WWDC-Keynote in der Zusammenfassung (08.06.2015): OS X El Capitan, iOS 9 und watchOS

Thomas Konrad 15

OS X El Capitan, Multitasking für das iPad und Apple Music: Das sind nur drei Highlights der WWDC-Keynote. Wir fassen zusammen:

WWDC-Keynote in der Zusammenfassung (08.06.2015): OS X El Capitan, iOS 9 und watchOS
Bildquelle: Apple.

„Es läuft großartig.“ So fasste Tim Cook Apples Lage zusammen. Nach knapp einer viertel Stunde übergab Apples CEO an Software-Guru Craig Federighi, zuständig für OS X und iOS.

OS X El Capitan

0c0d62ce1f06d92ae80743d30bf14d7d3ad70d48_large_2x

OS X Yosemite war ein Erfolg für Apple: Kein anderes Betriebssystem sei bisher schneller angenommen worden, verrät Federighi. Auf diesen Erfolg will man mit der nächsten Version aufbauen. Der Name passt, bleibt im geographischen Rahmen: OS X El Capitan.

Wo ist mein Mauszeiger? Diese Frage will OS X El Capitan schneller beantworten. Wenn man mit dem Finger schnell über das Trackpad wischt, vergrößert das System den Cursor – Federighis erste Demo.

a4fef8fdc1a5181daa9e4f26f0db2f39a2591817_large_2x

Safari: Dort, wo vor Yosemite Lesezeichen waren, kann man nun Seiten festpinnen. Außerdem lässt sich Safari der Ton abdrehen – unabhängig vom System-Ton.

Sehr willkommen: Das Spotlight-Fenster lässt sich nun auf dem Desktop verschieben. Flexibler sind Fenster auch in Apples Mail-App: Wer sich im Vollbildmodus befindet, kann E-Mails bearbeiten und zugleich weiterhin auf Postfächer zugreifen.

2067d20588dcfc2148a2eacf5cc45c7769741bbe_large_2x

Noch mehr Flexibilität: Split Screen. Zwei Apps lassen sich nebeneinander auf einem Schreibtisch platzieren. Wie viel Platz jede einzelne beansprucht, lässt sich selbst festlegen.

Metal für Macs: Apples Metal-Programmierschnittstelle kommt auf den Mac. Davon profitieren vor allem Spiele und Grafik-Apps. Und Anwender, denn: Für sie bedeutet Metal mehr Performance und mehr Akkulaufzeit auf mobilen Macs.

Eine öffentliche Beta wird es ab Juli geben. OS X El Capitan wird im Herbst erscheinen.

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Apples WWDC: Das sind unsere 10 Highlights aus 10 Jahren.

iOS 9

15 Minuten – mehr Zeit benötigte Apple heute nicht, um einen Ausblick auf das nächste Desktop-System zu geben. Weiter ging es mit iOS 9.

d019cb82cc26b00cc2ab1234c39db6481007b3ab_large_2x

iOS 9 soll intelligenter werden. Federighis erstes Beispiel ist Siri. „Zeige mir Fotos aus Berlin von 2012.“ liefert künftig passende Bilder. Was folgte, ist noch interessanter: Je nach Tageszeit und Gewohnheit des Anwenders schlägt das System entsprechende Apps vor, am Morgen beispielsweise eine zur Meditation. Wer eine Nachricht mit Termin erhält, kann Siri direkt darum bitten, eine Erinnerung anzulegen. Den Inhalt der Erinnerung erkennt der Sprachassistent dann selbst. Gleiches gilt für E-Mails: Sie können Termine direkt in den Kalender eintragen.

Apple Pay kommt im nächsten Monat nach Europa. Genauer gesagt ins Vereinigte Königreich. In Deutschland müssen wir uns weiter gedulden.

ed00b2c8a357c8f97ff5cc467d31951aaa6b5ce6_large_2x

Für die Notizen-App reicht Apple zahlreiche Formatierungen nach. Checklisten lassen sich einbinden, ebenso wie Bilder und eigene Zeichnungen.

Fünf Milliarden Karten-Anfragen erhält Apple pro Woche. In iOS 9 will man die Karten-App weiter verbessern: Öffentliche Verkehrsmittel sind mit Fahrzeiten in die Software eingebunden. Anwender werden den Dienst hierzulande in Berlin ausprobieren können.

In einer neuen App mit Namen News sammelt iOS 9 Artikel aus verschiedenen Quellen und präsentiert sie dem Anwender in ansprechender Form, schlicht und bestenfalls hübsch bebildert. Der Nutzer wählt dazu beim Start seine favorisierten Webseiten aus.

Split-Screen-Multitasking ist wohl die größte iOS 9-Neuerung auf dem iPad. Zwei Apps lassen sich nun – wie auf dem Desktop – nebeneinander verwenden. Auch die Benutzeroberfläche zum Wechseln zwischen Apps hat Apple überarbeitet: Die App-Vorschau ist nun deutlich größer. Videos kann das System nun in einem Bild-im-Bild-Modus wiedergeben.

Noch mehr gute Nachrichten: Ein Stromspar-Modus kann die Akkulaufzeit des iPhones um bis zu drei Stunden verlängern. Eine Stunde soll es mit iOS 9 ohnehin schon obendrauf geben. Knapp 5 Gigabyte freien Speicherplatz benötigte man beim Update auf iOS 8, für iOS 9 sollen es nur 1,3 Gigabyte sein.

Viel Applaus gab’s zum Schluss für Swift: Apple wird die Programmiersprache als Open-Source-Projekt freigeben.

iOS 9 erscheint kostenlos im Herbst – auch auf dem iPhone 4s! Ab Juli wird es diesmal auch eine öffentliche Beta geben.

watchOS

Das Beste (?) zum Schluss: ein neues watchOS. Das habe nicht nur neue Funktionen, sondern erlaube auch die Installation nativer Applikationen für die Apple Watch.

fb8b09ff65ce9771bdff70724d68a043ff977844_large_2x

In watchOS 2 gibt es neue Zifferblätter, darunter auch die Zeitraffer-Aufnahmen, die Apple zum Start der Uhr aus dem System genommen hat, im September 2014 allerdings angekündigt hatte. Auch eigene Bilder lassen sich nun als Hintergrund verwenden, ebenso wie ganze Alben in einem Zufallsmodus.

Entwickler können für watchOS 2 Komplikationen für bestehende Zifferblätter anbieten. Sehr nützlich: Durch Drehen an der digitalen Krone kann man in die Zukunft blicken. Wetter- und Kalender-Komplikationen etwa geben dann Informationen an, die der gewählten Uhrzeit entsprechen. Antworten auf E-Mails, Video-Playback, Zugriff auf Mikrofon und Lautsprecher sind weitere Neuerungen in watchOS 2.

ed2aeae63c0ccdcbccaffbc97b15f337c230ba34_large_2x

Beim Laden auf der Seite wird die Apple Watch dank neuer Software zum Nachttisch-Wecker.

One more thing…

e685713f8701f6685b5fb12480c4d985d82b46d7_large_2x

Apple Music werde das nächste Kapitel in Sachen Musik sein, verspricht Tim Cook. Jimmy Iovine erklärte das derzeitige Problem in der Musikindustrie: Es gibt zu viele Dienste. Streaming-Apps für Videos und Musik, Apps für Fanseiten und mehr. Apple Music soll all das miteinander verbinden.

84f58eb98b9ed4a44fd30b9eabcc0b2ec731af1c_expanded_large_2x

Weiterhin kann man auf die eigene Musik auf dem iOS-Gerät zugreifen; zugleich hat man Zugriff auf das gesamte Angebot im iTunes Store. Connect ist eine Funktion für Fans – und Künstler (auch unbekannte). Die können für ihre Fans Medien wie Bilder, Videos, Demos und mehr bereitstellen.

Wer Apple Music seine Präferenzen mitteilt, erhält personalisierte Vorschläge. Die Apple-Tochter Beats lebt in Form eines Online-Radio-Dienstes mit Namen Beats 1 weiter. Eigens dafür ausgesuchte DJs senden aus verschiedenen Städten rund um die Uhr.

Drei Monate kann man Apple Music kostenlos testen, danach kostet der Dienst 9,99 Dollar im Monat. Ab dem 30. Juni ist Apple Music in über 100 Ländern verfügbar.

* gesponsorter Link