Akku über WLAN aufladen bald möglich – mit jedem beliebigen Router

Tuan Le 7

Nie wieder leere Akkus dank WLAN: Das klingt auf dem ersten Blick ein wenig seltsam. Tatsächlich könnten Smartphones aber in Zukunft über die drahtlose Netzwerktechnologie aufgeladen werden. Forscher an der Universität in Washington haben eine Möglichkeit gefunden, handelsübliche Router zu kleinen Kraftwerken umzufunktionieren, um eine Stromübertragung bis zu einer Distanz von 8 Metern möglich zu machen.

Akku über WLAN aufladen bald möglich – mit jedem beliebigen Router

Kabellose Technologien zur Energiezufuhr finden derzeit in der Smartphone-Technologie regen Zuspruch. Schon seit einiger Zeit arbeiten verschiedene Unternehmen daran, mobile Geräte auch ganz ohne die Verwendung von Kabeln bequem aufladen zu können. Zwar gibt es mit drahtlosen Ladeadaptern, die Smartphones per Qi Wireless-Standard mit Strom versorgen, erste massentaugliche Erfolge, doch besteht die nächste technische Hürde daran, die Distanz beim Aufladen weiter zu erhöhen. Den Forschern an der Universität in Washington ist genau dies offenbar nun gelungen – und zwar interessanterweise mithilfe von WLAN-Routern.

WLAN-Router zum Aufladen benutzen – mit nur einem Firmware-Update

Eigentlich dienen WLAN-Router zur Errichtung eines Netzwerkes, mit dem sich verschiedenste Geräte untereinander sowie mit dem Internet verbinden können. Hierzu werden Funkwellen über Kanäle gesendet, die laut den Forschern mithilfe entsprechender Modifikationen auch zum Aufladen von Smartphones verwendet werden könnten. Während dazu im Grunde genommen jeder herkömmliche Router verwendet werden kann, ist bei den Smartphones die Integration spezieller Sensoren notwendig, die die vom Router ausgesendeten Energie-Funkwellen auffangen. Balanciert man die Menge der ausgesendeten Energiewellen und herkömmlichen WLAN-Funkwellen aus, so sollte im Idealfall eine ausreichende Stromzufuhr für mehrere Geräte gewährleistet werden können, ohne dabei die WLAN-Qualität zu beeinflussen.

Getestet wurde die neue Technologie bereits beim Aufladen eines Temperatursensors, einer Kamera sowie wiederaufladbaren Batterien, bis zu einer Distanz von 5, 6 und etwas mehr als 8 Metern. Das klingt im ersten Moment eher enttäuschend und nicht unbedingt danach als könne man mit der Technologie auch Smartphones mit ausreichend Strom versorgen. Bislang gibt es allerdings durch die FCC-Behörde eine Höchstgrenze von 1 Watt für die Stromausgabe über Funkrouter: Sollte diese Regelung in Zukunft gelockert werden könnten, würden auch die Möglichkeiten der Technologie ausgeweitet werden können.

Noch ist die Arbeit der Forscher als ein Proof-of-Concept zu verstehen, das ohne Weiteres noch nicht massentauglich eingesetzt werden kann. Spannend ist die Entwicklung aber durchaus, vor allem da gewöhnliche Router zur Stromübertragung verwendet werden können. Dies unterscheidet das Projekt etwa von der uBeam-Technologie, die mithilfe von speziellen Sendegeräten Ultraschallwellen zur Stromübertragung verwendet. Welche Technologie sich durchsetzen wird, bleibt weiterhin abzuwarten.

Quelle: University of Washington via Wired

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