Explosionssicher: US-Navy könnte Akku-Revolution gelingen

Simon Stich 3

Nickel und Zink statt Lithium-Ionen: Forscher der US-Navy haben einen neuen Energiespeicher präsentiert, der nicht explodieren kann. Viele Tests sind bereits erfolgreich verlaufen, doch es gibt einen Haken.

Explosionssicher: US-Navy könnte Akku-Revolution gelingen

Lithium-Ionen-Akkus sind allgegenwärtig. Sie stecken in unseren Smartphones, werden brav von uns aufgeladen … und wenn alles gut läuft, explodieren sie nicht. Manchmal aber leider schon. Grund genug für das US Naval Research Laboratory (NRL), sich nach Alternativen umzusehen.

Neue Methode für alte Technik

Batterien auf der Basis von Nickel und Zink sind nichts Neues. Doch wenn es um das Aufladen geht, liegen Lithium-Ionen-Akkus weit vorne: Im Laufe der Zeit entwickeln Nickel-Zink-Batterien nämlich leitendes Dendrit, was zu Kurzschlüssen führen kann. Mit der neuen Methode des NRLs konnte dies erstmals über einen längeren Zeitraum verhindert werden. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass auch normale Batterien (also keine Akkus) so länger halten.

Bilderstrecke starten
21 Bilder
Energieverbrauch: Das kosten Amazon Echo, Philips Hue, MacBook Pro & Co.

Nickel, Zink, und ein „3D-Schwamm“

Die Forscher der US-Navy haben einen „3D-Schwamm“ entwickelt, der den Strom gleichmäßiger auf der Zink-Anode verteilt. Auch wenn es sich nur um fortgeschrittene Tests handelt, konnten die Akkus bei über 100 Ladevorgängen mit Lithium-Ionen-Akkus mithalten. Bei einer fortgeführten Nutzung liegen Lithium-Ionen-Akkus aber noch vorne. Genau daran arbeiten die Forscher nun – 100 Ladevorgänge sind viel zu wenig für den Alltagsgebrauch.

Nanoskin: Aufkleber für mehr Akkulaufzeit.

Weniger Gewicht, keine Explosionen

Sie explodieren nicht und sind auch noch leichter als herkömmliche Energiespeicher. Die neuen „Ni-3D Zn“ genannten Akkus könnten den Batteriemarkt tatsächlich revolutionieren. Nicht nur Smartphones und andere kleine Elektrogeräte könnten profitieren, auch der Elektroautomarkt wird sich die Ergebnisse der US-Navy-Forscher sehr genau ansehen.

Markteinführung nicht vor Ende 2019

Dr. Jeffrey Long vom NRL zufolge handelt es sich bei „Ni-3D Zn“ um eine „echte Alternative“, die sicherer sei und zudem Einschränkungen beim Transport, zum Beispiel im Flugzeug, aus dem Weg räumen kann. Eine schnelle Einführung auf dem Markt ist aber wohl ausgeschlossen. Es wird davon ausgegangen, dass die neuen Akkus erst Ende 2019 verkaufsreif sein werden.

Quelle: Ubergizmo, Engadget

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung