Die IFA: eines der forderndsten, kräftezehrendsten, anstregendsten Abenteuer, das nur die härtesten Tech-Redakteure des Planeten bestehen können. Aber selbst dieser „Everest“ der Messeberichterstattung ist nicht der Gipfel der Extreme, denen sich GIGA TECH-Redakteure aussetzen müssen – der Gipfel ist vielmehr das Dach des 150 Meter hohen Park Inn-Hotels am Berliner Alexanderplatz. Kollege Christof Wallner und ich begaben uns in die „Todeszone“ und stürzten uns am Rande der Messe nur von einem dünnen Fixseil gehalten hinab, wegen des Kicks und natürlich in erster Linie, um euch im sicheren Basislager zumindest per Video an diesem irren Erlebnis teilhaben zu lassen.

 

IFA 2015

Facts 
GIGA springt vom Dach
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Drollig, was sich manche auf der IFA ausstellenden Unternehmen einfallen lassen, um uns vor Ort berichtende Medienmenschen bei Laune, oder besser auf einem hohen Adrenalinlevel zu halten: Als wäre die Vorstellung des Mate S nicht aufregend genug gewesen, lud Huawei zum Base Jump-Vergnügen am Abend nach dem ersten offiziellen Messetag ein. Es galt, von einer kleinen Planke im 37. Stockwerk des Park Inn-Hochhauses am Alexanderplatz im Herzen Berlins 125 Meter in die Tiefe zu fallen. Ehrensache, dass Christof und ich diese Herausforderung nicht ablehnten.

Und so standen wir am vergangenen Freitag mit immer zittriger werdenden Knien und brüchiger Stimmer zunächst vor dem Bauwerk – das aus der Nähe und von unten hoch betrachtet plötzlich so viel größer wirkte, als sonst beim täglichen achtlosen Vorbeispazieren – und später dann ganz oben auf dem Dach der Welt von Berlin-Mitte, das sich unter uns erstreckte, fast schon abstrakt miniaturisiert aussah. Das Herz schlug beim Anlegen des Geschirrs, an dem später wir hängen und gehalten werden würden, höher und begann spätestens beim Betreten der Planke zum Abgrund zu rasen. Der schlimmste Moment war aber zweifelsohne, als uns das sichernde Drahtseil in die Waagerechte hob, wir uns verzweifelt noch für ein paar Sekunden an den beiden letzten Metallpfeilern der Planke festkrallten — und dann plötzlich hilflos und ohne Kontrolle 125 Meter über dem harten Asphalt des Alexanderplatzes hingen.

Nur ein paar Sekunden dauerte der folgende freie Fall, die erste Sekunde bleibt uns buchstäblich die Luft weg, erst danach entladen sich die Anspannung und der Druck in der Magengrube in einem beherzten Jauchzen. Und dann setzt auch schon die Bremse ein und wir landen leicht euphorisiert in den Armen des am Boden stehenden Mitarbeiters, der uns aus dem inzwischen reichlich eng sitzenden Geschirr befreit.

Würden wir es nochmal machen? Bestimmt. Und sehr wahrscheinlich hätte wir hoch oben wieder Bammel, schließlich wissen wir ja nun, was uns erwartet – im Guten wie im Schlechten.

Wir danken an dieser Stelle Huawei für das außergewöhnliche Erlebnis und dem überaus netten und geduldigen Team von Jochen Schweizer am Park Inn, das trotz unsere ständigen Filmerei und den damit verbundenen Umständen, immer freundlich, am Rande der Planke sehr einfühlsam und über die ganze Zeit hochprofessionell im Angesicht des von uns in dieser luftigen Situation verbreiteten Chaos war.

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