Aluminium-Akku lädt in einer Minute und kann gefaltet werden

Rafael Thiel 6

Während uns die Industrie jedes Jahr aufs Neue rechenstärkere Prozessoren und hochauflösendere Bildschirme beschert, steht der große Durchbruch in der Energiespeicherung noch aus. Dabei ist der Akku der Unterbau eines jeden Smartphones – ohne Saft geht schließlich nichts und stundenlanges Aufladen ist in der Regel nicht praktikabel. Wissenschaftler der renommierten Stanford University haben dafür einen neuartigen Energiespeicher entwickelt, der sich innerhalb einer Minute voll aufladen lässt und sogar flexibel ist.

Aluminium-Akku lädt in einer Minute und kann gefaltet werden

Der alltägliche Gang zum Ladekabel ist für Smartphones, Smartwatches und Co. in der Regel unerlässlich. Für den Benutzer besonders nervig wird es, wenn der Akku im Laufe des Tages schlappmacht – bei den heutigen Boliden, die immer schmaler und zierlicher werden, ist oftmals schlicht kein Platz für einen größeren Energiespeicher.

Die Vorteile von Aluminium: Kurze Ladedauer, Flexibilität und Langlebigkeit

Damit der Boxenstopp zumindest zeitlich weniger ins Gewicht fällt, haben Wissenschaftler der Stanford University einen binnen einer Minute aufladbaren Akku entwickelt. Dieser verzichtet auf die heutzutage üblichen Lithium-Ionen und setzt stattdessen auf Aluminium. Dieses findet bei der Anode Verwendung und dient obendrein ionisiert als Energieträger. Die Kathode besteht derweil aus Graphit. In einem kurzen Video stellen die Forscher ihre Errungenschaft vor:

In der Vergangenheit wurde zwar bereits an solchen Akkumulatoren geforscht, diese wiesen jedoch stets ein zu niedriges Spannungspotential auf. Außerdem waren derartige Prototypen nicht sonderlich langlebig. Mithilfe eines neuen Verfahrens ist es jetzt allerdings gelungen, Aluminium in die galvanische Zelle, wo die chemische Energiespeicherung stattfindet, zu integrieren und dabei dennoch zufriedenstellende Voltzahlen sowie Ladezyklen zu erreichen.

Ein solcher Akku kann innerhalb einer Minute aufgeladen werden und ist zudem sogar flexibel. Das erlaubt es beispielsweise, begrenztes Gehäusevolumen effizienter auszunutzen und könnte langfristig faltbare Smartphones ermöglichen, so die Entwickler. Außerdem ist die Technologie in der Produktion kostengünstiger, da Aluminium billiger ist als Lithium. Als ob das nicht schon genug Vorteile wären, ist die Materialkombination weitaus sicherer: Lithium-Akkus sind entzündbar, Aluminium-Akkus dagegen können sogar während der Benutzung beschädigt werden, ohne zu überhitzen.

Doch der Massenproduktion steht auch noch einiges im Weg: Die Prototypen erzielen derzeit nur bis zu 2 Volt, bei aktuellen Endgeräten sind jedoch 3,7 bis 4,2 Volt vonnöten. Außerdem ist die Energiedichte noch nicht hoch genug. Die Forschung an dem Konzept geht aber selbstredend weiter und das Team ist zuversichtlich, auch noch die letzten Hürden zu nehmen.

Quelle: Stanford via Geek, Digital Trends

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