Android-Werbeblocker: Google entfernt Adblock-Apps aus dem Play Store

Sven Kloevekorn 35

Die beliebten Android-Werbeblocker Adblock Plus, AdAway und das verbreitete AdFree Android sind am vergangenen Abend einer Aufräumaktion von Google zum Opfer gefallen und nicht mehr im Play Store verfügbar. Wie man unter anderem einer Presseerklärung des Adblock-Entwicklers entnehmen kann, argumentiert Google, dass diese Adblocker-Apps gegen die Nutzungsbedingungen des Play Stores verstoßen.

Android-Werbeblocker: Google entfernt Adblock-Apps aus dem Play Store

Als Begründung für die plötzliche Maßnahme nennt Google einen Verstoß gegen Punkt 4.4 der Play Store Richtlinien für App-Entwickler mit der Überschrift „Verbotene Handlungen“, wo festgehalten ist, dass eine App nicht in eine andere eingreifen darf. Da das Entfernen von Werbung aus anderen Apps – und damit deren Manipulation – aber die Kernaufgabe eines jeden Adblockers ist, kann man sich eigentlich nur wundern, dass solche Apps überhaupt jemals den Weg in den Play Store gefunden haben beziehungsweise nicht schon früher entfernt wurden.

Das Ganze wird bei manchen sicher gemischte Gefühle hervorrufen. Einerseits kann Werbung natürlich lästig sein. Andererseits ist inzwischen auch bei vielen Usern angekommen, dass Werbung in Apps und auf Webseiten nicht dazu da ist, jemanden zu ärgern oder sich die Taschen vollzustopfen. Auch die meisten Seitenbetreiber und App-Entwickler wissen mittlerweile, dass besonders nervige Werbeformen nicht gut für das Image des eigenen Angebots wirken und lassen die Finger von Flashbannern mit Sound, Layer-Ads und Anzeigen in der Android-Benachrichtigungsleiste.

Auf Werbung zu verzichten ist andererseits aber nicht möglich: Professionelle Gratisangebote wie androidnext.de sind dringend auf die so eingenommenen Gelder angewiesen, um sich zu finanzieren und Inhalte auch weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen zu können. Plakativ formuliert: Ohne Werbung gäbe es das Internet in seiner jetzigen Form nicht; wenn jeder einen Werbeblocker verwenden würde, könnte androidnext morgen dichtmachen. Adblocker stellen eine große Gefahr für frei angebotenen Content und kostenlos angebotene Apps dar, da sie die Finanzierungsmodelle der Anbieter untergraben – weder Spendenaufrufe noch gut gemeinte Konzepte wie Flattr schaffen es, das Konzept von Online-Werbung zu substituieren. Insofern begrüßen wir Googles Aufräumaktion ausdrücklich.

Stellungnahme von Adblock bei Google+ [teils via Android Police]

Bild Don Draper/Mad Men: Ron Jaffe/AMC

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