CES 2014: Tactus zeigt Haptisches Feedback fürs iPad-Display

Flavio Trillo 1

Virtuelle Tastaturen sind praktisch. Sie beanspruchen nur dann Platz auf dem Display, wenn sie gebraucht werden. Physische Keyboards sind haptisch angenehmer, aber immer da. Auch wenn man gar nicht tippt. Das beste aus beiden Welten will Tactus vereinen.

CES 2014: Tactus Technologie.
Das noch recht junge Unternehmen aus Kalifornien zeigt auf der CES 2014 in Las Vegas eine Technologie, die physische Knöpfe auf Tablet- oder Smartphone-Displays erscheinen lässt — aber immer nur dann, wenn dort gerade ein Keyboard zu sehen ist.

Wie das geht? „Magie“, erklärt Mitbegründer Micah Yairi mit einem breiten Grinsen. In Wirklichkeit ist die Antwort natürlich etwas bodenständiger. Aber nicht weniger beeindruckend.

Eine spezielle Folie, die auf jeden beliebigen Touchscreen geklebt wird, bringt auf Kommando kleine Knöpfe zum Vorschein. Sie bestehen aus winzigen Taschen, gefüllt mit einem speziellen Öl und gerade hoch genug, dass man mit den Fingern über das virtuelle Keyboard fahren kann, ohne einen Buchstaben zu tippen. Das passiert erst, wenn man die Knöpfe auch wirklich eindrückt. Eben wie auf einer echten Tastatur.

Alternativ können auch zwischen den angezeigten Tasten kleine erhabene Führungslinien aufgestellt werden. So leitet man die suchenden Finger an die richtige Stelle, wenn sie in der Mitte zwischen zwei Tasten ruhen.

Werden die Buttons nicht mehr gebraucht, weil die Tastatur nicht mehr sichtbar ist, verschwinden sie wieder. Dazu verteilt die Flüssigkeit sich in der gesamten Folie — fast genau so schnell, wie die Anzeige auf dem Display sich ändert.

In diesem Zustand unterscheidet sich die Spezialfolie nicht von anderen Schutzfilmen. Die geringe Menge Flüssigkeit ist so in der Folie verteilt, dass keinerlei Blasen zu sehen sind. Auch optische Verzerrungen oder Lichtbrechungen gibt es keine. Gesteuert wird das System aus mikrofeinen Kanälen und winzigen Löchern innerhalb der Folie über ein Pumpsystem innerhalb des Smartphones oder Tablets.

Strom wird nur benötigt, wenn die Knöpfe erscheinen oder verschwinden sollen. Sind sie einmal da, tippt man so lange man möchte, ohne den Akku zu beanspruchen. „Wir haben in Tests mit Tablets mehrere hundert Hebe- und Senkvorgänge durchgeführt“, erklärt Yairi. „Dabei wurde insgesamt nur ein Bruchteil der Akku-Kapazität genutzt“.

Die Position der Knöpfe wird vorher festgelegt, ist also nicht dynamisch. „Noch nicht“, versichern die Kalifornier. Sie arbeiten bereits an einer Lösung, die es auch ermöglicht, Buttons an beliebigen Stellen erscheinen zu lassen, etwa für Controller-Flächen in Spielen.

Nach Angaben von Tactus Technology soll die Hülle fürs iPad mini bereits zur Mitte 2014 erhältlich sein. Fertige Tablets und Smartphones, die mit der Technologie ausgestattet sind, folgen zum Ende des Jahres.

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