Krank durch Technik: WhatsAppitis, Nintendo-Nacken und Computer-Rücken

Kamal Nicholas 6

Jaja, wir lieben unsere Technik und wollen sie gar nicht mehr hergeben. Doch das andauernde Auseinandersetzen mit Smartphones, Konsolen & Co. hat auch seine Tücken. Eine davon nennt sich Repetitive Strain Injury. Aber es gibt noch mehr.

Die moderne Technik ist schon toll. Wir können sie jederzeit mitnehmen, sind immer online und haben so ständig das Wissen der Welt und die dümmsten verfügbaren Spiele in unserer Hand. Doch die ganze Sache hat auch einen Haken: Bei der Arbeit sitzen wir gekrümmt vor dem PC (ergonomische Stühle, was ist das?) und vergessen aufzustehen, auf dem Weg nach Haus blicken wir gekrümmt auf unsere Smartphones und zuhause setzen wir uns auf die Couch, um ebenfalls nicht ganz ergonomisch korrekt (also gekrümmt) auf den Fernseher zu blicken, während wir gleichzeitig unsere Tablets bedienen.

Normalerweise fühlt sich diese Haltung nicht sonderlich schädlich an. Wenn es hoch kommt, wird es mal etwas unbequem und wir strecken uns kurz, um dann schnell wieder in die gleiche Position zurückzukehren und dort zu verharren, bis die nächste Nachricht auf dem Bildschirm leuchtet.

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Repetitive Stress Injuries

Doch nicht nur diese ungesunde Körperhaltung wirkt sich auf uns aus, ebenfalls ungesund sind monotone Bewegungen, die immer und immer wieder ausgeführt werden.
Ich habe mal in einem bekannten Online-Modehaus gearbeitet, bei dem die Mitarbeiter der Abteilung Bildbearbeitung ständig mit Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk oder Karpartunnel-Syndrom nach Hause geschickt wurden.

Dieses sogenannten Repetitive Stress Injuries (RSI) treten auch an anderer Stelle auf. Die WhatsAppitis ist dabei nur ein Beispiel. Auch nicht schlecht ist die Nintendinitis, die nicht etwa nur durch zu viel Zocken an Nintendo-Konsolen entstehen, sondern natürlich auch mit Hilfe anderer Konsolen ausgelöst werden kann. Ja, zu viel Zocken und auf Controllern rumhacken kann durchaus unangenehm werden. Die folgenden Bilder sind zwar nicht „echt“, dennoch zeigen sie auf etwas dramatisierte Weise, was wir unseren Körpern in abgeschwächter Form antun.

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Den SMS-Daumen gab es schon vor über 10 Jahren, heute heißt die ganze Sache einfach anders. Die Symptome sind allerdings die gleichen: Schmerzende, überbelastete Extremitäten, Gelenke, Sehnen. Das Medikament? Abstinenz und schmerzlindernde, entzündungshemmende Salben.

Und was ist mit den Augen?

Ja, auch die Augen werden natürlich in Mitleidenschaft gezogen. Gerne als „Computer Vision Syndrome“ bezeichnet äußerst sich die Überbelastung der Augen in Problemen beim Lesen, Kopfschmerzen, doppelter Sicht und mehr.

Alles zu spät?

Natürlich nicht. Klar, Smartphones und Tablets sind unsere täglichen Begleiter und auf sie zu verzichten dürften den meisten sehr schwer fallen. Doch in Anbetracht unserer Gesundheit wäre es doch sehr gut, wenn wir alle wieder etwas mehr darauf achten, die Geräte auch mal aus der Hand zu legen und den Kopf wieder nach oben zu richten, um uns zu entspannen. Das hat außerdem auch den Vorteil, dass wir die echte Welt wieder mehr genießen können.

Wie bei allen Dingen ist es auch bei Computer & Co. Wichtig, diese Dinge in Maßen zu benutzen. Und wer weiß: Vielleicht werden Smartphones und andere gesundheitsgefährdende Geräte in Zukunft mit einem Beipackzettel versehen, der auf die Risiken und Nebenwirkungen hinweisen muss.

Quellen: PCWelt, Spiegel, Artkelbild: Liz Hafalia, The Chronicle, Bildergalerie: Game Arthtrits

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