ART: App-Beschleuniger bereits in nächster Android-Version als Standard

Frank Ritter 17

ART ist ein Schlagwort, das Android-Enthusiasten seit einigen Wochen umtreibt. Der in Android 4.4 KitKat als Entwickleroption eingeführte alternative Runtime Compiler lässt die meisten Apps deutlich performanter und flüssiger laufen als die regulär aktive Dalvik VM. Aus dem Android-Quellcode geht nun hervor, dass ART bereits in der nächsten Android-Version zum Standard werden soll.

Überraschend führte Google mit Android 4.4 für Apps einen neuen Runtime Compiler ein: ART, Kurzform für „Android Runtime“. Über eine in den Entwickleroptionen versteckte Option konnte man den Dalvik-Nachfolger in Spe bereits auf einigen Geräten aktivieren, etwa dem Nexus 5 und dem Moto G. Vorteil: ART optimiert den Bytecode der Android-Apps, sodass diese deutlich performanter laufen als mit der alten und seit den Zeiten von Android 2.2 Froyo nicht mehr grundlegend überarbeiteten Dalvik VM.

Bereits die mit Android 4.4 mitgelieferte frühe Version von Art konnte überzeugen: Apps starten mit ART schneller und laufen performanter, Lags werden minimiert oder gar eliminiert. Dass ART bislang nur als versteckte Option aktivierbar und nicht standardmäßig aktiv ist, war dennoch eine gute Entscheidung seitens Google, denn diverse Apps waren zunächst (und sind teilweise immer noch) inkompatibel mit ART, unter anderem der populäre WhatsApp-Messenger.

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In 6 Schritten „Ok Google“ deaktivieren oder aktivieren

Nun hatten App-Entwickler einige Monate Zeit, sich um bessere Kompatibilität ihrer Anwendungen mit der neuen Runtime zu kümmern. Stellte sich bislang die Frage, wann Google ART zum Standard macht, kann diese jetzt als beantwortet gelten: mit der nächsten Android-Version. Denn ein neuer Commit im AOSP, also dem offenen Quellcode von Android, legt den entsprechenden Schalter um. „Make libart the default runtime“ heißt es in der Codeeinreichung lapidar, geändert werden nur zwei Variablen in zwei Codezeilen eines makefiles.

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Im Quelltext von Android ist ART jetzt als Standard definiert

Konkret bedeutet das: Die nächste Android-Version nach Android 4.4 KitKat – egal, ob sie nun 4.5 Lollipop, 5.0 Lemon Tart oder anders heißt – wird mit ART als Standard laufen, zumindest wenn nicht noch irgendwelche „Showstopper“ im letzten Moment auftauchen. Das bringt uns als Nutzer einen Performance-Schub für jedes Android-Gerät, das mit mindestens dieser neuen Android-Version läuft oder das darauf aktualisiert wird.

Gespannt sein darf man indes auch darauf, was Google aus ART noch herausholen kann, denn ausreichend Optimierungsmöglichkeiten gibt es zweifelsohne. Wer weiß, vielleicht kann man im nächsten Android-Release ja eine Art „Project Butter 2.0“ bewundern? Eines ist jedoch auch klar: Für Entwickler gibt es nun keine Ausrede mehr dafür, ihre Apps nicht auf ART-Kompatibilität hin zu überprüfen.

Quelle: AOSP/Git [via Android Authority]

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