Android-Apps: Bezahlung per Handyrechnung jetzt auch bei o2

Frank Ritter 33

Ein nicht unerheblicher Teil deutscher Android-Nutzer kauft keine Apps. Selbst wenn sie wollten, könnten sie es nicht - mangels Kreditkarte. Nun wird endlich das Carrier Billing weiter vorangetrieben: Mit o2 können jetzt auch Kunden des dritten der vier großen Carrier ihre Apps aus dem Play Store per Telefonrechnung bezahlen.

Android-Apps: Bezahlung per Handyrechnung jetzt auch bei o2

So langsam scheint Google zu begreifen, dass man das Android-App-Ökosystem am besten unterstützt, indem man Kunden keine Steine in den Weg legt, die Apps kaufen möchten. Nachdem man jahrelang auf der Kreditkartenpflicht in Verbindung mit dem eigenen Google Checkout-System zur Bezahlung beharrte, kommt Mountain View langsam endlich von diesem einschränkenden System ab.

Nein, Google ist immer noch nicht bereit, sich Apps per eigenen Prepaid-Karten, Bankeinzug oder gar PayPal bezahlen zu lassen. Aber immerhin wird nun Schritt für Schritt auch die Bezahlung von Apps per Mobilfunkrechnung oder Handy-Guthaben ermöglicht. Nach Vodafone und T-Mobile ist nun auch o2 dran.

Kunden des wasserblauen Mobilfunkanbieters sollten innerhalb der nächsten Tage eine neue bzw. zusätzliche Bezahloption bei Paid Apps im Play Store erblicken. Über diese lässt sich eine App, die man kaufen will, einfach über die Mobilfunkrechnung abrechnen. Auch bei Nutzern von O2-Prepaidkarten soll das möglich sein; inwieweit das auch auf o2-Mobilfunktöchter wie Fonic oder Lidl Mobile zutrifft, ist indes noch unklar.

Für Google ist die Erweiterung des Carrier Billings ein klarer Vorteil, denn je mehr Menschen überhaupt in der Lage sind, Apps zu kaufen, desto mehr kann man an Apps (und bald hoffentlich auch an Musik, Büchern und Filmen) verdienen. Und je höher die Verdienstmöglichkeiten, desto mehr App-Entwickler sind auch am Android-Ökosystem interessiert.

Dank der geringeren Verbreitung von Kreditkarten in unseren Breitengraden war der potentielle Kundenstamm in deutschsprachigen Ländern bislang bei weitem nicht so groß wie etwa in den USA. Anstatt die alte eCommerce-Weisheit „Je mehr Bezahloptionen, desto mehr Umsatz“ zu befolgen, entschied sich Google über Jahre hinweg zu mauern und keine anderen Zahlweisen – ja, nicht einmal eigene Prepaid-Guthabenkarten für den Play Store (früher Android Market) – zuzulassen, wie es sie für Apples iTunes Store schon seit Jahren gibt.

In diesem Sinne ist die weitere Öffnung des Play Stores für neue Bezahloptionen eine gute Sache, auch wenn noch viel getan werden kann und auch sollte. Sonst bleibt der Beigeschmack, Google wolle hier nur sein eigenes Bezahlsystem Google Wallet durchdrücken. Wie dem auch sei: Wir wünschen allen O2-Kunden viel Spaß beim Kauf von Android-Apps. Denn das lohnt sich häufig wirklich.

[via Androider]

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