Elektronikspielzeug in einer Welt ohne Smartphones: Weihnachtsgeschichten aus den 80ern

Sven Kaulfuss 2

Heute Kinder wird’s was geben, heute werdet ihr euch freuen – aber was gab es eigentlich in der Zeit vor den allgegenwärtigen Smartphones und Smartwatches als Präsent vom „Coca-Cola-Werbebotschafter“? Eine weitere Ausgabe unserer Feiertags-Kolumne geht dem auf den Grund.

Heutzutage ist die Auswahl an potenziellem Elektronikspielzeug für Groß und Klein mächtig, in meiner Kindheit war dies noch anders. In den 80ern war die Welt zugleich auch noch getrennt, die Warenauswahl im Osten beschränkt. Wer allerdings das Glück hatte und Verwandtschaft in der BRD besaß, der wurde eventuell mit milden Gaben beschenkt – vorausgesetzt, die Schnüffler an der Grenze ließen diese noch unbehelligt im Westpaket liegen und bedienten sich nicht selbst daran. Im Gegenzug gab es für Kaffee, Milka, Haribo und Co. dann Volkskunst aus dem Erzgebirge oder aber auch zur Weihnachtszeit den echten Dresdner Christstollen von der Ostverwandtschaft kredenzt.

So kennt man ihn, den Weihnachtsmann – stets mit einem Erfrischungsgetränk aus dem Westen in der Hand:

Coca Cola Weihnachten 2015.

Gebraucht aber unbezahlbar: Carrera-Bahn statt Smartphone

Von derartigen, innerdeutschen Paketverschiebungen bekam man als kleiner Hosenscheißer natürlich nichts mit, denn man glaubte ja noch an den Weihnachtsmann. Und der brachte mir einst Anfang der 80er ein ganz tolles Elektronikspielzeug – eine aus dem Westen. Mein Glück kannte keine Grenzen, im Gegensatz zur tristen Realität des kalten Krieges. Was mir nicht direkt auffiel, es handelte sich wohl um ein gebrauchtes Modell – dem Karton und Zustand nach zu urteilen. Der Umstand, dass die Carrera-Bahn schon in einem westdeutschen Kinderzimmer eine Vergangenheit hatte, betrübte mich aber nicht. Noch heute erinnere ich mich gerne daran, denn dieses Elektronikspielzeug war für mich etwas ganz besonderes. Ein Präsent, getränkt mit dem Glauben an einen gutmütigen alten Mann, der liebe Kinder vom Herzen her beschenkt.

Das Ergebnis einer früheren GIGA-Umfrage zum Thema gebrauchte Technik:

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Das erste Mal: Hälfte der GIGA-Leser hat noch nie gebrauchte Technik gekauft

Gebraucht aber gut: Generalüberholte iPhones auf Amazon

Mal was Benutztes verschenken?

Der Glauben ist längst verflogen, einem materiellen Überangebot an Smartphones und weiteren Gadgets gewichen. Ein gebrauchtes Geschenk? Heute für die meisten wohl unvorstellbar und vielleicht doch wieder ein zu überlegender Ansatz, möchten wir nicht in Zukunft in einer einzigen Müllhalde dahinvegetieren. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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Sven Kaulfuss
Sven Kaulfuss, GIGA-Experte für Apple, Antiquitäten und altkluge Sprüche.

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