WWDC 2016: Die Chancen auf neue Apple-Hardware (Analyse)

Sven Kaulfuss 13

Die Präsentation neuer Betriebssysteme und verbundener Software-Technologien ist für Apples Entwicklerkonferenz (WWDC) obligatorisch. Und was ist mit Hardware? Auch die gab es immer wieder mal zu bestaunen – unser Ausblick für 2016 und ein Rückblick.

WWDC 2016: Die Chancen auf neue Apple-Hardware (Analyse)

Die WWDC steht vor der Tür, am 13. Juni empfängt Apple seine Entwickler in San Francisco zum großen Happening. Traditionell gibt’s für die talentierten Programmierer einen Ausblick auf neue Betriebssysteme und Software-Technologien. In diesem Jahr dürfte demnach iOS 10, OS X 10.12 (beziehungsweise vielleicht umbenannt als „macOS“), watchOS 3 und tvOS 10 fürs Apple TV  im Fokus stehen. Noch können wir über die Neuerungen der Nachfolger von iOS9, OS X 10.11 El Capitan und Co nur spekulieren. Spannend, spannend… fürwahr. Jedoch das Sahnehäubchen einer jeden WWDC war und ist die Vorstellung neuer Hardware. Eben jener Gerätschaften, die wir meist im Anschluss oder wenig später im Apple Store unseres Vertrauens erwerben dürfen.

Jahre der WWDC: Wann stellte Apple Hardware vor (Rückblick)

Für den Hersteller gilt jedoch: Zu viel Sahne macht wohl fett! Nicht auf jeder WWDC gab es daher auch neue Hardware zu bestaunen, Jahre der Enthaltsamkeit sind durchaus keine Ausnahme. Erst Ende des letzten Jahrhunderts nutze Apple die Gelegenheit zur Vorstellung neuer Hardware-Produkte, davor konzentrierte man sich (weitestgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet) auf die eigentlichen Kerninhalte einer Entwicklerkonferenz. Zum besseren Verständnis folgt eine kurze Auflistung der zurückliegenden Hardware-Vorstellungen auf den Konferenzen der letzten Jahre:

1999: PowerBook G3 Lombard – Der erste Mobilrechner Apples mit USB-Schnittstellen und der bis dato dünnste Vertreter seiner Art.

2000, 2001 und 2002: Keine Hardware-Vorstellungen.

2003: Vier Jahre nach dem Power Mac G4 folgte der lang erwartetet Power Mac G5. Das Design des Aluminiumgehäuses „überlebte“ die nächsten 10 Jahre, da auch der Mac Pro darauf zurückgriff. Der G5-Prozessor hatte weniger Glück, wurde er doch ab 2006 durch Intel-CPUs ersetzt. Ebenfalls vorgestellt wurde die ursprüngliche iSight-Kamera – eine externe Webcam im Alu-Tubus mit FireWire-Schnittstelle und gedacht für iChat AV. Sozusagen dem Urahn von FaceTime. Übrigens: Die Kamera bekamen die Besucher der WWDC geschenkt.

2004: Der ein Jahr zuvor präsentierte Power Mac G5 bekommt drei neue und passende Cinema Displays zur Seite gestellt – alle drei Modelle bestehen aus Aluminium. Besonderes Highlight neben dem 20- und 23-Zoll-Modell und bis heute noch immer der größte Apple-Monitor: Das Cinema Display in 30 Zoll!

2005: Keine Hardware-Vorstellungen.

2006: Auf der vorigen WWDC vermeldete Steve Jobs den sukzessiven Umstieg von der PowerPC- auf die Intel-Prozessor-Architektur. 2006 zeigte man vorab erstmals den Erben des Power Mac, den Mac Pro und die Intel-Variante des Xserves. Beide jeweils mit Intel Xeon-CPUs angetrieben.

2007: Keine Hardware-Vorstellungen.

2008: Ein Jahr nach Einführung des originalen iPhones zeigte Apple dessen Nachfolger – das iPhone 3G. Dessen Namen beinhaltete auch gleich eine der größten Änderung, nämlich die Unterstützung des UMTS-Mobilfunkstandards, auch bekannt als 3G.

2009: Darauf folgte das iPhone 3GS – äußerlich unverändert, im Inneren jedoch gründlich renoviert und beschleunigt. Bis September 2012 fand sich das Smartphone noch im Apple-Portfolio.

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2010: Das iPhone 4 war unzweifelhaft der bis dahin größte Schritt in der Entwicklung des Apple-Telefons: Retina Display, FaceTime und eine anständige Fotokamera hielten Einzug, nebst eines bis heute zeitlosen Gehäusedesigns. Kurios zuvor: Die Story des verlorenen iPhone-4-Prototypen. Kommt ein Apple-Mitarbeiter in eine Bar… Klingt witzig, Apple-Chef Steve Jobs konnte drüber aber nicht wirklich lachen.

2011: Keine Hardware-Vorstellungen. PS: Der letzte offizielle Auftritt von Steve Jobs.

2012: Das MacBook Air und das bisherige MacBook Pro erhielten ein größeres Update. Neben neuen Prozessoren setzte Apple erstmals in einem Mac auf USB 3.0. Dafür wurde das bisherige 17-Zoll-Modell aufs Abstellgleis gestellt. Gänzlich neu: Das MacBook Pro mit Retina Display. Dünner als das bisherige Pro und mit einem hochauflösenden 15-Zoll-Bildschirm ausstaffiert.

2013: Das kleinere Update des MacBook Air ist nicht der Rede der wert. Gegensätzlich zum neuen Mac Pro. Lange hatte sich Apple Zeit dafür gelassen. Angekündigt wurde der revolutionäre Tubus-Rechner dann auf der WWDC für Ende des Jahres. Bis heute übrigens unverändert und ohne Update im Programm.

2014: Keine Hardware-Vorstellungen.

2015: Keine Hardware-Vorstellungen.

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WWDC-Erwartungen: Was werden wir heute neben iOS und macOS sehen?

WWDC 2016: Erwartet uns neue Hardware?

In den letzten zwei Jahren verzichtete Apple also auf die Vorstellung neuer Hardware. Ein neuer unumkehrbarer Trend? Was spricht gegen, was spricht für die Vorstellung neuer Hardware auf der WWDC 2016?

Dagegen:

  • Apple hat mittlerweile zu viele Software(Entwickler)-Themen, neben iOS und OS X jetzt auch noch tvOS und watchOS, da bleibt keine Zeit mehr für Hardware.
  • Apple nutzt lieber eigene Sonderveranstaltungen für Produktvorstellungen. Diese sind kurzfristiger planbar und somit flexibler, im Gegensatz zu einem Großereignis wie die WWDC.
  • Neue Produkte sind noch nicht fertig, werden frühestens für den Herbst erwartet.

Dafür:

  • Die Keynote der WWDC am 13. Juni 2016 findet diesmal im größeren Bill Graham Civic Auditorium statt. Diesen Ort wählte Apple im letzten Jahr explizit für die Vorstellung des iPhone 6s, des neuen Apple TV und des iPad Pro. Der Ort konnte seine Eignung für eine breitflächige Berichterstattung also schon unter Beweis stellen.
  • Eine Reihe von Produkten sind für ein Update längst überfällig, darunter das MacBook Pro mit Retina Display, der Mac Pro, das Thunderbolt Display und der Mac mini.
  • Ein technologisch spannendes Thema – wie beispielsweise die Einführung von Thunderbolt 3 – ist prädestiniert für die WWDC.

Unsere Einschätzung: Die Chancen stehen in diesem Jahr gut für neue Hardware. Insbesondere die noch ausstehenden Neuerungen im Bereich des MacBook Pro mit Retina Display und des Mac Pro sind heiße Kandidaten für eine Hardwarevorstellung auf der WWDC. So wird derzeit schon seit Monaten bezüglich besonders dünner Varianten des MacBook Pro spekuliert. Denkbar wäre in diesem Falle aber auch die Erweiterung des aktuellen 12-Zoll-MacBooks um ein größeres 14/15-Zoll-Modell. Der Mac Pro hat des Weiteren seit seiner Vorstellung im Jahre 2013 kein Update erlebt, das Thunderbolt Display muss sogar schon seit fünf Jahren ohne Änderung ausharren.

Der Schlüssel zu all diesen überfälligen Updates könnte Thunderbolt 3 sein. Die aktuellste Variante der von Intel und Apple entwickelten Universalschnittstelle ist nicht nur doppelt so schnell wie Thunderbolt 2 (40 Gbps), sondern setzt auch auf einen neuen Anschluss. Dieser entspricht USB 3.1 Typ-C, gleichfalls findet sich daher auch das neueste USB-Protokoll in Thunderbolt 3 integriert – ein wahrer Tausendsassa. Die Frage ist daher nicht, ob Apple Thunderbolt 3 demnächst einführen wird, sondern eher wann. Die WWDC startend am 13. Juni wäre ein passender Termin.

Wir werden voller Spannung auf die Ankündigungen im Juni warten und live am 13.06.2016 berichten.

Blick über den Tellerrand – MS Surface Book im Test gegen das MacBook Pro:

Surface Book vs. Macbook.

Umfrage: War die WWDC-Keynote 2019 top oder ein Flop?

Soeben ist die Keynote 2019 zu Ende gegangen. Du hast sie mitverfolgt oder dich bereits über die Neuerungen informiert? Dann möchten wir gerne wissen: Was hälst du von den Ankündigungen? Vergib in unserer Umfrage Schulnoten an Apple.

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