Eurovision Song Contest 2012 in Baku - unsere Top Ten

M. Göbel

35 Länder, 35 Songs - wir haben aus der geballten Schlagerpop-Elite Europas die besten zehn Songs ausgewählt. Hier sind unsere zehn Favoriten für den Eurovision Song Contest 2012 in Baku!

Hier sind die Favoriten, die nachher auf den meisten Stimmzetteln stehen könnten. Wir haben bereits auf die sechs schon feststehenden Songs für das Finale des Eurovision Song Contest diesen Samstag verwiesen - von denen trauen wir vor allem Italien zu, ganz oben mitzumischen… und vielleicht Roman Lob. Er ist gut, wenn auch nicht begeisternd, und die Europäer werden sich wundern, was für einen Bussibär wir ihnen nach dem Gör Lena vorbeischicken - vielleicht hat er genau deswegen Außenseiterchancen.

Ansonsten ist in den Halbfinals zum Eurovision Song Contest viel Schlagertrash dabei - genau das macht den Wettbewerb natürlich aus, insofern hat gerade auch die theatralischste oder schlimmste Inszenierung gute Chancen auf den Sieg. Ihr könnt die Halbfinals und das Finale im Internet-Livestream gucken.

10. Türkei: Can Bonomo - Love Me Back

Ein fröhlicher Beitrag aus der Türkei, der gut lokale Musik und modernen Pop vermischt und zeigt, was gutes Mittelmaß beim Eurovision Song Contest ist.

9. Moldawien: Pasha Parfeny - Lăutar

Genau so stellen sich Westeuropäer eine fröhliche Balkan-Party vor: tanzbare Balkanklänge mit Bass und Trompete - entsprechend singt Pasha Parfeny auch „This Trumpet makes you my Girl“ - ob seine Trompete ihm auch Europa erobert?

8. Schweden: Loreen - Euphoria

Mit ihren langen braunen Haaren, dem Pony über der Stirn, Hippie-Klamotten und Gegenwind sieht die Schwedin Loreen ein bisschen aus wie eine 80er-Schlager-Wiedergängerin. Die Musik dazu ist aber zeitlos schlimmer Eurotrash - und genau deswegen könnte sie den Geschmack Europas treffen.

7. Ukraine: Gaitana - Be My Guest

Die Ukraine muss gerade ziemlich viel tun, um das ramponierte Image vor der Fußball-Europameisterschaft noch etwas aufzupolieren. Zur Not ließe sich „Be My Buest“ von Gaitana, der Ukrainerin mit Copacabana-Appeal, auch als EM-Theme-Song recyceln.

6. Deutschland:

“Unser Star für Baku“ Roman Lob gewann Mitte Februar die Castingshow von Stefan Raab und Thomas D. Das Erbe von Lena Meyer-Landrut ist natürlich schwer für den 22-jährigen Industriemechaniker. Seine gefühlige Ballade “Standing Still“ dürfte aber einen Achtungserfolg einfahren.

5. Schweiz: Sinplus - Unbreakable

Sinplus-Sänger Gabriel Broggini hört sich ein bisschen an wie Bono, nur dass er bei weitem nicht so gut Englisch kann. Das würde vielleicht für ein Mitleid-Blümchen reichen, aber der Song „Unbreakable“ geht als einer der wenigen ESC-Kandidaten ein bisschen flott und ohne Euro-Trahs-Bummbumm nach Vorne.

4. Norwegen: Tooji - Stay

Norwegen? Wer das Video von Tooji mit dem Song „Stay“ sieht, hätte keinen Grund, den dunkelhaarigen Lederjacke-Latino-Schönling als skandinavischen Kandidaten auszumachen. Er könnte viel eher aus Portugal oder Kroation kommen. Tooji und Tanzgruppe wirken zwar von Performance und Song, als hätten sie gerade ihren Abschluss an der Pop-Hochschule bestanden - allerdings mit Auszeichnung, denn hier ist alles, was ein Eurovision-Song-Contest-Sieger braucht. Wenn es nur nicht so austauschbar wäre.

3. Italien:

Italien hatte lange Jahre nicht am Eurovision Song Contest teilgenommen - das eigene Schlagerfestival San Remo war schon Knüller genug. Um so verblüffender, dass die italienische Kandidatin Nina Zilli zunächst einen auf Amy Winehouse macht, New Soul inklusive Gesang auf Englisch (Strophe), um dann im Refrain ins Italienische zu wechseln und auf San-Remo-Pop-Strategien zurückzugreifen und den Song mit einem „Lalalalalalala“ zu beschließen. Das könnte was werden!

2. Dänemark: Soluna Samay - Should’ve Known Better

Huch, nimmt Alanis Morissette unter Decknamen am ESC 2012 teil? Nein, es ist eine echte Dänin, und damit sollte alles schon gesagt sein über Soluna Samay, im Schlechten, aber vor allem im Guten. Mit einem unaufgeregten Popsong ist Dänemark dieses Jahr einer der Favoriten.

1. Russland: Buranovskiye Babushki - Party For Everybody

So leicht ist es, beim Eurovision Song Contest originell zu sein: mal nicht die hübschesten oder verrücktesten oder jüngsten Aspiranten losschicken - sondern eine Gruppe von Mütterchen aus dem 600-Seelen-Dorf Buranowo in der udmurtischen Steppe. Die älteste ist 86 Jahre alt und hat ganz offensichtlich den Spaß ihres Lebens. Wir auch! (Nachdem wir zuerst den Mund nicht zubekommen haben wie ein Juror im Video.) - Omas, die „Party for Everybody / Dance / Come On and Dance / Come on and Boom Boom Boom Boom / Dance“ singen - hinreißend.

Bild: Eurovision Opening Party by Andreas Puttling, eurovision.tv

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