Was haben wechselbare Akkus und Sandwichmaker gemeinsam? Beides sind großartige Ideen – in der Theorie. In der Praxis scheitern sie aber an der Faulheit der Menschen. Entgegen der landläufigen Meinung stellen fest verbaute Akkus kein Problem dar.

 

Akku: Wissenswertes rund um die Energiespeicher

Facts 

Wir alle besitzen ein Arsenal an unnützen Küchengeräten, das wir mit der Zeit angesammelt haben. Da wäre natürlich der Milchchaufschäumer, den wir vor Jahren mal für ein paar Euro erstanden haben und uns damit allen Ernstes einbildeten, aus unserer billigen Filtermaschine eine Vollautomaten à la Starbucks zaubern zu können. Oder der Kontaktgrill, weil uns im Fernsehen George Foreman so imponierte: „Och, für 66 Jahre sieht der aber noch top aus! Vielleicht liegt das ja echt an seinem Grill ...“ Entsafter, Salatschleuder, Crème-brûlée-Bunsenbrenner, Friteuse, Eiscrusher ... – wie viel mehr Platz und Geld hätten wir, hätten wir all diese dämlichen Impulskäufe nicht getätigt. Die Krone unter den unnützen Küchengeräten trägt aber ohne Zweifel der Sandwichmaker. Genau: Der Sandwichmaker, der ganz hinten in unserem Küchenschrank liegt und der so eingestaubt ist, dass wir seine Farbe nicht mehr erkennen können.

In unserer Vorstellung haben wir uns gesehen, wie wir mindestens zweimal die Woche leckere Sandwiches machen. Mit Ei zum Beispiel, Putenbrust oder Käse und natürlich Nutella. Wie das (ja, DAS!) warme Nutella sich auf den gerösteten Toastbrotscheiben verteilt, es jede in Pore eindringt und dann schließlich mit einem großen Bissen in unserem Mund landet – herrlich.

Tatsächlich haben wir auch Sandwiches gemacht – also so zwei oder dreimal. Vielleicht auch viermal. Dann wurde uns das ganze Prozedere aber doch zu umständlich: Das warme Nutella hat auf der Couch gekleckert, die Küche hat danach immer so gestunken und den angebrannten Käse von den Sandwichplatten zu entfernen, war eine Qual sondergleichen. Und so verschwand der fast neue Sandwichmaker unauffällig wieder im Küchenschrank.

Der Sandwichmaker und wechselbare Akkus haben eine Menge gemeinsam: Beides sind großartige Ideen – in der Theorie. Was war der Aufschrei groß, als Samsung beim Galaxy S6 kurzerhand den Wechsel-Akku gestrichen hat. „Nie mehr Samsung“ oder „Einen Käufer weniger“ hieß es dann oft in den Kommentaren. Die Reaktionen sind zwar nachvollziehbar, da der Verzicht auf ein gewohntes Feature immer schmerzt. Doch seien wir ehrlich: Wie oft wird denn in der Realität von der Möglichkeit auch Gebrauch gemacht, einen Akku wechseln zu können? So gut wie gar nicht, behaupte ich. Denn genau wie der Sandwichmaker scheitert der Wechsel-Akku an den vielen Unbequemlichkeiten in der Praxis.

Natürlich ist es praktisch, den Akku flink auswechseln zu können, wenn sich der Saft beim eigenen Smartphone langsam aber sicher dem Ende nähert. Wenn zum Beispiel noch einen wichtiger Anruf getätigt muss, man auf eine E-Mail wartet oder sich während der Zugfahrt einfach mit Musik beschallen möchte. Aus diesen Gründen hatte ich bei meinem alten Samsung Galaxy Note 2 – dem letzten Gerät in meiner langen Smartphone-Geschichte, dessen Akku man hat tauschen können – immer einen Zweit-Akku dabei.

Wechselbare Akkus scheitern an unserer Faulheit

Obwohl, nein: Nicht immer, nur am Anfang. Nachdem mich nämlich der wechselbare Akku vor der zeitweiligen Smartphone-Abstinenz rettete, begannen nun die Probleme – denn jetzt musste ich zwei Akkus wieder aufladen. Zuhause angekommen, stöpselte ich das Smartphone dann an die Steckdose und lud zunächst den Wechsel-Akku auf. Als dieser dann voll war, schaltete ich das Gerät aus, entfernte die Rückseite, tauschte den nun vollgeladenen Wechsel-Akku mit dem Original-Akku aus und lud anschließend diesen wieder auf. Dieses mühselige Prozedere war jedes mal nötig, wenn ich den zweiten Akku auch tatsächlich benutzt habe.

Das hört sich nach einer Kleinigkeit an – und ich gebe zu: das ist auch! Es ist aber auch unglaublich nervtötend. Ständig darauf zu achten, dass der wechselbare Akku auch vollgeladen ist, hat genauso wenig Spaß gemacht wie angebrannten Käse vom Sandwichmaker zu kratzen. Mit der Zeit wurde mir das lustige „Akku wechseln und aufladen“-Spielchen zu aufwändig. Ich ließ den Zweit-Akku einfach in meiner Schublade und nahm ihn nicht mehr mit.

Sicher, es mag eine kleine Gruppe geben, für die das lediglich eine Petitesse ist. Die Original- und Wechsel-Akku regelmäßig in Gebrauch haben und beide ohne zu Murren wieder aufladen. Die halte ich allerdings für eine Minderheit. Den meisten Nutzern unterstelle ich nämlich, genauso faul zu sein wie ich. Dass sie zwei- oder dreimal einen wechselbaren Akku benutzt, aus Bequemlichkeit aber schlussendlich darauf verzichtet haben.

Akkupacks und Quickcharge lösen das Problem

Und was ist mit dem dringenden Anruf, der wichtigen E-Mail oder der Musik, die während der Bahnfahrt so überlebensnotwendig ist? Wenn sich heute der Akku meines Smartphones verabschiedet, ziehe ich eine schlanke Powerbank aus meiner Tasche, die man mittlerweile für ein paar Euro hinterhergeschmissen bekommt. Die hat nicht nur eine größere mAh-Kapazität und kann mein Nexus 5 gleich zweimal mit Saft versorgen – ich kann ich sie auch ohne Probleme wieder aufladen, ohne gleich die Rückseite meines Handys abnehmen zu müssen. Neue Smartphones sind zudem immer häufiger mit Quickcharge-Verfahren ausgestattet – mein nächstes Smartphone wird also nach ein paar Minuten Ladezeit mit ausreichend Strom für mehrere Stunden der Nutzung versorgt.

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Bild ganz oben: Das LG G4 ist eines der wenigen aktuellen High-End-Geräte, die noch einen Wechsel-Akku besitzen.

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Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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