CES 2014: Mehr vom Bekannten, kaum Innovationen (Rückblick und Kommentar)

Kamal Nicholas

Nach knapp einer Woche in Las Vegas und der der damit verbundenen CES 2014 ist es nun auch für mich an der Zeit, einen Rückblick zu wagen und ein Fazit zu schreiben. Eines vorweg: So wirklich umgehauen hat mich zumindest im Mobilfunkbereich eigentlich nichts.

CES 2014: Mehr vom Bekannten, kaum Innovationen (Rückblick und Kommentar)

Für mich hatte die CES 2014 vor allem eines zu bieten: Mehr vom „alten“ und wenig wirklich neues. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass auf der Messe in Las Vegas das neu entwickelte Rad vorgestellt wird, aber irgendwie habe ich mir dennoch etwas mehr erwartet.

Fehlende Innovation

Ich habe auf der Messe längst nicht alles gesehen, was präsentiert wurde, vor allem war es ja für mich (und uns hier bei GIGA) der Mobilfunkbereich, dem das größte Interesse galt. Doch gerade in diesem Bereich gab es eigentlich so gut wie nichts Neues zu sehen, das wirklich aus der Masse an Geräten hervorstach. Einige Hersteller mit größeren Geräten, die eine bessere Auflösung und ein größeres Display haben, daneben noch mehr Anbieter, die belanglose Mobilfunkgeräte im Gepäck hatten, die sich durch nichts vom Rest der Konkurrenz unterscheiden.

Versteht mich nicht falsch, es gab auch sehr interessante Android-Geräte zu sehen, aber mir persönlich hat einfach der „Wow“-Effekt gefehlt.

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Das weltweit erste Irgendwas

Wer sich auf den Weg zum und auf dem Messegelände bewegt hat, wurde von Werbungen bombardiert, die mal wieder das „weltweit erste Irgendwas“ vorstellten. Egal ob das nun das erste Fitnessarmband mit integrierten Bewegungsvorschlägen für den kommenden Tag ist oder ob das nun der erste gebogene Fernseher in irgendeiner Größe ist: Den meisten Herstellern scheint es mittlerweile wichtiger zu sein, der erste zu sein, der irgendwas vermeintlich Neues auf den Markt bringt, anstatt sich um wirklich Innovationen zu kümmern.

Wie auch schon auf der IFA 2013 standen auf der CES 2014 vor allem Smart TVs im Fokus und ich habe mich immer gefragt: Braucht man das wirklich? Muss der Fernseher tatsächlich erkennen können, wer da jetzt vor dem Fernseher sitzt, damit diesem dann vorgeschlagen wird, was er als nächstes schauen soll? Die Fernseher werden immer schlauer, immer größer, immer besser und natürlich auch immer teurer. Gleichzeitig wird der Nutzer dadurch immer fauler, immer genügsamer und immer weniger selbstbestimmt.

Fitness, wo das Auge hinreicht

Und dann wären da die Fitness-Bänder. Oh ja, was sind wir alle sportlich. Während im vergangenen Jahr der Startschuss für die intelligenten Wearables  gegeben wurde, gibt es mittlerweile unglaublich viele „Neuheiten“, die eigentlich auch alles das Gleiche können. Doch warum sollte ich von meinem Jawbone UP, meinem Fitbit oder meinem Withings Pulse auf ein anderes Gerät umstiegen, das eigentlich nicht mehr neues zu bieten hat, als eine andere App mit den gleichen Funktionen?

Man merkt definitiv auch weiterhin den Trend der Hersteller, auf der CES 2014 weniger Mobilfunkgeräte zu zeigen und stattdessen auf den Mobile World Congress in Barcelona zu warten. Eine durchaus sinnvolle Entscheidung, findet dieser doch gerade einmal 1 ½ Monate später statt.

Kleine Highlights

Natürlich gab es für mich auch ein paar sehr interessante Highlights auf der diesjährigen CES, dazu zählen für mich unter anderem das Sony Xperia Z1 compact, Samsungs Konzept-UHD-Fernseher  mit Glasses Free 3D und PrioVRs Gaming-Gestell, das die Oculus Rift um die nötige Steuerungseinheit erweitert. Alles in allem war ich aber doch auch ein wenig von den gezeigten Produkten enttäuscht, was nicht zuletzt auch daran lag, dass einige Hersteller mit fast identischen Produkten wie im Vorjahr an ihren Ständen auftauchten.

Vielleicht ist es mein Job, der mich in Sachen Technik etwas abstumpfen lässt, doch wenn man teilweise liest, in welchen Bereichen sich die Entwicklung vorarbeitet und man dann auf einer Messe wie der CES vor allem viel „Neues vom Alten“ zu sehen bekommt, ist das doch ein wenig ernüchternd.

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