Das 17. Splash! ist das Festival der Überraschungen: Überraschend gutes Wetter und überraschende Auftritte. Schon die Location, die Halbinsel Ferropolis, ist kaum zu topen: Imposante riesige alte Baukräne, behängt mit funkelnden Discokugeln, gehüllt in mystische Lichterstimmung, nächtliche Pyroshows und Feuerwerk. Dazu gibt es tagsüber sommerliches Stand-Feeling am See. Künstler wie Whiz Kalifa, K.I.Z, Prinz Pi, Outcast oder Cro – sie alle begeistern auf drei verschieden großen Bühnen. Und StreetArt, Graffitis und Weltmeister-Stimmung gibt es  noch oben drauf. 

 

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Der Freitag

Bereits die ersten Meter die man sich auf dem Splash!-Gelände bewegt, lassen keinen Zweifel offen, welcher Musikstil einen an den folgenden 3 Tagen (11. bis 13. Juli) erwartet. Begrüßt wird man von einer großen Winke-Katze mit Skateboard und hipster Brille. Bei strahlendem Sonnenschein startet Deutschlands größtes Hip Hop-Spektakel. Musikalische Eröffnung gebührt dem New Comer Sierra Kid. Weiter geht es mit dem Wahlberliner „Olson“, „SSIO“ und Stuttgarter „Afrob“, der sein neues Album präsentiert. Und ein erstes Highlight gibt es auch: Als Secret Act entpuppt sich „Samy Deluxe“, der auf der Samoa Stage in der Nachmittagssonne performt. Der beliebte Hamburger liefert einen guten Mix aus alten Hits und neuen Tracks von seinem aktuellen Album „Männlich“.

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Anschließend fällt die erste schwere Entscheidung: „M.I.A.“ auf der Hauptbühne – die nicht mit der deutschen Pop-Gruppierung MIA zu verwechselnde Sängerin aus London ist vor allem durch ihren Song „Paper Planes“ bekannt geworden und legt einen pompösen Aufritt hin. Oder direkt nebenan auf der Aruba Stage die Hip-Hop Urgesteine „Fünf Sterne Deluxe“ mit Tobi Tobsen und „Das Bo“. Als übergroße Actionfiguren in ihren Verpackungen eröffnen sie ihren Auftritt nach einer fast 12-jährigen Bühnenpause.

Den Höhepunkt des Abends markieren K.I.Z. auf der Hauptbühne. Mit Pyrotechnik und Schwefelbomben, lauten Bässen und ihren typischen „Beleidigungen“ heizen Sie der begeisterten Menge ein.

Die besten Festivals 2014 in Deutschland: Musik-Highlights im Sommer

Splash! 2014 Bericht: Der Samstag

Unter dem Banner „Don't Let The Label Label You“ gibt es bereits am frühen Nachmittag ein Battle junger Rapper. Das Festivalgelände ist noch im Dornröschenschlaf, nur vereinzelt schlendern die ersten Gäste umher. Doch dies ist nur die Ruhe vor dem Sturm... Plötzlich sieht man am Himmel grünen Rauch, Raketen schießen in den Himmel. Das Gerücht geht um, dass der beliebte Rostocker Rapper „Marteria“ in Kürze einen Überraschungsauftritt im kleinen Kreise gibt, denn auch die Bühnen scheinen zu dieser Zeit noch nicht richtig erwacht zu sein. Folgt man Rauch und Raketen, so sieht man tatsächlich am Rande des Festivalgelände die wohl kleinste Bühne der Welt. „Marteria“, in Begleitung seines Freundes „Paul Ripke“ der den DJ mimt, schmettert seine Hits nur so hinaus. Wo zu Beginn nur eine handvoll Fans wahrlich ausflippten und Ihren Star zum Anfassen hatten, stürmen und rennen nun immer mehr Zuschauer zum Gig. Es gibt ein Feuerwerk für Augen und Ohren: Hits wie „Bengalischer Tiger“ begleitet von Rauchbomben in allen Farben oder „Neue Nikes“, die Marteria parallel an seinen Füßen trägt. Er stellt klar, „es gäbe kein Splash! ohne Marteria“.

Den Nachmittag nach diesem Highlight vertreibt man sich auf dem Splash! nicht einfach nur mit „chillen“. Man kann beim Dosenwerfen sogar witzige kleine Preise gewinnen, Popcorn gibt es kostenlos als Werbegag und da ist ja auch noch der See, der einige mutige zum Schwimmen einlädt. Musikalisch gibt es dann Acts wie „3 Plusss Sorgenkind“ oder die „Beatgeeks“. Und schon wartet ein weiteres Highlight: „Alligatoah“ entert nun die Hauptbühne. Im schicken quietschbunten Zwirn, begleitet von seinem „singenden Butler“ zerschmettert er erst einmal seine Gitarre und danach gibt es den krachenden Ohrwurm „Fick ihn doch“ auf die Ohren. Bei den letzten drei Songs bekommt „Alligatoah“ dann noch Verstärkung von seiner „Trailerpark“-Crew für eine gemeinsame Darbietung ihrer Songs.

Gleich im Anschluss übernimmt „Kollegah“ das Kommando. Sitzend auf einem riesigem Thron und mit Leuchtkrone begrüßt der Gangster-Rapper mit seinem Song „King“ das Publikum. Auch hier gibt es Verstärkung: Kollege „Capes“ stürmt mit auf die Bühne, denn auch er zählt zu den Stammgästen in Ferropolis. Mittlerweile ist es dunkel. Mit Raketen, viel Glitzer, Feuerwerk verzaubert „Prinz Pi“ die Hauptbühne. Parallel gibt es aber auch noch „Megaloh“ oder „Yelawolf“, aber auch die Berliner „257ers“ die ihren derben Humor preisgeben. Und der Headliner des Abends fehlt ja auch noch: „Outkast“ treten nach jahrelanger Bühnenabstinenz das erste Mal wieder auf dem Splash“ auf. Das US-amerikanische Duo präsentiert sich kostümiert witzig und routiniert, als wären sie nie weg gewesen. Ihre Hits „Hey ya“ und „Mrs Jackson“ locken noch einmal jeden Besucher vor die Bühne.

Das WM-Fußballspiel um Platz 3 wird natürlich auch übertragen, aber ehrlich, bei den musikalischen Schmankerln ist doch klar, wo sich alle Zuschauer aufhalten, oder?

Der Sonntag beim Splash! 2014

Es scheint für viele Besucher der Zwiespalt zu herrschen, zwischen kreativen Hooks und dem anstehenden WM-Finalspiel. So sieht man am Sonntag bereits einige Besucher Vorzeitig abreisen, um das Fußballspiel Daheim mit Freunden oder Familie zu zelebrieren. Doch die Mehrheit bleibt dem Splash! treu um im Laufe des Tages „Teesy“, „Eko Fresh“, „Cro“ und noch einige mehr zu feiern.

Los geht es mit „Jaw“ und „Ahzumjot“ auf der Hauptbühne. Parallel bringt „Teesy“ die Samoa Stage am Strand zum Beben. Doch ab ca. 20 Uhr beginnt das Fieber um das WM-Finalspiel auch die Festivalbesucher anzustecken. Um Überschneidungen zwischen dem Spiel und den Auftritten zu vermeiden musste der Rapper „Elft Boy“ aus Österreich bereits 15 Minuten früher auftreten und der Stuttgarter Panda-Rapper „Cro“ verlegte seinen Auftritt hinter das WM-Spiel.

Ab 21Uhr pausiert der normale Festivalbetrieb und alle widmen sich dem Finalspiel der deutschen Fußball-Elf gegen Argentinien. Entgegen der Ankündigungen wird nun auf allen Bühnen das Spiel übertragen und die Stadt aus Eisen wandelt sich zu einer gigantischen Fanmeile mit zehntausenden Fans. Als in der Verlängerung das erlösende Tor fällt und sich der neue Weltmeister abzeichnet, gibt es kein Halten mehr und die Hauptbühne verwandelt sich in einen sprichwörtlichen Vulkan der Freude. Durch die Verlängerung und den Jubel danach, kam der weitere Ablauf etwas durcheinander. US-Rapper „Wiz Khalifa“ musste noch in der Nacht zum einem nächsten Gig und so wurde sein Auftritt vor den von „Cro“ gezogen. Es ist mittlerweile sehr spät geworden, einige Zuschauer haben das Gelände bereits verlassen, doch mit gutgelaunter Stimmung, seinen neuen aber auch älteren Ohrwürmern, kann „Cro“ den noch verbliebenen Zuschauern ein denkwürdiges Splash!-Finale bescheren.

Fotos und Text: Julia Langmaack und Dominik Fiolka

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Martin Maciej
Martin Maciej, GIGA-Experte.

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