Android M: Google will sein mobiles OS fest ins Auto integrieren [Gerücht]

Andreas Floemer 14

Im Juni dieses Jahres hatte Google mit Android Auto eine inoffizielle Antwort auf Apples CarPlay vorgestellt. Wie auch bei Apple sollte für die Nutzung der Plattform ein Smartphone vonnöten sein; wie die Nachrichtenagentur Reuters nun in Erfahrung gebracht haben will, soll die Anbindung an ein Mobilgerät mit der Vorstellung von Android M komplett wegfallen und Soft- wie Hardware vollständig mit dem Auto verschmolzen werden.

Android M: Google will sein mobiles OS fest ins Auto integrieren [Gerücht]

Googles Android Auto ist Bestandteil von Android 5.0 Lollipop, genauso wie Android Wear und Android TV – mit dem Unterschied, dass bisher nur ein Hersteller ein kompatibles Produkt angekündigt hat – weitere Fahrzeuge könnten indes auf der CES 2015 in Las Vegas enthüllt werden. Dabei soll es sich um ein Auto handeln, bei dem erforderliche Elemente zum Betrieb der Plattform wie Display und USB-Port zur Verbindung mit einem Android-Smartphone integriert sind. Denn wie auch Android Wear spiegelt die Android Auto-Oberfläche nur Inhalte von Apps wie Google Maps und Musik-Player, die auf dem Smartphone installiert und Android-Auto-kompatibel sind, aufs das In-Car-Entertainment-System.

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Diese „lockere Verbindung“ zum Auto scheint Google aber nicht zu genügen, wie Reuters berichtet, denn mit der nächsten großen Software-Iteration „Android M“ soll das Unternehmen aus Mountain View einen Schritt weitergehen: Android soll integraler Bestandteil von Autos werden und als Software direkt auf dem Fahrzeug laufen. Durch eine solche Integration könnte Android nicht nur als In-Car-Entertainment-System und zur Navigation via Google Maps Verwendung finden. Denkbar wäre auch, dass das System weitere Daten des Autos auswertet und so beispielsweise während der Fahrt den Spritverbrauch, die zu fahrende Strecke und eventuell benötigte Tankstellen im Blick haben, sodass beispielsweise rechtzeitig darauf hingewiesen wird, eine solche anzusteuern.

Das ist aber offenbar noch lange nicht alles: Mit einer tief ins Auto integrierten Android-Plattform könnte Google weitere Daten für sein Kernprodukt – die Suche – sammeln. Google würde via GPS-Sensor wissen, welche Strecken man regelmäßig fährt, wie schnell man ist, wo man anhält und wo man tankt, wie hoch der Spritverbrauch ist und mehr. Möglicherweise könnte Android gar Empfehlungen für eine sparsamere Fahrweise und mehr geben – falls man dies überhaupt möchte. Und schließlich wäre auch denkbar, dass Google auf diese Weise bessere Verkehrsdaten sammelt, um die Navigation von Google Maps zu optimieren, Verkehrsteilnehmer zeitnah vor zäh fließendem Verkehr oder gar Staus zu warnen.

Diese Art der Integration von Android ins Auto dürfte aber den einen oder anderen Nachteil auf technischer Seite mit sich bringen: Wie die Quelle von Reuters erklärt, muss die Android-Software sofort bereitstehen, sobald man das Auto startet – aktuell benötige die Software bis zu 30 Sekunden, bis sie komplett hochgefahren ist. Dieser Faktor ist aber im Grunde vernachlässigbar, schließlich gibt es auch den Standby-Betrieb wie man ihn im Smartphone oder Tablet auch nutzt – Android ist entsprechend immer betriebsbereit. Eine andere Herausforderung ist aber vermutlich schwerwiegender: Die Lebensdauer eines Autos ist weit länger als die von Android-Hard- und Software. Ein Auto fährt man viele Jahre, Smartphones gehören oftmals nach zwei Jahren schon zum alten Eisen.

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Für dieses Problem könnte Google aber auch schon eine Antwort parat haben: Project Ara. Aktuell wird im Project Ara offiziell nur ein modulares Smartphone entwickelt, bei dem sich die einzelnen Komponenten beliebig austauschen lassen, sodass das Grundgerüst über Jahre hinweg mit aktueller Hardware bestückt werden kann. Eine solche Lösung könnte auch in Autos Einzug halten. Dies ist zwar nur eine Spekulation von uns, dass man bei Googles ATAP-Division darüber nachdenkt, auch andere Gerätearten als Smartphones mit modularer Hardware auszustatten, ist aber bekannt.

Ob Googles Android M (Muffin?), das wohl im nächsten Jahr als Nachfolger von Android 5.0 Lollipop veröffentlicht wird, tatsächlich mit einer solchen Funktionalität versehen wird, bleibt abzuwarten. Reuters kann man zwar als zuverlässige Quelle betrachten, nichtsdestotrotz sollte man die Gerüchte mit Vorsicht genießen. Einerseits, weil die Quellen falsche Informationen verbreiten könnten, andererseits, weil Google ein solch großes Vorhaben auch kurzfristig auf einen späteren Android-Release verlegen könnte. Ferner müssen die Autohersteller mitspielen und die Plattform in ihre Fahrzeuge integrieren.

Was würdet ihr von einem Auto mit Android als Betriebssystem halten?

Quelle: Reuters

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