5G wird „unfassbar teuer“: CDU-Politiker beerdigt Hoffnungen auf schnelles Internet

Simon Stich 11

Das schnelle mobile Internet über den 5G-Standard wird kommen. Doch wird es auch überall in Deutschland nutzbar sein? Kanzleramtschef Helge Braun findet das nicht realistisch. Ein flächendeckendes 5G bleibt wohl eine Illusion.

5G wird „unfassbar teuer“: CDU-Politiker beerdigt Hoffnungen auf schnelles Internet
Bildquelle: Pexels CC0.

5G wird nicht überall verfügbar sein

„Unfassbar teuer“ wird der Mobilfunkstandard 5G in Deutschland – das prophezeit der Kanzleramtschef Helge Braun in einem Interview mit der Zeit. Ihm zufolge sind die Kosten so hoch, dass es eine flächendeckende Verbreitung des mobilen Internets der neuen Generation schlicht nicht geben wird. Es sei „weder bedarfsgerecht noch realistisch“, wenn Provider ein solches Versprechen abgeben würden. Bevor überhaupt von 5G geträumt wird, soll zunächst 4G in ganz Deutschland nutzbar sein.

Der Mobilfunkstandard 5G bringt nicht nur deutlich höhere Übertragungsraten, sondern erlaubt auch eine massenhafte gleichzeitige Anmeldung von Geräten. Das ist besonders für die Industrie interessant, die ihre Produkte miteinander vernetzen möchte. Dazu gehören unter anderem autonom fahrende Autos, die riesige Datenmengen in Echtzeit übertragen müssen. Entsprechend macht zum Beispiel der Verband der Automobilindustrie Druck. „Automobile werden voll vernetzt und damit schon bald echte Internet-Devices. Dafür ist ein schnelles und flächendeckendes 5G-Netz Voraussetzung“, sagt Volkswagen-Chef Herbert Diess.

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5G-Lizenzen: Versteigerung Anfang 2019

Zu Beginn des nächsten Jahres sollen die Frequenzen für 5G versteigert werden. Über die Bedingungen wird derzeit beraten, im November soll dann Klarheit herrschen. Ab 2020 ist mit dem Einsatz der Technologie zu rechnen.

Währenddessen beschwören die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (o2), dass die Abdeckung mit 4G in Deutschland mittlerweile weit vorangeschritten ist. Vodafone besitzt nun 17.000 LTE-Anlagen, die 93 Prozent der Bevölkerung abdecken. Im Juli und August sind rund 400 neue LTE-Stationen in Betrieb genommen worden, heißt es. Die Deutsche Telekom gibt an, dass sie 97,5 Prozent der Bevölkerung mit LTE abdeckt. Bei Telefónica sollen es nach eigenen Angaben knapp 85 Prozent sein.

Telefónica-Chef Markus Haas selbst ist auch skeptisch, was den weiteren Ausbau des Mobilfunknetzes in Deutschland angeht. Ihm zufolge ist eine hundertprozentige Abdeckung nicht möglich, ohne Tausende neue Antennen aufzustellen. Funklöcher werden uns deshalb weiter begleiten. Was glaubt ihr?

Quelle: Zeit Online

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