Gestern wurde in Berlin der Deutsche Computerspielpreis 2017 verliehen. Insgesamt waren die Preise der verschiedenen Kategorien mit 550.000 Euro dotiert. Die Überraschung des Abends: Einer der ausgezeichneten Entwickler wollte den Preis nicht annehmen.

 

Deutscher Computerspielpreis

Facts 
Shadow Tactics - Blades of the Shogun - Release-Trailer

Nun hat auch der Deutsche Computerspielpreis seinen eigenen Marcel Reich-Ranicki - Moment: In der Kategorie „Bestes Gamedesign“, welche mit 40.000 Euro Preisgeld dotiert ist, gewann Mimimi Productions mit ihrem Spiel Shadow Tactics: Blade of the Shogun. Während der Verleihung betrat Lead Designer Dominik Abé die Bühne und verkündete: „Leider können wir heute keine Preise annehmen.“ Eine Begründung hierfür lieferte der Entwickler nicht.

Deutscher Computerspielpreis 2017: Die Nominierten und Gewinner

Noch am selben Abend wurde dem Magazin GameStar.de nach eigener Aussage ein internes Dokument des Bundesverbandes der deutschen Gamesbranche (GAME) zugespielt. Darin schreibe der Vorstandsvorsitzende Stefan Marcinek, dass es bei der Abstimmung der Jury Unregelmäßigkeiten gegeben habe. So würden teilweise Stimmen fehlen. Diese seien im Protokoll weder mit einer Enthaltung noch mit Abwesenheit gekennzeichnet worden. Da diese Stimmen in drei Preiskategorien hätten entscheidend sein können, wolle GAME die diesjährige Preisvergabe in den nicht weiter benannten drei Kategorien nicht mittragen. Ein Vorstoß für eine neue Abstimmung scheiterte wohl im Vorfeld an den beiden Mitausrichtern: Dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware.

Dennoch sei GAME laut der GameStar davon überzeugt, dass der Deutsche Computerspielpreis ein wichtiger und wertvoller Bestandteil der Branche ist. Aus diesem Grund ist nicht davon auszugehen, dass der Bundesverband sich in Zukunft von der Veranstaltung distanziert.