AMD macht Druck: Neuer Ryzen 3000-Prozessor steckt Intels Gaming-Flaggschiff in die Tasche

Robert Kohlick

Nachdem Nvidia vor einigen Tagen endlich Freesync-Unterstützung für ihre Grafikkarten ankündigte und dafür großen Applaus erntete, konnte auch AMD auf seiner Präsentation überzeugen. Dabei sorgte vor allem eine Meldung für Gesprächsstoff: die Ankündigung des neuen Ryzen 3000-Prozessor und seiner Performance.

AMD macht Druck: Neuer Ryzen 3000-Prozessor steckt Intels Gaming-Flaggschiff in die Tasche
Bildquelle: AMD.

AMDs CES-Präsentation: Ryzen 3000 ist schneller und sparsamer als die Konkurrenz

„I got one more big thing for you today“, so kündigte CEO Dr. Lisa Su den letzten Programmpunkt von AMDs Präsentation auf der diesjährigen CES an: Den neuen Ryzen 3000-Prozessor. Der Zen-2-Chip wird anscheinend ein absolutes Preis-Leistungs-Monster, zumindest lässt das der gezeigte Cinebench-Test vermuten.

Auf der Bühne trat der neue Ryzen 3000 gegen Intels aktuelles Flaggschiff im Gaming-Bereich an, den Intel i9 9900K. Im direkten Vergleich konnte AMDs Ryzen 3000 einen Wert von 2.057 Punkten erzielen, während Intels Prozessor eine Wertung von 2.040 Punkten einfuhr. Beide Prozessoren arbeiten mit 8 Kernen und 16 Threads. Im Vergleich zum hauseigenen Vorgängermodell, dem Ryzen 2700X, steigt die Leistung laut der Cinebench-Ergebnisse um rund 15 Prozent.

Hier könnt ihr euch den Live-Benchmark der Präsentation selbst ansehen: 

Su vermerkte vor dem Test, dass der Prozessor von Intel mit Standard-Einstellungen betrieben wird, während das Pendant von Ryzen mit einer „noch nicht finalen“ Taktrate läuft. Laut ersten Einschätzungen soll der neue Chip wahrscheinlich mit einem Takt zwischen 4,4 und 4,6 GHz betrieben worden sein.

Während AMD-Prozessoren in der Vergangenheit stets ein zu hoher Stromverbrauch vorgeworfen wurde, konnte das neue Ryzen-Modell dieses Mal der Konkurrenz in diesem Punkt die Butter vom Brot nehmen. Während das Intel-System knapp 180 Watt verbrauchte, lag die Leistungsaufnahme bei AMD-PC bei genügsamen 133,5 Watt. Im direkten Vergleich verbraucht der i9 9900K also rund 35 Prozent mehr Strom als Ryzen 3000.

Bei Erscheinungstermin und Preis hielt sich die Geschäftsführerin während der Präsentation bedeckt. Wir können jedoch davon ausgehen, dass die neuen Ryzen 3000-Prozessoren Mitte 2019 an den Start gehen werden.

Nvidia weiterhin schneller: Radeon 7 Vega kann nicht mit der RTX 2080 Ti mithalten

Obwohl es sich bei der neuen Radeon 7 um AMDs neues Flaggschiff handelt, kann die Karte Nvidias High-End-Modell nicht das Wasser reichen. Während der Präsentation wurden lediglich Performance-Vergleiche mit der RTX 2080, statt der RTX 2080 Ti gezeigt. Laut Lisa Su richtet sich die Karte vor allem an Gamer, die ihre Spiele in 4K-Auflösung mit maximalen Details spielen wollen.

Im direkten Vergleich konnte die Vega-GPU zwar in allen Fällen mit der RTX 2080 mithalten und bei einem Vulkan-Titel sogar mit Abstand den Sieg davontragen, bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 US-Dollar zur Markteinführung am 07. Februar wird die Karte aber kein Schnäppchen sein. Trotzdem ist sie damit 100 US-Dollar günstiger als Nvidias Founder’s Edition der RTX 2080.

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Im Gegensatz zur Vega 64 verdoppelt AMD den Grafikspeicher auf 16 GB HBM2-Speicher, erhöht den Boost-Takt auf 1,8 GHz und verspricht zudem 25 Prozent mehr Performance, bei gleichbleibender Leistungsaufnahme. Da durch Nvidias Ankündigung, ab sofort auch Freesync zu unterstützen, einer der großen Verkaufsvorteile für AMD wegfällt, könnte es die neue Grafikkarte schwer am Markt haben.

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