gamescom 2013: Enttäuschungen, Überraschungen, Fails und Fans - unser großes Messe-Fazit

Tobias Heidemann

Wir haben sacken lassen. Zeit für ein Fazit! Wie war die Messe für die GIGA GAMES-Redaktion? Was waren die großen Überraschungen und Enttäuschungen der gamescom, welches Spiel das beste, welcher Trend interessant und was war einfach schön. Die Antworten gibt’s jetzt in unserem Messe-Fazit. 

 

Die Überraschung der Messe

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TOBI

Ganz klar Titanfall. Militär-Shooter im Zukunftsszenario? Danach steht mir normalerweise so gar nicht der Sinn. Titanfall hat das innerhalb von zwei Matches geändert. Frisch, frei, schnell und spektakulär – Call of Duty hat mit diesem Spiel endgültig ein Legitimationsproblem. Neben Titanfall sieht Ghosts aus wie Schnee von gestern.

DAVID

Mad Max. Nach der verhaltenen Presse im Vorfeld hatte ich mit einer mülligen Lizenzumsetzung gerechnet. Die Präsentation rockte aber die Scheiße – mit tollem Setting, schicker Grafik und genialen Fahrsequenzen.

TOM

Titanfall. Mir liegen Multiplayer-Shooter in der Regel so gar nicht, aber Titanfall hat mit seinen ober-coolen Mech vs. Soldaten-Gefechten und der hohen Mobilität einfach mal all die Battlefields und Call of Dutys in den Schatten gestellt. Her damit!

ROBIN

Von Lords of the Fallen habe ich überhaupt gar nichts erwartet. Was ich jedoch zu sehen bekam war ein wunderhübsches Next-Gen-Rollenspiel, dessen taktisches Kampfsystem positiv an Dark Souls erinnerte. Will ich unbedingt selbst anzocken.

 

Die Enttäuschung der Messe

DAVID

Hotline Miami 2 ist leider doch nur Teil eins mit einer zwei im Namen, das neue Diablo-Add-on wirkt völlig uninspiriert und die Abwesenheit von GTA 5 oder Publishern wie Capcom fand ich mehr als schade. Richtig mau fand ich übrigens Super Mario 3D World…spielte sich im Koop eher wirr, als das es Spaß machen würde.

TOM

Reaper of Souls. Ich habe mich vor der Ankündigung mehr auf das Diablo 3-Add-on gefreut, als jetzt. Was Blizzard da macht wird mit Sicherheit wieder spaßig, aber weder die eine neue Klasse, noch die neuen Gebiete, noch die neuen Monster sehen für mich spannend aus. Da fehlte den Kaliforniern wohl die richtige Inspiration.

TOBI

Das ist jetzt eine sehr persönliche Ansage, die auf keinen Fall überbewertet sollte. Ok…hier kommt’s: Nachdem ich Watch_Dogs erstmals selbst gespielt habe, bin ich etwas ernüchtert, denn viel mehr als ein Assassins’s Creed im modernen Szenario will das Spiel offenbar gar nicht sein. Die Ähnlichkeiten sind so offenkundig, dass der unverbrauchte Next-Gen-Flair, den dieses Spiel zuvor verbreitete, sich komplett verflüchtigt hat. So gesehen, eine Enttäuschung auf allerhöchstem Niveau.

ROBIN

 The Order - was weniger mit dem Spiel selbst zu tun hat, als viel mehr mit der Präsentation. 15 Minuten lang hörte ich einem der Entwickler dabei zu, wie er uns von seiner Reise nach London erzählte, wo sie recherchierten und Fotos machten. „Guckt mal, so sehen die Steine in London aus. Seht ihr noch nicht? Hier, wir zoomen ran!“. Als er dann endlich den Controller in die Hand nimmt, gibt es lediglich eine auf PC laufende Tech-Demo zu sehen. Dort schoss er auf Holzkisten und ließ sie realistisch kaputt gehen…2004 wäre ich davon noch beeindruckt gewesen, heute entlockt mir das nur noch ein müdes Gähnen.

Das beste Spiel der Messe

 

DAVID

The Witcher 3. Sieht grafisch unfassbar gut aus, wirkt immens stimmig und spielerisch trotzdem fordernd und komplex. Die Geschichte wird toll erzählt, das Monsterdesign war grandios, nach einer Stunde Präsentation wollte ich unbedingt mehr.

TOM

Half-Life 3. Ich habe den kleinen Valve-Stand in Halle 5-Drei-Viertel tatsächlich gefunden und nach ein paar Sätzen Überzeugungsarbeit konnte ich Gabe davon überzeugen, mir exklusiv den neuen Shooter zu zeigen. Wird jut.

TOBI

Ich kann mich nicht entscheiden: Witcher 3 oder Titanfall? Letzteres hat so schön positiv überrascht, Witcher 3 ist ein Spiel genau nach meinem Geschmack. Ok, ich nehme Dark Souls 2.

ROBIN

Eigentlich würde ich nun euphorisch „TITANFALL!“ schreien, was mich zutiefst beeindruckte…nur habe ich auch Bayonetta 2 gespielt, was mir vor lauter Spaß die Netzhaut wegbrannte und bisher genauso großartig wie der erste Teil aussieht.

Der dickste Fail der Messe

TOM

340.000 Besucher. Dreihundertvierzigtausend! Das ist zu viel – als Journalist kommt man kaum noch durch die Hallen und als Besucher wird das gamescom-Erlebnis inzwischen primär durch Warten geprägt. Da muss sich was ändern und nicht erst, wenn im nächsten Jahr irgendjemand totgetrampelt wird. Entweder Besucherzahlen limitieren, Messe verlängern oder mehr Hallen bereitstellen.

TOBI

Auch auf die Gefahr hin, mich gegenüber all jenen, die im Besucherbereich bis zu vier Stunden anstehen mussten, lächerlich zu machen: Die Presse-Organisation im EA-Bereich ist nach wie vor ein Destaster. Die versammelten Journalisten für ein Battlefield 4 anderthalb Stunden anstehen zu lassen, ist nicht nur nervig, sondern auch anderen Publishern gegenüber ziemlich unfair. Kaum auszudenken wie viel redaktionelle Terminzeit in diesen Warteschlagen wieder verbrannt wurde. Zeit, über die sich vor allem kleinere Publisher sicher sehr freuen würden. Also bitte EA, die anderen kriegen es doch auch hin.

ROBIN

Die gesamte Organisation der Messe. Mein Gott, war das ein Desaster. Bereits am Donnerstag war es zeitweise nicht mehr möglich, von der Business-Halle (wo die Termine stattfinden) zum Presse-Raum zu kommen, weil das eine am Süd- und das andere am Nord-Eingang liegt und die Hallen so verstopft waren, dass die Durchgänge dazwischen gesperrt wurden. Am Donnerstag und Freitag wurde es nicht besser, ständig hielten Sicherheitsleute an immer neuen Orten künstliche Absperrungen in die Luft und dachten sich irgendeinen neuen Weg um 20 Ecken aus, um den Haupt-Gang zu entlasten. Die GamesCom wurde bereits letztes Jahr über ihre Kapazitäten besucht und ist dieses Jahr dann schlicht aus allen Nähten geplatzt. Dadurch wird die Messe immer unattraktiver für Besucher und erschwert uns jedes Jahr mehr die Arbeit.

Das größte kleine Spiel der Messe

TOM

Rain von Sony könnte ein kleines Juwel werden. Die Atmosphäre ist jetzt schon super, der Twist mit dem unsichtbaren Protagonisten, der nur im Regen sichtbar ist, ist vielversprechend. Und irgendwie steh ich total auf die klassische Piano-Musik.

TOBI

Ganz so klein ist es ja nun nicht, aber EverQuest Next hat so viele innovative Ansätze, wie sie sonst nur in Indie Games zu finden sind. Neben der zerstörbaren Umgebung macht das MMORPG vor allem mit der lange vor Release von den Spielern selbst entworfenen Spielwelt auf sich aufmerksam. Natürlich nur Teilen, versteht sich. Dazu gibt es noch spontane Events, die man angeblich nur einziges Mal und dann nie wieder erleben kann, eine Fantasywelt mit einer erdgeschichtlichen Struktur und Mobs, die sich dank einer neuen KI-Routine frei durch die gesamte Welt bewegen können. Bin gespannt.

Der beste Stand der Messe

DAVID

Der riesige Titan inmitten der EA-Stände war schon mächtig beeindruckend, aber ich war von den tollen Merchandise-Ständen in Halle 9 (??) noch mehr begeistert. Was es da alles gab! Mit etwas mehr Zeit, hätte ich liebend gern ein paar Sachen gekauft.

TOM

Außer Konkurrenz dieses Mal: Titanfall. Dass EA da einfach mal einen riesigen Mech hinstellt… Respekt. Sehr cool fand ich auch den Elder Scrolls-Stand mit dem riesigen Siegel, das in der Mitte über den Bildschirmen schwebte.

TOBI

Neben dem offenkundigen Gewinner, den meine Kollegen hier gerade schon ausgemacht haben, muss ich sagen, dass mir die Cosplay-Shows auf der „League of Legends“-Bühne richtig gut gefallen haben. Zumindest bin ich nur da spontan eine knappe halbe Stunde stehen geblieben, um das Spektakel zu bestaunen.

 

Der schönste Moment der Messe

DAVID

Es gab unfassbar viele. Von Budi zum Gameone-Livestream eingeladen zu werden, war für Robin und mich, als frühere GIGA-Fans, schon sehr besonders. Von unzähligen GIGA-Fans auf und hinter der Gamestar-Bühne mit unendlich viel Liebe überschüttet zu werden, schier unbezahlbar. Was aber für Emotionen durch einen hindurch rauschen, wenn man neben Gronkh vor 4000 (!!) Menschen auf einer Bühne steht – ist unbeschreiblich.

TOBI

Bei uns Redakteuren gehört das Zweifeln zum Beruf. Interessiert das überhaupt jemanden, ist das eigentlich auch für anderen ein Thema, mögen die Leser deinen Quatsch tatsächlich – das sind Fragen, mit denen wir uns täglich rumschlagen. Wenn dir dann auf der Messe diese Fragen mit JA beantwortet werden, ist das immer ein schöner Moment. Danke dafür!

ROBIN

Jemand ließ mich seine Playstation 3 unterschreiben. Eine Playstation 3! Verrückt.

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