Keynote-Zusammenfassung: Neues iOS, neues macOS – doch etwas fehlte

Thomas Konrad 7

Selten war in den letzten Jahren so wenig über eine Keynote bekannt wie bei der WWDC 2018. Gab es neben viel neuer Software auch neue Hardware? Wir klären auf.

Keynote-Zusammenfassung: Neues iOS, neues macOS – doch etwas fehlte
Bildquelle: Apple.

iOS 12: Memojis – und noch ein bisschen mehr

Sieben Wochen hatte es gedauert, bis die Hälfte aller Nutzer im letzten Jahr auf iOS 11 gewechselt hatten. Inzwischen sind es sogar 81 Prozent – darauf ist Apple auch in diesem Jahr stolz. Damit auch iOS 12 zum Erfolg wird, hat sich Apple vor allem eines vorgenommen: die neueste Version des Systems noch effizienter zu machen.

iOS 12 wird die gleichen Geräte unterstützen, die iOS 11 schon jetzt unterstützt – also auch Hardware aus dem Jahr 2013. Die neue Software soll alltägliche Aktionen wie das Öffnen der Kamera und das Starten von Apps auch unter Belastung deutlich schneller machen.

Augmented Reality hatte sich Apple schon vor einem Jahr auf die Fahne geschrieben. Für iOS 12 gibt es auch in dieser Hinsicht gute Neuigkeiten: Ein neues Dateiformat, das mit Adobes Creative Cloud funktioniert, soll es Entwicklern und Designern noch einfacher machen, AR-Anwendungen zu erstellen. Dazu gibt es neue Schnittstellen für Entwickler. Eine neue AR-App zum Messen von Objekten in 2D und 3D hat auch Apple im Programm – sie ist Teil von iOS 12.

Auch für Siri hat sich Apple etwas vorgenommen. „Endlich!“, werden viele sagen. Apps können für Siri so genannte „Shortcuts“ kreieren – einfache Aktionen, die Anwender regelmäßig benötigen. Siri kann solche Aktionen dann zur passenden Tageszeit auf dem Lockscreen vorschlagen – zum Beispiel die Bestellung von Kaffee am Morgen. Anwender können solche Shortcuts sogar selbst erstellen – mit einer neuen Applikation, die ebenfalls auf den Namen „Shortcuts“ hört.

Kurz wurde auf der Keynote auch über Apples News-App gesprochen: Es gibt eine neue Seitenleiste auf dem iPad und künftig auch Nachrichten in der Aktien-App. Alles nett, jedoch: News gibt es hierzulande wohl auch mit iOS 12 noch nicht. Ein paar Neuerungen spendiert Apple der App Sprachmemos, die es mit iOS 12 auch auf dem iPad geben wird.

„Nicht stören“ wird in iOS 12 kräftig erweitert. Das liegt derzeit auch stark im Trend. Anwender können mit iOS 12 zum Beispiel festlegen, dass das iPhone nachts keine Mitteilungen auf dem Lockscreen anzeigt. Auch lässt sich der Modus zeitlich begrenzt aktivieren. Noch interessanter ist die Funktion „Screen Time“: Hier kann man genau sehen, wie lange man Apps verwendet, welche Apps die meisten Mitteilungen senden und kann einzelne Limits für die Verwendung festlegen. Löblich!

Animojis zeigen Zunge – und den Besitzer

Mit iOS 12 können Animojis auch Zunge zeigen – iPhone X weiterhin vorausgesetzt. Und: Nutzer können mit iOS 12 ein neues Animoji von sich selbst erstellen – Apple nennt das Memoji. Dafür gab es – das war zu erwarten – viel Applaus. Und das auch, weil sich diese Eigen-Animojis effektvoll via iMessage und FaceTime in Szene setzen lassen. FaceTime ging übrigens auch nicht leer aus und bekommt: Gruppen-Anrufe mit bis zu 32 (!) Teilnehmern.

watchOS 5: Yoga, Wandern und Walkie-Talkie

Das war absehbar: Apple spendiert watchOS 5 neue Workout-Optionen – für Yoga und Wandern. Wer draußen joggt, bekommt außerdem mehr Feedback. Nützlich ist die automatische Erkennung einer Trainingseinheit: So muss man sich nicht mehr darüber ärgern, dass ein längerer Spaziergang nicht als Training gewertet werden kann.

Neu für die Apple Watch ist dazu Apples hauseigene Podcast-App und die Funktion Walkie-Talkie. Letztere lässt zwei Apple-Watch-Träger nahezu direkt miteinander Sprechen – es braucht jeweils nur ein kurzes Tippen. Walkie-Talkie eben!

Auch wenn es die Entwickler im Saal vermutlich weniger interessierte, zeigte Apple ein paar Neuerungen für die TV-Plattform tvOS. Neu unter anderem: Hübsche ISS-Bildschirmschoner und Dolby-Atmos-Sound.

macOS Mojave: Ein „großer Sprung“ für den Mac

„Wir lieben den Mac“, bekräftigt Tim Cook. Nicht immer konnte man das Apple in den letzten Jahren glauben. Für die Plattform verspricht der CEO einen großen Sprung nach vorne. Eine der größten optischen Neuerungen ist, wie vermutet, ein waschechter Dark Mode – für alle Benutzeroberflächen und Apps, sogar für iTunes und den Kalender.

Ähnliches hat es auf dem Mac länger nicht gegeben: macOS Mojave bringt die Stapel aus dem Dock auf den Desktop. Das sorgt für mehr Ordnung und ist, wie wir finden, eine sehr clevere Idee. Warum da noch keiner drauf gekommen ist?

Ähnlich nützlich: Mac und iPhone arbeiten nun bei Bildern noch enger zusammen. Wenn zum Beispiel in Keynote noch ein Foto oder ein Scan fehlt, lässt sich das schnell auf dem iPhone aufnehmen – und landet direkt in der Präsentation.

Ansonsten: Mehr Sicherheit, weniger Trackingmöglichkeiten – auch das ein Trend – und drei neue Apps: Nachrichten (wohl nicht für Deutschland, Österreich, Schweiz), Aktien und Sprachmemos.

Apples Chef-Entwickler Federighi beruhigte zum Ende noch diejenigen Entwickler, die befürchteten, Apple werde iOS und macOS nach und nach verschmelzen. Seine Botschaft ist eindeutig:

MacBook Pros, AirPower und (nichts) mehr

Es werde heute nur um Software gehen, versprach Tim Cook zu Beginn der Keynote. Und er hat Wort gehalten: Keine neuen MacBook Pros, kein AirPower, kein günstiger HomePod. Das kann man so von einer WWDC-Keynote, die traditionell den Fokus auf Software hat, so erwarten. Muss man aber nicht: Die Veranstaltung vor einem Jahr zum Beispiel wurde zu einem wahren Produktfeuerwerk.

Auf die Software müssen wir noch eine Weile warten: Die neuen Versionen von iOS, watchOS und Co. kommen im Herbst. Was ist euer Fazit zur diesjährigen WWDC-Keynote?

Bilder: Apple

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