Seit ein paar Jahren erfreuen sich ferngesteuerte Mini-Hubschrauber fürs Wohnzimmer großer Beliebtheit, für iGeräte gibt es sogar diverse Dronen, die sich über den Touchscreen steuern lassen. Allein unter Android sind solche Flugspielzeuge und Apps rar gesät. Wir haben den Helo TC Assault, einen Android-kompatiblen Vertreter dieser Zunft, ausprobiert, der sogar noch ein besonderes Zusatzfeature beherrscht.

So einen ferngesteuerten Mini-Helikopter gekonnt um den Weihnachtsbaum schwirren zu lassen, kann jeden Heiligabend massiv aufwerten; wenn der Hubi dann auch noch mit Plastikraketen um sich schießt und so gezielt Baumschmuck, Punsch oder die nervige Verwandschaft beseitigt, ungenießbar macht und vergrault, ist Weihnachten eigentlich gerettet. Der Helo TC Assault verspricht dies alles und wird dazu noch praktischerweise ganz einfach via Android-Smartphone, zugehöriger App und aufzusteckendem IR-Modul gesteuert.

In der Verpackung des Helo TC liegen neben dem kleinen Helikopter, dem IR-Modul und einem Ladekabel noch Austausch-Rotorblätter sowie Ersatzraketen — man muss letztere also nicht wieder aus der Punschschale fischen, sondern lädt einfach neue nach. Auch das Funkmodul will geladen werden, es benötigt vier kleine AAA-Batterien, die leider nicht mitgeliefert werden. Vor dem Start muss der kleine Hubi via Kabel und USB-Steckplatz aufgeladen werden, was schon mal eine halbe Stunde in Anspruch nimmt — wenn die LED am Stecker erloschen ist, ist das Teil abflugbereit. Jetzt muss nur noch die kostenlose Helo TC-App aufs Smartphone geladen werden, das IR-Modul aufgesteckt und mittels Klinkenstecker verbunden werden.

Powerschalter am Helo TC auf „on“ gestellt, Smartphone in den Flugmodus versetzt und App gestartet — ready for take-off. Der erfolgt über das Hochschieben der Schubleiste auf dem Touchscreen, „gelenkt“ wird wahlweise mittels virtuellem Analogstick oder durch Neigen des Smartphones. Jetzt wurde es in unserem Test aber etwas problematisch: Zum einen hat der Schub auch auf Anschlag und nach mehreren Ladezyklen nicht ausgereicht, um den Helo TC so richtig hoch fliegen zu lassen — im Schnitt schwebte der Kleine stets nur ein paar Zentimeter über dem Boden. Dann aber haben wir herausbekommen, dass es den Expertenmodus gibt, der sich in den Optionen des App aktivieren lässt, und noch mehr Schub erlaubt. Damit ist dann endlich ein Steigen bis unter die hohe Zimmerdecke möglich. Allerdings ist dafür dann viel Fingerspitzengefühl und Nachjustieren nötig, um den Helo TC auf der richtigen Höhe zu halten.

An dieser Stelle muss ich natürlich zugeben, dass ich wenig Flugerfahrung mit ferngesteuerten Mini-Helis habe — und so ließ sich der Helo TC Assault von mir anfangs auch nur nur sehr schwer bändigen. Das lag sowohl daran, dass er sich nur um die eigene Achse drehen oder in den Vorwärts- respektive Rückwärtsflug versetzen lässt (seitliches Neigen ist nicht), das alles bedingt durch den einen Steuerstick auch nicht gleichzeitig sondern nur nacheinander funktioniert und auch die Steuerung über den Neigungssensor des Smartphone mal zu wenig, mal viel zu heftig reagierte. Nach etlichen Flugstunden und vom Fluglärm mindestens genauso genervten Kollegen, wie die Anwohner des zukünftigen Flughafens BBI (ach nee, die fürchten ja nur, in ein paar Jahren irgendwann genervt sein zu können) schaffte ich es dann doch noch, den Hubi einigermaßen stabil zu steuern — ein paar Sekunden lang … Übung macht eben den Meister.

Sollte ich das dann irgendwann hinbekommen, bietet mir die App sogar die Möglichkeit, Flugmanöver in drei Slots aufzuzeichnen und dann abzurufen — Makros für den Flugbetrieb quasi. Nach ein paar Minuten Fliegerei ist allerdings Schluss, man merkt schon ab dem ersten Abheben, dass der integrierte Akku sehr schnell abbaut, den der Helo TC Assault muss kontinuierlich über den Schubregler wieder hochgeschraubt werden — das ist allerdings in dieser Produktklasse unseres Wissens durchaus normal so.

Auf der Plus-Seite dürfen wir dem Helo TC Assault eine ordentliche Robustheit attestieren: Diverse auch härtere Kontakte mit Wänden, Tischen, Türen, Redakteuren und was sonst noch so untätig in unseren Räumen rumstand, steckte der kleine Luftkrieger ohne Murren weg — die mitgelieferten Wechselrotoren mussten bis heute nicht eingesetzt werden. Apropos Luftkrieger: Gut funktionierte das Abfeuern der beiden Plastikgeschosse, die vor dem Start in die dafür vorgesehen Abschussvorrichtungen gesteckt werden: Einfach auf einen der beiden Fire-Buttons auf dem Smartphone getippt, schon feuert der Helo TC die Pfeilchen mit ordentlich Schmackes ins Ziel — nachdem es mir gelungen war, den Helo TC tatsächlich einmal auf einem Meter Flughöhe auszurichten, konnte ich dann auch aus rund drei Metern Entfernung zwei Körpertreffer auf meinen geschätzen Kollegen, Chef, Ingress-Junkie und androidnext-Kamerakind Sebastian R. verbuchen. Würde sich der Hubschrauber ein wenig sicherer steuern lassen, könnte man allein mit dieser spielerisch-martialischen Funktion jede Menge Spaß haben. Aber ich arbeite weiter dran — muss doch zu bändigen sein, dieser Helo TC Assault!

Im Fazit ist der Helo TC Assault eine lustige Idee und ein spaßiges Produkt, die ein wenig an der Steuerung leidet — um den Weihnachtsbaum schwirren ist nach unserem Dafürhalten dieses Weihnachtsfest nicht mehr machbar, dafür sind nämlich ein paar mehr Monate Übung notwendig. Aber vielleicht ja 2013 dann … wer es selber ausprobieren möchte oder noch ein Last Minute-Geschenk für einen Android-Jünger im Bekanntenkreis sucht, kann sich den kleinen Android-Cobra zum Beispiel bei Amazon für 54,90 Euro bestellen (extra AAA-Batterien nicht vergessen!). Die zum Betrieb notwendige App läuft auf Android-Geräten ab Version 2.2.

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Wie soll die nächste Version von Android heißen?