsrichter werden könnt, welche Ausbildung euch bevor steht und ob ihr überhaupt das passende Alter zum Referee habt.

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So kann man Schiedsrichter werden

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Um Schiri zu werden, müsst ihr nicht lange studieren und endlos Regelwerke pauken. Die Ausbildung zum Referee liegt bei den einzelnen Landesverbänden. In der Regel können bereits Fußballbegeisterte von 12 bis 14 Jahren laut Schiedsrichterordnung des DFB der offizielle Mann auf dem Platz werden. Neben dem Alter gibt es weitere Voraussetzungen für die Schiri-Laufbahn:

  • Mitgliedschaft in einem Fußballverein vorausgesetzt
  • Interesse am Fußball
  • Motivation und Einsatzbereitschaft für mindestens 20 Schiedsrichteransetzungen jährlich
  • Zeit, ein Spiel pro Wochenende/Spieltag zu leiten
  • Weiterbildung an acht bis zwölf Tagen jährlich

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Das Dasein als Schiedsrichter erfordert sowohl die richtige Kenntnis über die aktuellen DFB-Regeln sowie eine hohe Auffassungsgabe. Zusätzlich müsst ihr einige körperliche Anforderungen für die Ausbildung erfüllen.

  • Die Grundzüge der Schiedsrichterausbildung unterscheiden sich von Landesverband zu Landesverband.
  • In der Regel müsst ihr 20 bis 50 Unterrichtsstunden an drei bis 12 Ausbildungstagen hinter euch bringen.
  • Die Fußballregeln werden euch in Lehrgängen im Zeitraum von einer bis sechs Wochen beigebracht.
  • Die Ausbildung wird in der Regel in dafür vorgesehenen regionalen Ausbildungszentren durchgeführt.
  • Die Ausbildung zum Schiedsrichter besteht aus einem schriftlichen und einem Fitness-Teil.
  • Im schriftlichen Part müssen Fragen zur Regelkunde beantwortet werden.
  • Beim körperlichen Teil müsst ihr beweisen, dass ihr mit den Kickern auf dem Platz mithaltet und z. B. bestimmte Strecken in einem gegebenen Zeitrahmen hinter euch bringen.
  • Einige Landesverbände bieten zusätzlich Online-Lehrgänge für Schiedsrichter an, um das Regelwerk regelmäßig daheim verinnerlichen zu können.

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So läuft die Schiedsrichterausbildung

Habt ihr die Grundzüge des Schiedsrichterlebens verinnerlicht, beginnt die Karriere zunächst im Jugend- und teilweise im Seniorenbereich. Besonders in der Anfangsphase werdet ihr dabei von anderen Schiedsrichtern, den „Paten“ begleitet.

Eure Leistungen in den Schirieinsätzen entscheiden über euren Aufstieg. Bei ordentlichen Leistungen könnt ihr in unteren Ligen bereits mehrere Spielklassen innerhalb eines Jahres überspringen, ab der Ebene der Landesverbände müsst ihr je Spielklasse mit einem Einsatzjahr rechnen. Wer es bis zum Bundesliga-Schiedsrichter bringen will, muss daher rund sechs bis acht Jahre als Spielleiter auf dem Platz aufweisen können.

Schiedsrichter werden und Gehalt verdienen

Neben der Autorität, die ihr als Schiedsrichter auf dem Platz innehabt, könnt ihr natürlich auch etwas verdienen.

  • Die Schiedsrichterbekleidung erhält man in der Regel vom Verein.
  • Zusätzlich gibt es je nach Spielklasse eine Aufwandsentschädigung. Das „Gehalt“ für Schiedsrichter sieht dabei so aus:
    • Schülerspiele: 5 €
    • Regionalliga: 30 €
    • 3. Liga: 750 €
    • 2. Bundesliga: 2000 €
    • Bundesliga: 3800 €

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  • Zusätzlich gibt es für Schiedsrichter in der höchsten Spielklasse einen Festbetrag pro Saison zu verdienen:
    • Elite-Klasse (FIFA-Schiedsrichter): 40.000 €
    • FIFA-Schiedsrichter und Schiedsrichter mit mind. 5 Jahren Bundesliga-Erfahrung: 30.000 €
    • Bundesliga-Schiedsrichter: 20.000 €
    • 2. Bundesliga: 15.000 €
    • FIFA-Assistenten: 15.000 €
    • Bundesliga-Assistenten: 10.000 €
    • 2. Bundesliga: 2500 €

Quelle: DFB.de

Bildquellen: Tui-PhotoEngineer, Dziurek

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