YouTube: 4K-Streaming mit Googles VP9-Codec kommt zur CES 2014

Frank Ritter 11

Google startet eine VP9-Offensive. Der konzern-eigene Videocodec soll bereits kommende Woche anlässlich der CES 2014 in Las Vegas in YouTube integriert werden, um ultra-hochauflösende Videos in 4K auszuliefern. Auf diese Weise soll die Menge an zu übertragenden Daten bei zu H.265 vergleichbarer Qualität um etwa die Hälfte reduziert werden können.

4K-Video ist der nächste große Trend im Videobereich. Nicht nur werden immer mehr TV-Geräte verkauft, die über die notwendige Auflösungen verfügen, auch Displays von Smartphones und Tablets durchbrechen verstärkt die Full HD-Barriere und profitieren damit, zumindest theoretisch, von höher auflösendem Content. Überdies können Camcorder und sogar manche Smartphones wie das Samsung Galaxy Note 3 (Test) bereits 4K-Videos aufnehmen. Selbst die zur Verfügung stehenden Breitbandanschlüsse werden im Mittel immer schneller, sodass 4K-Streaming in nächster Zeit wohl deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Kein Wunder also, dass der weltweit wichtigste Anbieter für Streaming-Videos, YouTube, in diesem Bereich große Geschütze auffährt.

Erste Versuche mit 4K-Video gab es bereits, nun will Google mit YouTube aber im großen Stil in die Inhalte mit vierfacher Full HD-Auflösung einsteigen. Zu diesem Zweck wird Google künftig 4K-Content mit seinem VP9-Codec komprimieren und über YouTube ausliefern.

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VP9 ist der in seiner finalen Version auf der Google I/O 2013 vorgestellte quelloffene Videocodec von Google. Im Gegensatz zum weit verbreiteten H.264 soll er bei gleicher Bitrate (sprich: Datenmenge) deutlich bessere optische Qualität als H.264 bringen. Zudem soll die wahrgenommene optische Qualität im Vergleich zu dessen Nachfolger H.265 nahezu dieselbe sein – zumindest wenn man Googles Versprechungen Glauben schenken mag.

Bei Google ist die Rede davon, dass bei VP9 mit 1 % schlechterer Bildqualität 50 % an Daten gegenüber H.265 einsparbar sei. Ob diese Versprechungen mit der Realität Schritt halten können, bleibt abzuwarten – in den Kreisen von Codecenthusiasten werden entsprechende Behauptungen kontrovers diskutiert. Ein lizenzfreier Codec mit einer hohen Bildqualität ist aber allgemein nicht abzulehnen, weswegen man Googles Initiativen im Codec-Bereich nur begrüßen kann.

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Dazu will Google auf der CES auch Hardware-Partnerschaften vorstellen: Nativer VP9-Support soll unter anderem in Chips von ARM, Samsung, Intel, Broadcom, Marvell Toshiba und Sharp integriert sein. 4K-Streaming mit dem VP9-Codec soll auf der CES unter anderem an den Ständen von LG, Panasonic und Sharp gezeigt werden.

Für YouTube bedeutet die Implementierung von VP9 nicht nur, dass 4K-Video öfter zu sehen sein wird, sondern auch, dass regulär komprimierte Inhalte, etwa in 1080p, besser und Lag-freier übertragen werden könnten. Aber auch anderen Codecs wie H.265 will sich Google nicht komplett verschließen, eine entsprechende Option sei für YouTube ebenfalls denkbar. Nähere Informationen gibt es dann zur CES, wir halten euch auf dem Laufenden.

[via Android Authority]

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