WWDC 2014: iOS 8, OS X und Swift - Apple-Keynote in der Zusammenfassung

Thomas Konrad 20

iOS 8, OS X 10.10 Yosemite und ein überarbeitetes SDK inklusive neuer Programmiersprache waren die großen Highlights der heutigen Keynote zur diesjährigen WWDC. Wir zeigen in unserer Zusammenfassung, ob Tim Cook und sein Team den hohen Erwartungen der Apple-Gemeinde gerecht wurden.

WWDC 2014: iOS 8, OS X und Swift - Apple-Keynote in der Zusammenfassung

Mit einem mehrminütigen Video eröffnete Apple seine WWDC-Keynote. Anwender berichten über ihre Lieblings-Apps und erklären, wie sie ihnen im Alltag helfen. Die Botschaft: Entwickler verändern die Welt, ihnen gilt ein großes Dankeschön. Tim Cook betritt die Bühne, Applaus - das hat sich auch unter dem neuen CEO inwzischen gut eingespielt. “Thank you very much!“, rief auch Cook den Entwicklern zu. Die diesjährige WWDC sei ein Meilenstein für Apple. Ist es doch die 25. Entwickler-Konferenz.

Cook

Großartige neue Funktionen versprach Cook für iOS und OS X. Und: Obendrauf gebe es die “Mutter aller Neuerscheinungen“. Gemeint ist Apples neue Software-Suite für Entwickler.

OS X Yosemite

80 Millionen Anwender arbeiten inzwischen mit einem Mac. über 50 Prozent davon haben OS X Mavericks installiert. Laut Cook habe sich bislang kein Betriebssystem schneller verbreitet. Windows 8 laufe beispielsweise auf nur 14 Prozent aller Windows-Geräte.

Apples neues Betriebssystem für Macs heißt OS X Yosemite. Eine große Neuerung ist das Design: Modern wirkt das neue System auf den ersten Blick in der Tat - dezente Transparenzen, wo man auch hinschaut. Sie sollen bei der Orientierung helfen, verleihen dem System angeblich mehr Tiefe.

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Schrift, Icons und Bedienelemente - all das haben Apples Designer überarbeitet. Ein Highlight ist der neue Dark-Modus, der Menüleiste und Co. in schlichtes Schwarz hüllt.

“Ihr glaubt nicht, wie lange wir am Papierkorb gearbeitet haben.“, scherzte Craig Federighi mit einem Blick auf das neue Dock. Das ist nun zweidimensional und noch aufgeräumter als bisher.

Die überarbeitete Spotlight-Suche präsentiert Inhalte nun übersichtlicher in der Mitte des Bildschirms. Nach einem Klick auf die Lupe erscheint ein groß bemessenes und übersichtliches Eingabefeld.

iCloud Drive

Viel Applaus gab es für iCloud Drive: Vom Finder aus können Anwender nun auf iCloud-Inhalte in der iCloud zugreifen. Während bislang lediglich einzelne Apps wie Pages, Keynote und Textedit einen direkten Draht zu iCloud hatten, lassen sich nun beliebige Dateien in der Wolke speichern.

Mail-Drive und Markup sind Neuerungen in Apples Mail-Applikation. Mail-Drive ist ein Online-Speicher für E-Mail-Anhänge. Wenn der Server eines Adressaten einmal keinen Platz mehr für ein Bild hat, hinterlegt Mail die entsprechende Datei einfach in der Cloud. Mit Markup lassen sich Bilder und PDFs bearbeiten: Anwender können Text und Skizzen hinzufügen - beispielsweise, um ihre Vorstellungen zu verdeutlichen. Markup versteht, was der Anwender will: Gekritzelte Pfeile und Sprechblasen ersetzt es durch Vektor-Grafiken.

Continuity

Continuity„, soll iPhone, iPad und Mac noch näher zusammenbringen. Continuity vereint mehrere Funktionen. Eine davon ist Airdrop. Airdrop funktioniert nun auch zwichen iOS und OS X, bislang gab es das Feature nur für Apples iOS-Geräte.

Handoff: Dokumente, Mails und mehr kann man nun an mehreren Geräten zur selben Zeit bearbeiten. OS X merkt beispielsweise, wenn der Anwender eine E-Mail-Nachricht auf dem iPhone anlegt. Mit einem Klick kann man sie auf dem Mac zu Ende schreiben. Bearbeitet man eine Keynote-Präsentation auf dem Rechner, erscheint ein Hinweis auf dem iOS-Gerät. Nach einem Swipe befindet man sich direkt in der Präsentation.

SMS und Telefonie

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SMS-Nachrichten lassen sich nun auch auf dem Mac betrachten. Sogar Anrufe kann man nun vom Mac aus tätigen und annehmen - selbst wenn das Telefon an einem ganz anderen Ort liegt.

OS X Yosemite wird im Herbst erscheinen. Erneut gibt es das Update kostenlos. Anwender können im Sommer an einem offenem Beta-Test teilnehmen - auch wenn sie kein registrierter Apple-Entwickler sind.

iOS 8

800 Millionen iOS-Geräte hat Apple inzwischen verkauft. 500 Millionen davon sind iPhones. Allein im letzten Jahr waren 130 Millionen iOS-Anwender ganz neu auf der Apple-Plattform. Sie haben “aus Versehen“, so Tim Cook, ein Android-Telefon gekauft und “sehnten sich nach einem besseren Leben“.

Auf 89 Prozent aller iOS Geräte sei iOS 7 installiert. Ein Drittel aller Android-Anwender seien dagegen mit einer Software unterwegs, die mehr als vier Jahre alt ist. Nur 9 Prozent nutzen das aktuelle System, Kitkat.

iOS-8

iOS 8 ist ein gigantische Version, meint Cook. Die systemweiten Mitteilungen sind nun deutlich nützlicher. Nachrichten lassen sich beispielsweise beantworten, ohne dafür in die jeweilige Applikation wechseln zu müssen. Einladungen auf dem Lock-Bildschirm kann man nach einem Wischen von rechts nach links direkt ablehnen und akzeptieren.

Die Multitasking-Funktion hat Apple nun um Kontakte erweitert. Am oberen Bildschirmrand, über den Apps, sieht man nun Personen, mit denen man häufig in Kontakt steht.

Mit QuickType will Apple die Texteingabe unter iOS 8 vereinfachen. Während der Eingabe schlägt iOS unter dem Eingabefeld Wörter vor, verhält sich dabei intelligent und errät beispielsweise Antworten auf einfache Fragen. QuickType lernt, wie man mit seinen Kontakten schreibt, richtet seine Wortwahl am Gesprächspartner aus.

Eine Funktion übernimmt iOS von Whatsapp, Apple nennt sie Tap to Talk. Anwender können nun Audio-Nachrichten, Videos und Selfies versenden, indem sie eine entsprechende Schaltfläche gedrückt halten.

Geschäftskunden dürfen sich künftig über originalverpackte iPhones und iPads freuen: Arbeitgeber müssen die Geräte nun nicht mehr mit einem Computer verbinden, um die nötigen Accounts und Apps darauf zu installieren. All das soll drahtlos nach dem Auspacken geschehen.

HealthKit nennt Apple ein System, um Informationen über die Gesundheit des Anwenders systemweit bereitzustellen. Die dazugehörige App heißt nicht Healtbook, sondern schlicht Health.

Apples iCloud stellt die eigenen Bilder nun auf allen Geräten zur Verfügung, auch wenn der lokale Speicherplatz nicht ausreicht. Bilder lassen sich nach verschiedenen Kriterien wie Aufnahmeort oder -datum durchsuchen.

Einen Überblick zu iOS 8 bieten wir im Artikel: iOS 8 Vorstellung: Apple zeigt erste Beta-Version auf der WWDC.

App Store

App-Pakete zu vergünstigen Preisen, übersichtlichere Suchergebnise, Vorschau-Videos, ein neues Beta-Test-Programm gibt es im App Store unter iOS 8.

Neues SDK für Entwickler

4000 neue Entwickler APIs sollen künftig noch bessere Apps ermöglichen. Mittels so genannten Extensions können Applikationen einzelne Funktionen an andere Apps ausleihen, ohne dabei die System-Sicherheit zu gefährden. So lässt sich künftig in der Mitteilungszentrale beispielswiese ein eBay-Gebot abgeben. Auch können Fotographie-Apps damit Filter untereinander austauschen.

In iOS 8 lassen sich nun alternative Tastaturen installieren. Sie ersetzen Apples eigene Tastatur systemweit. Touch ID lässt sich nun auch für Passwörter aus dem Schlüsselbund verwenden, auch können Entwickler nun Gebrauch von Touch ID machen. HomeKit macht es sich zur Aufgabe, intelligente Heim-Elektronik zu vernetzen. CloudKit gibt Entwicklern Zugriff auf Apples Server-Kapazitäten.

3D-Spiele sollen von einem neuen Software-Layer profitieren: Mit Metal sollen Inhalte bis zu zehnmal so schnell gerendert werden.

Neue Programmiersprache: Swift

Schnell, modern und sicher - so beschreibt Federighi Apples neue Programmiersprache. Entwickler können künftig effizienter programmieren, benötigen in manchen Fällen deutlich weniger Zeilen Code. Ihre Apps müssen sie deshalb nicht komplett umschreiben. Swift und Objective-C arbeiten problemlos nebeneinander.

 Bilder: Apple.com 

 

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