Android-Viren: Nachwuchs-Hacker erbeutet halbe Million Euro

Philipp Süßmann 9

Ein Hacker aus Nordfrankreich hat mittels gefälschter Mobile-Apps mehrere tausend Menschen um insgesamt rund 500.000 Euro abgezockt. Ein professioneller IT-Gangster steckt allerdings nicht hinter dem Raubzug - der Raubzug fand im Keller der Eltern statt.

Ist dieser Fall eine Art kriminelle Arbeitsbewerbung? Der Eindruck könnte entstehen, wenn man die Aussage des 20-jährigen Hackers bedenkt, der jetzt wegen Betrugs und der Verbreitung von Schadsoftware in Nordfrankreich festgenommen wurde. Wie die BBC berichtet, hat der Nachwuchshacker, wohnhaft im elterlichen Keller, seit 2011 über ein System, bei dem er 17.000 Smartphone-Nutzern um Geld betrogen hatte, insgesamt rund eine halbe Million Euro kassiert.

Das System dahinter: Der findige Junghacker programmierte Fälschungen von populären Smartphone-Apps, die er dann im Internet als Download verbreitete - über derartige Fälle haben wir gelegentlich berichtet. War die App einmal auf dem Telefon installiert, sendete sie heimlich eine SMS an eine kostenpflichtige Premium-Nummer und kassierte dabei immer wieder kleinere Summen. Die Virus-Apps sendeten außerdem private IDs und Passwörter an Online-Kasinos. Welche Plattformen genau betroffen waren, wird von der BBC leider nicht klargestellt, aber laut eines Korrespondenten seien „Smartphones, die Google-Software verwendet haben, besonders anfällig gewesen“.

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Angesichts der fetten Beute könnte man meinen, dem 20-jährigen Nachwuchshacker sei es um das schnelle Geld gegangen. Wie er aussagte, sei Gier nicht sein Motiv gewesen, er würde einfach Computer lieben und Softwareentwickler werden wollen. Er besitzt zwar keinerlei Ausbildung im IT-Bereich, wird von den Ermittlern allerdings als „extrem smart“ beschrieben.
Hat man es hier also mit einem Wunderknaben mit zuviel krimineller Energie zu tun? Vielleicht wollte der Junge sich tatsächlich mit einer wirksamen Aktion einen Namen machen. Bei diesen Summen liegt allerdings schon die Annahme nahe, dass das Geld eine Rolle gespielt hat.

Aber wer weiß? Vielleicht liest ja irgendwo auf der Welt eine Art Hack-Headhunter diese Meldung und holt den jungen Mann dann in ein paar Monaten/Jahren direkt aus dem Vollzug ab. Begabter Nachwuchs ist schließlich jederzeit gefragt! Vielleicht braucht ja auch Kim Schmitz noch einen neuen Assistenten…

Um in solche Virus-Fallen nicht selbst hineinzutappen, sollte man als User vorsichtig sein, besonders wenn man sich Apps auf dem Smartphone/Tablet installiert, die nicht aus dem Google Play Store stammen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zusätzliche Sicherheitssoftware auf seinem Gerät installiert haben, beispielsweise die TrustGo AntiVirus & Mobile Security …

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Wie gestern bekannt wurde, will Google in Android 4.2 zudem besser vor heimlich versandten SMS an Premium-Nummern schützen.

Quelle: BBC News [via Phone Arena]

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