Dead Trigger: Zombie-Spiel gratis wegen Android-Piraterie

Frank Ritter 19

Am Wochenende berichtete Kollege Amir, dass die muntere Zombie-Abballerei Dead Trigger ab jetzt kostenlos sei. Auf den Sturm des Protests derjenigen hin, die sich das Spiel vorher für 99 Cent gekauft hatten, entgegnet Entwickler Madfinger Games jetzt, dass man es aufgrund der immensen Piraterie für alle verfügbar gemacht hat.

Madfinger ist bekannt für seine ausgefeilten und guten Spiele auf mobilen Plattformen. Neben der Shooter-Ikone Shadowgun, die seit Januar als Messlatte herhalten muss, wenn es um Grafik unter Android geht, ist da noch Samurai 2: Vengeance zu nennen. Beide Spiele sind nicht kostenlos: 2,99 Euro werden für Samurai fällig, 4,99 Euro für Shadowgun. Von beiden Spielen gibt es jeweils eine Variante, die speziell auf Tegra-Chips von Nvidia optimiert sind. Und doch ist Dead Trigger (unser Test, Video-Hands-On) das erste Spiel, bei dem sich Madfinger öffentlich über die Piraterie-Problematik beschwert.

So heißt es in einem Statement auf Facebook (Übersetzung von uns):

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Hier unser Statement bezüglich der Preisminderung: Der Hauptgrund ist die unfassbar hohe Rate an Raubkopien auf Android-Geräten. Ursprünglich wollten wir unser Spiel so vielen Menschen wie möglich zur Verfügung stellen, deshalb war es so preisgünstig. Auf der einen Seite ist Dead Trigger somit viel billiger als Shadowgun für 8 Dollar, auf der anderen Seite hatten wir es aber auch nicht gewagt, das Spiel komplett kostenlos herauszugeben, weil es uns an Erfahrungen mit dem Free-to-Play-Modell mangelt. Trotzdem - selbst für den Preis von einem Dollar ist die Piraterierate so hoch, dass wir uns letztendlich entschieden haben, Dead Trigger kostenlos herauszugeben. Dead Trigger ist jedoch kein FREEMIUM-Spiel, sondern war und wird FREE-TO-PLAY bleiben. Alle Spieler können das komplette Spiel ohne In-App-Käufe durchspielen! Wir stehen zu diesem Statement, denn alle Mitglieder unseres Teams spielen (und haben Spaß an) Dead Trigger ohne In-App-Käufe.

Ein kleines Geschmäckle hat diese Meldung durchaus. Naiv gefragt: Wenn es möglich ist, die Nutzer zu identifizieren, die ein Spiel nicht legal im Play Store erworben haben, warum kann man diese nicht daran hindern, das Spiel auszuführen? Des weiteren hätte Madfinger sich durchaus im Vorfeld Gedanken über das Geschäftsmodell von Dead Trigger machen können, denn dass kostenpflichtige Spiele - egal zu welchem Preis - nicht gerade beliebt sind, wenn sie dem Nutzer später noch kostenpflichtige Inhalte präsentieren, ist weithin bekannt. Denn In-App-Käufe gab es in Dead Trigger auch schon, als das Spiel noch 99 Cent kostete.

Dass Nutzer, die gerade noch Geld für eine App bezahlt haben, sich leicht verschaukelt vorkommen, wenn diese plötzlich kostenlos verfügbar ist, liegt auf der Hand. Den Softwarepiraten, also diejenigen, die sich die App sowieso kostenlos besorgt haben, ist das hingegen egal. Auch wenn es sich um den Gegenwert eines Schokoriegels und eines Bechers Kaffee aus dem Automaten handelt, setzt das Handeln von Madfinger Games ein falsches Signal, ja - erweckt bei mir sogar den Eindruck, dass die Firma eine geschäftliche Fehlentscheidung auf die argumentativ allzu dankbare Piraterieproblematik abwälzt. Ja, Piraterie existiert unter Android, und sie mag sogar ein signifikantes Problem darstellen. Aber gerade alternative Einnahmequellen wie In-App-Purchases oder In-Game-Advertising sollten genau das zu kompensieren helfen.

Gut wäre, wenn das Team zumindest den ehrlichen Käufern einen kleinen Bonus zugestehen würde, so wie es bei den zahllosen MMOs am PC üblich ist, die in den letzten Jahren auf ein F2P-Modell umgestellt wurden. Ob das ein neuer Schwierigkeitsgrad, spezielle Bonus-Items oder der Gegenwert des Kaufpreises in In-Game-Währung ist - völlig egal. Es geht um die Geste.

Download: Dead Trigger (kostenlos)

Dead Trigger (kostenlos) qr code

Quelle: Madfinger @ Facebook [via Caschy]

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