China-Handy: Kosten und Gebühren beim Kauf in Fernost-Shops

Christin Richter 1

Smartphones aus Fernost locken mit neuer Technik zu günstigen Preisen. Marken wie Xiaomi, Honor, Huawei und Meizu werden auch hierzulande immer bekannter. Was ihr bei Top-Angeboten aus Asien beachten müsst, welche Kosten euch bei China-Handys erwarten und woher die (Zoll-)Gebühren kommen, lest ihr im folgenden Ratgeber.

Unter den besten China-Handys finden sich wahre Schnäppchen für Sparfüchse mit technischen Besonderheiten: So besitzt beispielsweise ein Meizu-Modell ein zweites Display auf der Geräterückseite, das Display des Doogee Mix 4 ist tatsächlich randlos, das Xiaomi Mi 8x soll einen Fingerabdrucksensor im Display besitzen und auch Honor und Huawei finden immer mehr Fans. Wollt ihr ein China-Handy kaufen, solltet ihr allerdings wissen, welche Kosten auf euch zukommen und warum die Geräte in unseren Breiten teurer angeboten werden.

Top-China-Handys bei Banggood *

Inhaltsverzeichnis

Das High-End-Smartphone Xiaomi-Mi-5S besitzt Ultraschall-Fingerabdruckleser und ein Android-Betriebssystem.

Darum kosten China-Handys in der Heimat weniger

Zahlreiche Hersteller haben einen Weg gefunden, ihre Produkte hierzulande anzubieten. Wollen die Hersteller ihre Smartphones nach Europa verkaufen, entstehen Kosten, welche auf die Endkunden umgelegt werden. Sprich: Um das Gerät hierzulande kaufen zu können, müssen teurere Preise in Kauf genommen werden. Wir bezahlen für folgende Lizenzen, Patente, Rechte und Zeichen:

  • Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) vereint GEMA, VG Wort und andere Verwertungsgesellschaften. Pro Smartphone zahlen Hersteller 5-6,25 Euro an die ZPÜ.
  • Die Produzenten sollten für ihre Geräte Patente erwerben – beispielsweise für technische Details oder besondere Bauteile. Sonst kann das zu langwierigen Patentstreiten wie zwischen Samsung und Apple führen.
  • Auch der landessprachliche Service in Geschäften, Werkstätten, am Telefon- oder E-Mail-Support, eine deutschsprachige Webseite und Presseverteiler kosten Geld, welches auf den Kaufpreis der Handys aus China und anderen Teilen der Welt addiert wird.
  • Die Mehrwertsteuer in China beträgt nur 17 Prozent – in Deutschland 19 Prozent. Ergo werden die Smartphones hier teurer verkauft.
  • Frachtkosten: Die Kosten der Lieferungen beispielsweise per Luftfracht addieren sich im Vergleich zum lokalen Verkauf in China.
  • Preisgefälle: Die Marge für Angestellte, Nebenkosten oder auch Miete der Läden fallen in Fernost geringer aus, ergo können Handys dort günstiger angeboten werden.
  • Um Elektronik in der EU verkaufen zu können, müssen die Hersteller die geltende Kennzeichnungspflicht sowie Zertifikate, Lizenzen und Richtlinien beachten. Mehr dazu im folgenden Absatz.

Ob das Huawei P20 Pro mit dem iPhone X mithalten kann oder in welchen Punkten es das Original sogar schlägt, erfahrt ihr in unserer Bilderstrecke:

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10 Bilder
Huawei P20 Pro und iPhone X im Vergleich: Kopie und Original im knallharten Kampf.

 

  • CE-Zeichen: Trägt ein Produkt dieses Symbol, bestätigt der Hersteller, dass es den EU-Sicherheitsrichtlinien entspricht und zuverlässig im Europäischen Wirtschaftsraum genutzt werden kann. Das Zeichen ist Voraussetzung, um elektronische und elektrische Geräte in Europa verkaufen zu dürfen.
  • WiFi & BQB (Bluetooth Qualification Body): Ein so gekennzeichnetes Handy durchlief die Bluetooth-Tests der Special Interest Group und darf das Wi-Fi-Label tragen, welches die Verbraucher kennen. Das Smartphone entspricht den Vorschriften und ist im WiFi-System kompatibel.
  • REACH-Verordnung: Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben sich über die Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe geeinigt, um Anwender und Umwelt vor Giftstoffen zu schützen. Möchten Hersteller ihre Geräte hierzulande anbieten, müssen sie den Richtlinien entsprechen.
  • RoHS (Restriction of certain Hazardous Substances): Hierbei handelt es sich ebenfalls um Richtlinien für Elektro- und Elektronikgeräte. RoHS-konforme Produktion verhindert Gifte aus Elektroschrott. Die jährliche Garantieaktualisierung oder Abhol- und Bereitstellungsanordnungen verursachen Kosten für China-Handys, die für den Verkauf im Heimatland nicht anfallen.
  • Die GCF-Zertifizierung des Global Certification Forum entspricht einer Zulassung der Handys für uns bekannte technische Anforderungen. Das Forum legt Rahmenbedingungen für GSM-LTE- und UMTS-Technologien fest und zertifiziert die Netz- und Funkstandards im jeweiligen Smartphone.

Das Huawei P20 gibt es auch für den deutschen Markt. Ihr könnt euch das China-Smartphone ohne Zollgebühren einfach hier bestellen:

Huawei P20 günstig bei Amazon kaufen *

China Handy Shops: Dort könnt ihr Smartphones günstig kaufen

Gibt es eure Smartphonemarke hier nicht im Verkauf, könnt ihr euch die Geräte importieren. In diesen Onlineshops könnt ihr Handys, Handyzubehör und andere Produkte aus Fernost kaufen:

GearBest Zoll: Kosten und zollfrei bestellen

Das Honor 10 aus China kann sich sehen lassen: Neben der hervorragenden Verarbeitung erhält man hier eine starke Performance zum kleinen Preis. Die Dual-Kamera ermöglicht dank innovativem AI-Assistent scharfe Fotos auch unter schlechteren Voraussetzungen. Hier das offizielle Vorstellungsvideo des Spitzen-Smartphones:

Honor 10: Vorstellungsvideo.

Tipps für Smartphones aus China

Bis vor einiger Zeit galt, dass man beim Bestellen der Kopfhörer, Saugroboter, Scooter oder Handys aus China bei GearBest und Co. lieber zweimal hinschauen sollte. Bei einem vermeintlichen Schnäppchen aus dem Ausland konnten beispielsweise weitere Kosten beim Zoll anfallen.

Inzwischen haben sich die gängigen Online-Shops auf Kunden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern eingestellt. Neue Versandoptionen sorgen dafür, dass hierzulande Zollgebühren und häufig sogar auch Versandkosten gespart werden. Darauf deuten die Versandoptionen „Germany Express“, „Germany direct Express“ – bei GearBest auch „Germany Priority Line“ genannt – hin.

Was sonst noch zu beachten ist, haben wir zusammengefasst:

  • Für Produkte, welche außerhalb der EU hergestellt wurden, fallen Zölle an. Dazu gehört beispielsweise 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf den Warenwert. Mehr zu den Zusatzkosten lest ihr im verlinkten Artikel Zollgebühren: Das müsst ihr beim Import von Spielen, Filmen & Co. beachten.
  • Prüft, ob euch die Smartphone-Variante für den europäischen Markt angeboten wird (auch „Global Version“ genannt). Damit könnt ihr sichergehen, dass die verwendeten LTE-Bänder die hierzulande verwendeten Frequenzen unterstützen. Bei Smartphones, welche für den asiatischen Markt produziert wurden, fehlt mitunter das Frequenzband LTE 20 (800-Megahertz-Frequenz). Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica verwenden besonders auch diese Frequenz. Nicht nur in ländlichen Regionen sind die 800er-Frequenzen unverzichtbar. Außerdem ist bei Xiaomi-Handys in der Variante für chinesische Kunden häufig der Google Play Store nicht vorinstalliert.
  • Vorsicht vor Duplikaten: Wird euch ein Handy verdächtig günstig angeboten und erscheint euch die Webseite eher unprofessionell, solltet ihr die Finger vom Kauf lassen.
  • Gegen den Verlust auf dem Transportweg sichert ihr euch am besten mit einer Sendungsverfolgung ab. Für den Weg von China nach Deutschland, die Schweiz oder Österreich solltet ihr lieber teureren Versand in Kauf nehmen.

Habt ihr euch bereits ein exotisches Handys aus China bestellt? Seid ihr zufrieden und habt ein Schnäppchen ergattert oder folgte eine böse Überraschung beim Zoll? Verratet es uns in den Kommentaren.

Originalartikel: 10.08.2017 / Letztes Update: 28.08.2018

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