Metroid Prime Federation Force: Die Gründe für den Shitstorm!

Martin Küpper 17

Ein neues Metroid – das war im Vorfeld der E3 wohl mein größter Wunsch an Nintendo. Auf dem Papier scheint dieser Wunsch erfüllt, doch Metroid Prime: Federation Force fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Warum? Das erfahrt ihr hier!

Metroid Prime Federation Force: Die Gründe für den Shitstorm!

Nintendos Ankündigung mit Metroid Prime: Federation Force ein Spin-Off der Metroid-Reihe auf den 3DS zu bringen, ging offen kundig nach hinten los. Im Internet machen Fans ihrem Ärger Luft: die Bewertungen auf YouTube sind katastrophal, in den Kommentaren kann man vornehmlich Fassungslosigkeit, Unverständnis und Wut erkennen. Hier und da gibt es jedoch auch Stimmen, die diesen Unmut nicht ganz nachvollziehen können. Gerade auch deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal erläutern, wieso Metroid Prime: Federation Force so schlecht ankommt.

Hier könnt ihr übrigens meine Reaktion auf das Spiel sehen:

Nintendo Pressekonferenz E3: Metroid Prime Federation Force.

Die Fans warten auf ein „richtiges“ Metroid

Seit dem Release von Metroid: Other M sind nun bald fünf Jahre vergangen, Fans der Reihe warten sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. Das Other M für viele Spieler eine herbe Enttäuschung war, kommt da noch erschwerend hinzu. Ein neues Metroid von den Retrostudios, im Stile von Metroid Prime, mit schicker HD-Optik – das dürfte wohl für viele Fans (mich eingeschlossen) ein feuchter Traum sein, der nun weiter unerfüllt bleibt.

Aber auch ein Metroid für den 3DS hätte begeistern können! Samus letztes 2D-Abenteuer liegt über zehn Jahre zurück, seit dem gab es höchstens einige ambitionierte Fan-Projekte, die diese Lücke schließen wollten. Dabei ist die Nachfrage für „Metroidvania“-Spiele durchaus vorhanden, was alleine durch den immensen Erfolg von Bloodstained: Ritual of the Night bei Kickstarter deutlich werden sollte. Außerdem bietet sich der 3DS als Plattform wunderbar für ein solches Metroid an. Mit zweidimensionalem Gameplay, dreidimensionaler Optik und stereoskopischem 3D-Effekt könnte Metroid spielerisch wie optisch ein wahrer Genuss sein.

Diese beiden Optionen hätte fast jeder Metroid-Fan wohl definitiv vorgezogen. Die Entscheidung ausgerechnet jetzt ein Spin-Off einer nicht gerade über-präsenten Serie auf den Markt zu bringen, ist also schon mal bedenklich. Doch das eigentliche Problem liegt wo anders.

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Metroid sollte erwachsen bleiben!

Auch wenn ich mir ein „richtiges“ Metroid wünsche, hätte mich ein Spin-Off zur Überbrückung prinzipiell noch überzeugen können. Gegen einen Ego-Shooter mit Föderations-Truppen habe ich per se keine Einwände. So ein Titel könnte eine neue Perspektive auf das Metroid-Universum mit sich bringen und es somit auch bereichern.

Mein eigentliches Problem mit Metroid Prime: Federation Force  liegt darin, dass es bereits auf den ersten Blick einfach nicht in die Reihe passt. Metroid, das war bis gestern das einzige Franchise von Nintendo, das durch die Bank weg ernst und erwachsen geblieben ist (Metroid Prime: Pinnball klammer ich aus) oder es zumindest versucht hat. Klar, Other M war etwas plump und wurde genau dafür auch kritisiert, doch ansonsten ist Metroid auf eine subtile Art und Weise eigentlich mit das erwachsenste Videospiel das ich kenne.

Statt den Fokus auf platte Sprüche, stumpfe Action und Brutalität zu legen, war Metroid ein ruhiges, intelligentes Spiel, bei dem man quasi zwischen den Zeilen lesen musste, um es zu verstehen. Super Metroid erzählt seine Geschichte zum Beispiel quasi gänzlich ohne Text, während es Metroid Prime auf einzigartige Art und Weise schafft den Spieler das spüren zu lassen, was wohl auch Samus in der jeweiligen Situation spürt. Und tief im inneren ging es bei Metroid eben immer um ganz persönliche Gefühle. Verzweiflung, Angst, Einsamkeit und Mut.

Das Kinder-Metroid

Das man das von Metroid Prime: Federation Force nicht erwarten darf ist enttäuschend. Doch auch das wäre noch zu verkraften, schließlich handelt es sich nur um ein Spin-Off. Doch leider wirkt Metroid Prime: Federation Force als wolle Nintendo ihr erwachsenes Universum nun komplett veralbern. Bunte Comic-Grafik, Charaktere im Chibi-Look und Blast Ball als heiteres Minispiel. Das alles passt einfach nicht im geringsten zu Metroid und zieht die Serie damit fast schon ins lächerliche. Der Knackpunkt ist: Ich kann das einfach nicht ernst nehmen und genau diese Voraussetzung muss ein Metroid-Titel nun mal erfüllen.

Metroid Prime Federation Force.

Am Ende muss man festhalten, dass Nintendo hier so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man hätte falsch machen können. Zum jetzigen Zeitpunkt ist alleine die Idee eines Spin-Offs unpassend. Dass es dann auch noch die Stärken der Serie komplett ignoriert, über Bord wirft und einfach nicht ernst genommen werden kann, bringt das Fass zum überlaufen. Hätten wir bereits aktuelle Metroid-Spiele (in Aussicht), die den Wünschen der Fans gerecht werden, hätte man diesen Fehltritt wohl verziehen. So muss sich Nintendo jedoch nicht über wütende Fanreaktionen wundern.

Zum Abschluss möchte ich aber auch noch mal deutlich sagen, dass Metroid Prime: Federation Force für sich genommen trotzdem ein spaßiger Shooter werden kann, als Metroid-Spiel versagt der Titel aber leider eben auf ganzer Linie. Man stelle sich einfach mal vor Nintendo hätte auch Splatoon die Metroid-Marke auf gezwängt…

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