Sind wir Handy-süchtig? Wie Apps uns dabei helfen, Smartphones seltener zu nutzen

Kamal Nicholas 1

Es ist heutzutage gar nicht mehr so einfach, nicht ständig vom eigenen Mobilfunkgerät abgelenkt zu werden und sich dann mit diesem statt mit wichtigeren Dingen zu beschäftigen. Doch es gibt Abhilfe in Form von Apps, was eigentlich absurd klingt.

Sind wir Handy-süchtig? Wie Apps uns dabei helfen, Smartphones seltener zu nutzen

Ich zähle mich selbst zu den Menschen, die recht häufig zu ihrem Smartphone greifen. In Gesellschaft versuche ich dies nicht nur aus Gründen der Unhöflichkeit zu vermeiden, doch auch im privaten versuche ich immer öfter, mal nicht wieder zum Handy zu greifen. Allerdings gelingt das selten, als ich es mir eigentlich wünsche. Bin ich schwach? Habe ich Angst, etwas Wichtiges zu verpassen? Ist es einfach nur eine blöde Angewohnheit oder hat das schon etwas mit Sucht zu tun?

Neben der selbstgewählten Ablenkung können Smartphones aber auch echte Quälgeister werden. Eine WhatsApp-Nachricht hier, eine neue Facebook-Benachrichtigung da, dazwischen Anrufe und neue E-Mails, Kalenderbenachrichtigungen, Push-Nachrichten eines Spiels, Update-Mitteilungen etc. Alle diese Benachrichtigungen sind oftmals alles andere als wichtig, reißen uns aber dennoch aus nicht selten viel Bedeutenderem heraus. Und das Multitasking nicht sonderlich effizient ist und vor allem nervt, haben wir ja bereits erwähnt

Dass das alles ziemlich häufig passiert, belegt nun eine neue Studie zum Thema Work-Life-Balance, die von den Entwickler der Offtime-App (siehe unten) gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Arbeitspsychologie des Instituts für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt wurde. Dabei sollte herausgefunden werden, wie die „normale“ Smartphone Nutzung bei 49 Probanden im Durchschnittsalter von 34 aussieht. Voraussetzung: Alle Teilnehmer mussten berufstätig sein und ein Android-Smartphone besitzen. Das Nutzerverhalten wurde dann zwei Wochen lang analysiert, hier ein paar der interessantesten Erkenntnisse:

  • Durchschnittlich wurde jedes Telefon 63 Mal am Tag aktiviert
  • Die Durchschnittsdauer der Aktivierung liegt bei 2:49 Minuten, insgesamt entspricht dies einer wöchentlichen Nutzung von 22 Stunden.
  • Hauptfunktionen waren dabei vor allem kommunikativer Natur (Anrufe, SMS, Messenger und soziale Netzwerke)

Dass es auch etwas extremer geht, zeigte ein Proband, der WhatsApp in knapp 5 Tagen insgesamt 35 Stunden lang nutzte. Höchste Zeit also, auch mal abzuschalten.

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17 Muttertagssprüche für WhatsApp und Co.: Schön, lustig, kreativ und kurz.

Wie Apps helfen, die Finger vom Smartphone zu lassen

Es ist eigentlich schon etwas traurig, dass wir Apps wie Forest: Stay Focused oder aber Offtime brauchen, um weniger oft zum Smartphone zu greifen. Aber andererseits sind Mobilfunkgeräte mit ihren blinkenden Lämpchen, ihren verlockenderen Tönen und der durch sie entstehenden vermeintlichen unmittelbaren Nähe zu anderen äußerst verlockend. Während bei Forest Bäume gepflanzt werden (mehr Infos hier), ermöglicht Offtime verschiedene Einschränkungen, durch die dann etwa SMS und Anrufe für eine bestimmte Zeit blockiert, automatisierte Antworten eingerichtet und die Smartphone-Nutzung geregelt werden. Alles weitere zu der kostenlosen App erfahrt ihr hier:

OFFTIME - Ablenkungsfrei
Entwickler:
MobileSoft s.r.o.
Preis: Kostenlos

Ich bin davon überzeugt, dass es niemandem von uns weh tut, am Tag nur noch halb so fot oder sogar seltener auf das Smartphone zu starren. Auch wenn soziale Netzwerke. Messenger & Co. uns ständig vorzugaukeln versuchen, dass das echte Leben im Netz passiert, findet dieses doch tatsächlich immer noch abseits von binärem Code und Bits & Bytes statt. Auch wenn uns eine App dabei vielleicht helfen muss.

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